20.11.2017 - Publireportage

Ein Lichtschimmer an Weihnachten

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Eine Krankheit kennt keine Jahreszeiten, keine Feste, keine unpassenden Momente. Sie erscheint dann, wann sie es möchte. Manchmal auch zu Weihnachten. Marco Rosetti * begleitete seinen todkranken Bruder Antonio auf dessen letzter Lebensetappe. Aus seiner Sicht schildert er, wie er die letzte Zeit seines Bruders erlebte, der im Pallivita Bethanien, dem Kompetenzzentrum für Palliative Care, verstarb.

 

«Wie ruhig alles ist. So friedlich.» Antonio hatte sichtlich Mühe, diese Worte verständlich auszusprechen. Wir aber wussten, was er sagen wollte. Sein Gesicht war nun ganz weich und seine Wangen schimmerten im Licht rosa. Mutter und ich schauten uns an, erleichtert. Wir sassen an Antonios Bett und blickten nach draussen. Tief unter uns lag die Stadt Zürich, verschneit und dunkel, aber voller Lichtschimmer.

«Ich muss doch für ihn da sein»
Mein Bruder erkrankte vor fünf Jahren an Krebs, der nach der ersten erfolgreich verlaufenen Behandlung zurückkehrte. Damals versprach ich Antonio, dass ich ihn pflegen würde, wenn nötig bis zum Ende. Tag und Nacht war ich für ihn da und tat alles, damit es ihm besser ging und er möglichst wenig leiden musste. Die Spitex unterstützte mich dabei und so liess sich die Pflege von Antonio eine Weile lang ganz gut bewerkstelligen. Die Situation stellte für mich dennoch eine hohe Belastung dar. «Ich muss bald gehen, oder?», fragte mich Antonio eines Abends. Ja, es war absehbar, dass er nicht mehr lange leben würde. Aufgrund dieser Tatsache war es für mich selbstverständlich, dass ich ihn weiterhin pflegen würde. Dazu kam, dass Weihnachten nahte, und Weihnachten feiert man schliesslich zuhause!

Ich muss zugeben, ich wurde müde. Mein Kopf war so grau wie das Wetter draussen und der Schnee auf den Strassen. So grau wie die Bettdecke von Antonio. Der Krebs verursachte viele Beschwerden, die Krankheit hatte vor allem Lunge und Leber befallen. Er war müde, schläfrig und immer wieder verwirrt. Mutter reiste aus Süditalien an und half. Doch sein Zustand verschlechterte sich zusehends, er hatte starke Schmerzen und wir sahen keinen anderen Ausweg mehr: Zwei Wochen vor Weihnachten brachten wir Antonio ins Spital. Ich fühlte mich unendlich schuldig.

Auch wenn man «nichts mehr tun kann», kann man noch viel tun, um Lebensqualität bis zuletzt zu ermöglichen.

Was hilft, wenn man nicht mehr heilen kann?
Die Schuldgefühle nahmen zu, als man uns im Spital eröffnete, mein Bruder könne nicht im Spital bleiben und müsse in ein Pflegeheim. Mit 66 Jahren, das durfte einfach nicht wahr sein! Als ob das nicht schon genug Leiden bedeutet hätte, konnte er auch im Pflegeheim nicht bleiben, da sein Zustand eine intensive medizinische Betreuung erforderte, die dort nicht erbracht werden konnte. Würde nun ein Hin und Her zwischen Spital und Pflegeheim beginnen?

Müde Angehörige, Nebel in den Gassen, der Bruder weinend im Pflegeheim. Wahrlich nicht einfach, in dieser Situation Weihnachtsgefühle zu entwickeln.

Dann kam die Wende: Der Sozialdienst machte uns aufs Pallivita Bethanien aufmerksam. Dabei handelt es sich um ein Kompetenzzentrum für Palliative Care, für Menschen in jeder Krankheitsphase, ein Hospiz für das Lebensende. Wir alle hofften, dass Antonio hier ein neues letztes Zuhause finden würde.

Und wirklich: Im Pallivita Bethanien kamen wir als Familie zur Ruhe. Man sagte uns, Antonio könne so lange bleiben, wie es eben nötig sein würde. Ein weiterer Wechsel in eine andere Institution war nicht zu befürchten. Seine medizinische und pflegerische Betreuung wurde rund um die Uhr gewährleistet. Das Gefühl von Sicherheit und Erleichterung, das sich bei uns ausbreitete, war unbeschreiblich. Antonio hatte keine Angst mehr und die Schmerzen wurden gut gelindert. Nun sah der Schnee draussen weiss aus,und nicht mehr grau

Unsere eigene Welt
Irgendwann wurde er schläfriger und man informierte uns darüber, dass er wohl nicht mehr lange leben würde. Draussen nahte das Weihnachtsfest. Es war sehr friedlich, obwohl er intensive Pflege brauchte. Für uns schien die Zeit still zu stehen. Wir waren als Familie zusammen und lebten in unserem eigenen Kosmos. Wir redeten und schwiegen, weinten und hielten Antonios Hände ganz fest. Er tat seinen letzten Atemzug am Nachmittag des Heiligabends. Zum ersten Mal war es hell draussen.

Wir blieben bei ihm im Zimmer und verbrachten die folgenden Stunden an seinem Bett. Es war unsere Familienzeit, unser Weihnachtsfest. Traurig, aber auch sehr besinnlich. Ich war sehr froh, dass ich Antonio hierher gebracht hatte. Es war, wie er es sich gewünscht hatte: So wie zu Hause.

*Name geändert. Das Gespräch zeichnete auf: Dr. med. Katja Fischer, ärztliche Leitung Pallivita Bethanien

Jede Krankheit ist anders: Im Pallivita Bethanien nehmen wir uns Zeit für unsere Patienten und schauen laufend, was es braucht, dass es besser geht.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.bethanien.ch

Pallivita Bethanien
Kompetenzzentrum für Palliative Care
Buckhauserstrasse 36, 8048 Zürich

Gastautor: 
Publireportage

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