20.03.2017 - Corina Preiswerk

Der Schrebergarten: Oase für jedermann

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Dieses Jahr soll im Garten wirklich alles wachsen und gedeihen, üppig blühen, verschwenderisch fruchten – kurz, der Garten soll eine grosse Freude, eine wahre Augenweide sein. Gute Vorsätze.
 

Wer sich jetzt kahle Stellen im Garten merkt, dort im Sommer Zwiebeln von Frühlingsblühern pflanzt, dem wird im nächsten Jahr ein zauberhafter Frühlingsgruss entgegenstrahlen.

Die Frühlingsgefühle sind bei den Gartenbegeisterten längst schon wach. Geweckt durch die deutlich länger werdenden Tage und das Zwitschern der Vögel am Morgen. Zwar ist der Boden trotz der wieder etwas wärmeren Sonnenstrahlen noch kalt und winterfeucht, aber dem Lockern und Herrichten der Beete steht bei schönem Wetter nichts entgegen – selbst wenn eine alte Regel besagt, man solle mit der Gartenarbeit erst dann beginnen, wenn die Erde nicht mehr an den Schuhen kleben bleibe.
Die ersten Gartenarbeiten im Jahr sind die beste Gelegenheit, vom idealen Garten zu träumen. Der sieht bei jedem etwas anders aus. Die einen wünschen sich einen sattgrünen Rasen, üppig blühende Sträucher und Stauden und mittendrin eine Hängematte. Andere träumen von Blumenbeeten, die in harmonischer Farbenpracht blühen. Ein rosa Beet zum Beispiel, dem höchstens etwas Rittersporn im Hintergrund und einige Lavendelsträucher etwas Spannung verleihen.

«Störsender» und Gewitterstürme
Gartenträume. Die guten Vorsätze wären zwar da, aber dann funkt immer wieder etwas dazwischen. Ob das nun die simplen Ringelblumen sind, die sich selber im ganzen Garten aussäen und plötzlich im reinweissen Traum aufzublühen beginnen, so sonnig und schön, dass man sie einfach nicht ausreissen mag. Oder die geschenkte Duftrose, die einen Platz bekommen muss, auch wenn sie die ganze Farbharmonie zum Kippen bringt. Dafür duftet sie an warmen Sommerabenden so betäubend, dass man ihr das unpassende Farbkleid gerne verzeiht.

Gartenarbeit – termingenau und gründlich
Aber noch ist ja Frühling und vieles erst in Planung – und deshalb quasi noch im Idealzustand. Geniesser etwa wünschen sich einen Naschgarten, wo möglichst viele Pflanzen etwas für die Küche oder die Gesundheit liefern. Und dieses Jahr werden die Küchenkräuter geerntet, bevor sie zu blühen beginnen! Ganz sicher! Auch die Preiselbeeren im Halbschatten hinter dem Haus werden nicht vergessen, sondern regelmässig gepflückt. Wenn sie nur nicht so niedrig wären! Der Sanddornstrauch, der wegen seiner vitaminreichen Früchte gepflanzt wurde, wäre zwar höher, aber die dornigen Zweige machen das Pflücken so mühsam, dass es lieber den Vögeln überlassen wird. Mit den Feigen, die hoffentlich wiederum überreich anfallen, könnte man das von einer Freundin schon vor Jahren überlassene Rezept für Feigenchutney ausprobieren. Aber dann kommt es doch wieder wie gehabt: Die Früchte werden verschenkt. Denn wer steht schon gerne in der Küche, wenn es draussen Sommer ist.

Geniessen ist ein guter Vorsatz
Natürlich gibt es auch Vorsätze, die leicht eingehalten werden können. Zum Beispiel notieren, wo im nächsten Jahr noch einige Frühblüher stehen könnten. Jetzt sind die öden Stellen im Garten noch deutlich zu sehen. Im Sommer dann, wenn die Zwiebeln und Knollen in die Erde müssen, ist alles grün und überwachsen. Also: Eine Einkaufsliste machen und sich die Plätzchen für die Pflanzen merken. Ein anderer guter Vorsatz ist, den Rückschnitt bei den frühblühenden Sträuchern nicht zu vergessen. Das ist ganz einfach. Wer jetzt ganze Arme voller Blütenzweige ins Haus holt oder verschenkt, der hat diese Arbeit schon fast erledigt. Und kann sich erst noch am Frühling erfreuen, auch wenn der April nochmals garstig werden sollte.

Wo aber bleiben all die guten Vorsätze? Einige werden sicher eingelöst. Und die andern? Tröstlich: Es kommen ja noch viele Sommer.

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