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31.12.2013 - Stadtspital Triemli

Gleichgewichtsstörungen

 

Frage:
Im Artikel über Gleichgewichtsstörungen geben Sie an, es komme auf das Alter des Patienten an und ob noch andere Begleiterscheinungen auftreten. Meine Mutter ist letzten Dezember 80 Jahre alt geworden und mit den Störungen ist es immer etwas schlechter geworden. Ich habe in einer Fachzeitschrift gelesen, dass es ein Gerät gibt, das im Hirn diese Störungen ausschalten kann. Stimmt das? Und was könnte ich für meine Mutter tun? Sie ist vorgestern wieder einmal gestürzt und hat sich den Fuss gebrochen und liegt im Uni Spital Zürich.

Antwort von Dr. med. Claudine Geser:
Herzlichen Dank für Ihre Anfrage. Zunehmende Gleichgewichtsstörungen im Alter sind leider ein häufiges Problem und können mit zu Stürzen beitragen, so wie wahrscheinlich bei Ihrer Mutter. Allerdings ist die Gleichgewichtsstörung meistens nicht die alleinige Ursache für einen Sturz, oft kommen auch ein Kraftmangel, eine Unsicherheit beim Laufen dazu oder auch Nebenwirkungen von Medikamenten. Auch die Sehkraft spielt eine wesentliche Rolle.
Das Gleichgwicht beruht auf
- den Informationen die wir von den Augen erhalten und der Verarbeitung im Hirn
- den Informationen die von den Gelenken ausgehen über die Stellung im Raum (Proprioception)
- den peripheren feinen Nervenendigungen welche Informationen über den Kontakt der Füsse mit dem Boden geben
All diese Informationen werden im Hirn verarbeitet. Persönlich habe ich keine Erfahrungen mit dem von Ihnen beschriebenen Gerät, insbesondere kenne ich keine derartigen Anwendungen bei älteren Menschen.
Die Massnahmen, die meines Erachtens sinnvoll sind, sind ein gezieltes physiotherapeutisch angeleitetes Kraft- und Gleichgewichtstraining und die Überprüfung der aktuellen Medikamente, sowie eventuell eine augenärztliche Kontrolle.
Ich empfehle Ihnen, die Beschwerden Ihrer Mutter mit den behandelnden Ärzten oder mit dem Hausarzt zu besprechen.

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