Rüeblistamm
21.03.2017 - strubgru

Besuch der Ausstellung „HEIMAT“ im Zeughaus Lenzburg. Bericht von Peter Strub

 

Die meisten der rund 20 Besucher trafen sich vor der Führung zu einem Pizza geprägten Mittagessen im Restaurant West an der Zeughausstrasse in Lenzburg. Kurzbeurteilung: Tadelloser Italienfood, reelle Preise, freundliche Bedienung, genügend Parkplätze. Gratisangebot im Anschluss: Ein Wohlfühl-Spaziergang bei frühlingshaftem, sonnigem Wetter zum Ausstellungsplatz.

Nach den bisherigen Ausstellungen: Geld, Entscheiden, Zeit, Home, Religion etc. waren unsere Erwartungen extrem hoch. Sie wurden meiner Meinung nach von der aktuellen Ausstellung sogar übertroffen.

     

An acht Stationen wurde das Thema Heimat von diversen Seiten, zum Teil mit aufwändigen Installationen und interaktiv beleuchtet. Wir begannen mit einer Raumprojektion vom sicheren Mutterleib zu neuen Elementen wie Wasser, Natur etc.

Anschliessend folgten wir den Spuren des Unheimlichen, man könnte auch sagen Unheimatlichen. Angst und Unsicherheit lösen Heimatgefühle auf (aber auch unsere Balance auf dem abgeschrägten Boden).

An einer Befragungsstation konnten die individuellen Neigungen und Bedürfnisse der Besucher für eine diskrete Standortanalyse aufgelistet werden.

Tausend Menschen antworteten auf die Fragen: Was ist Heimat für Sie? Wie riecht sie, wie sieht sie aus? Ist Heimat Tradition etc.? In Filmporträts, in Videos, Sehstationen konnten wir ihre Antworten vernehmen.

   

In sieben Häuschen erklärten uns Menschen mit unterschiedlicher Herkunft ihre Anforderung an Heimat – wie und wo sie sie gefunden haben.

Im Raum „ Cosmos“ erleben Besucherinnen und Besucher in einem Animationsfilm (aus dem bequemen Liegestuhl heraus) die Entstehung des Heimatgefühls in unserem Gehirn. Geprägt von Erfahrungen, Gefühlen, Erinnerungen, wird es zu einem Teil unserer Persönlichkeit.

Für mich als Technik- und Elektronik-Neanderthaler war der Virtual-Reality-Flug von unserer schönen, grossen Erde aus bis ins Weltall ein ungeheures Highlight. Aus galaktischer Entfernung zeigt sich unsere Erde am Schluss nur noch als kleiner leuchtender Punkt inmitten unzähliger anderer Sterne. Da kam mir die Aussage eines Astronomen in den Sinn: Realistisch gesehen ist die Erde nur ein einziges Sandkorn in der Wüste. Die Menschen darauf sind wie Mikroben, die die Illusion haben, sie wären die Wüste selbst. Eine Meinung, welche eigentlich einleuchtet, die vom geistlichen oder ethischen Standpunkt aus wohl eher skeptisch betrachtet wird. Es geht hier auch nicht um richtig oder falsch. Die Einladung zum Philosophieren ist schon wertvoll genug.

     

Heimat ist nicht nur Gefühl. Sie hat auch politische Dimensionen. Sie kann sowohl zusammenkitten, als auch ausgrenzen. In heutiger Zeit wieder sehr aktuell – aber auch in der Vergangenheit sehr oft problematisch missbraucht.

Ein Highlight darf nicht vergessen werden. Im Riesenrad, mit Aussicht auf Burgen und Schlösser, bei warmer Frühlingssonne hatte wenigstens kurzfristig die Philosophie ein bisschen Pause.

             

Den persönlichen Heimatschein, den jeder Besucher aufgrund der Befragung erhält, zeigt die Position des Ausstellungsgastes in Bezug zu seinen Ausprägungen und Bedürfnissen zwischen Wandel und Dauer, Nähe oder Distanz. Die Positionierung basiert auf der Gewichtung der persönlichen Grundbedürfnisse.

Ich werde die Ausstellung bestimmt nochmals besuchen.

 Peter Strub

      Bericht: Peter Strub    Fotos: Ruth Vuilleumier  

Kommentare

Liebe Beatrice, liebe Ruth

Vielen Dank für die Organisation und Durchführung der Ausstellung Heimat. Auch an Peter ganz herzlichen Dank für den interessanten Bericht mit den Bildern von Ruth. So kann man auch in den Ferien an den Aktivitäten vom Rüeblistamm teilhaben!

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