31.12.2013 - Stadtspital Triemli

Früherkennung von Prostatakrebs

 

Frage:
Ich bin 67 Jahre alt und habe zum Glück keine Beschwerden. Präventiv nehme ich 300mg Aspirin und 20mg Simvastatin täglich. Meine Frage betrifft die Prostata. Ist die jährliche Enzymbestimmung genügend, für die frühzeitige Erkennung einer bösartigen Veränderung? Oder müsste mann auch andere Parameter beiziehen? Danke für Ihre Antwort.

Antwort von Dr. med. M.H.A. Daniel Grob:
Sinn und Stellenwert der Früherkennung des Prostatakrebses mittels PSA-Tests ("PSA-Screening") werden heute in der wissenschaftlichen Literatur immer noch sehr kontrovers diskutiert. Gewisse neuere Studien fanden einen Nutzen dieses Tests bezüglich Verhinderung des Todes (Mortalitätsreduktion), andere nicht. Sicher scheint, dass man, um einen Todesfall infolge Prostatakrebs innert 10 Jahren zu verhindern, sehr viele Männer untersuchen und behandeln muss; d.h. mit einem Screening werden viele Männer erfasst und dann auch behandelt, die wohl nie einen Nutzen aus der Behandlung ziehen, sondern allenfalls an den Behandlungsnebenwirkungen leiden. Fazit: Die heutige Kontroverse um den Nutzen eines PSA-Screenings ist noch nicht gelöst. Es gibt namhafte Ärzte, die generell davon abraten. Andere empfehlen jährliche PSA-Screenings in Kombination mit einer Untersuchung der Prostata mit dem Finger (Rektal-Palpation) bis zum Alter 70. Wichtig scheint mir, dass man mit dem Hausarzt bespricht, welche Strategie für einem selber die Richtige ist und dass man dann auch die weiteren Schritte, falls sich ein positiver Befund ergibt, sorgfältig plant. Man kann damit heute noch keine generellen, klaren Empfehlungen abgeben.

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