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Luzerner-Treff (Zentralschweiz)
12.02.2017 - Dieter Bürle

Besichtigung Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL) am 7.2.2017

Bericht von Helmut Prescher

Heute, am 7. Februar 2017, war es soweit, als "Neuer" hatte ich mich für die Besichtigung eingetragen und stand nun pünktlich mit leicht mulmigem Gefühl am Treffpunkt - komplett überflüssig, wie sich im Laufe des Nachmittags herausstellte. Alle in der Runde waren sehr nett, aufgeschlossen, und ich kam schon nach kurzer Zeit mit einigen Damen und Herren ins Gespräch; das Ganze in gelöster und entspannter Atmosphäre.

Zunächst begrüßte Regionalleiter Dieter Bürle die Anwesenden (alle 20 waren auch erschienen!!), besprach Ablauf sowie Zeitplan und dankte der Organisatorin Madeleine Zimmermann für ihre Arbeit und Engagement. Dann kam auch schon die Hostess, Frau Denise Fehlmann, die uns durch das Gebäude führen sollte.

Der Rundgang begann im Erdgeschoss. Schon hier verwies Frau Fehlmann auf das geniale Duo Jean Nouvel (Architekt) und Russel Johnson (Akustiker), die in ihrer nicht immer einfachen Zusammenarbeit dieses Gebäude mit seiner hochkarätigen Akustik möglich machten.

Auffallend ist, wie Nouvel die Elemente bzw. Materialien, die Farben, Formen und das Licht in sein Projekt einbezieht, zum Beispiel eine Bassgeige, die in Fragmenten vom Erdgeschoss bis zum obersten Stockwerk reicht, der Klangkörper, welcher einem Schiffsrumpf nachempfunden wurde. Analog dazu findet man auf dem Weg zum Konzertsaal kleine Fenster, den Luken auf einem Schiff nachempfunden.

                          

Besagte stilisierte Bassgeige wurde aus dem Furnier eines einzigen Baumstammes erstellt, sodass sich die Maserung gleichmäßig über das riesige "Instrument" hinzieht.

Nachdem Nouvel nicht am Wasser bauen durfte, liess er "das Wasser zu sich kommen", das Erdgeschoss ist von einigen, mit Wasser aus dem Vierwaldstättersee gefüllten Kanälen durchzogen. Sollte jemand „baden gehen“ (Wassertiefe 30 cm), so hält das KKL Ersatzkleidung parat.

Durch die großen Panoramafenster haben wir eigentlich auf jeder Etage mit den verschiedenen Terrassen eine grandiose Aussicht auf die Stadt Luzern und das Seebecke

                            

Nouvel arbeitet auch viel mit Spiegelungen, angefangen von polierten Böden bis zu entsprechend präparierten Decken, die das ganze Gebäude noch spannender machen. Die Spiegelungen ziehen sich bis unter das imposante Flachdach des KKL, das von unten mit speziell bearbeitetem Aluminium verkleidet ist, und welches an der Nordseite 45 m über das Gebäude hinausragt. Unglaublich, wie diese Konstruktion auch Sturmböen trotzen kann.

Gegen Ende unseres Rundgangs konnten wir noch kurz im Konzertsaal selbst Platz nehmen (es waren Orchesterproben im Gange), dem Herzstück des ganzen Gebäudes.
Beim Planen des Gebäudes gab es auch hier einen Einspruch, und zwar von Seiten der Musiker, die sich durch den Einsatz des geplanten blauen Parketts mit ihren schwarzen Kleidern nicht ins richtige Licht gesetzt fühlten. Es wurde geändert, heute dominieren helle Töne.

        

Hier hat Mister Johnson fantastische Arbeit geleistet, ist doch die Akustik des Konzertsaals weltweit berühmt und dient neueren Gebäuden als Vorbild. Angefangen bei den Zugängen zum Konzertsaal, welche als Lärmschleusen konzipiert und auch eingebaut wurden, bis hin zu raffiniert platzierten, sog. Klang- und Echokammern, sowie besonders gestalteten Gipsreliefs, welche eine variable Gestaltung und damit eine genaue Abstimmung auf die gespielte Musik erlauben. 

Den Konzertsaal selbst mit seiner Superakustik lernt man wohl am besten anlässlich eines Konzertes kennen, ich, der dort noch nie ein Konzert gehört hat, werde die nächste Gelegenheit nutzen, um eine Veranstaltung nach meinem Geschmack zu besuchen.

Unsere Gruppe traf sich am Ende der Führung noch im Café im Kunstmuseum im vierten Stock - leider erlaubte das Wetter nur eine begrenzte Sichtweite, sodass wir die Berge nicht sehen konnten, aber der Ausblick auf Luzern und den See ist von dort oben einfach fantastisch. Bei einem guten Glas liessen wir das Gesehene und Gehörte noch einmal Revue passieren, um dann, nach einem Plausch zu verschiedenen Themen, den Heimweg anzutreten. Für mich ein Premium Nachmittag.

 

 

 

Kommentare

Lieber Helmut

Du hast den Rundgang mit so vielen wertvollen Details beschrieben und so spannend getextet, dass Dein Bericht bis zum Ende ein Genuss bleibt! Ein herzliches Dankeschön für Deinen Einsatz!

Bis zum nächsten Event, Dieter

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