31.12.2013 - Stadtspital Triemli

Metabolisches Syndrom

 

Frage:
Ich bin 64 J. jung, weiblich, übergewichtig (1.64 m gross, 92.6 kg schwer) und habe seit kurzer Zeit leicht erhöhten Blutdruck (91/147) und einen Nüchternzuckerwert am Morgen von 6.3 - 6.5. Was kann ich tun, um diese Werte zu verbessern? Ab welchem Wert ist der Grenzwert überschritten und muss medikamentös eingegriffen werden? Ich nehme jeden Tag 1/4 - 1/4 oder 1/2 - - Nebivololum weil ich vor 5 - 2 Jahren 4 x Vorhofflimmern hatte (seit Pensionierung nicht mehr). Zudem 1 Hub Axitode 250 gegen leichten chron. Bronchitis (Nichtraucherein!). Im Moment nehme ich noch 1 Omed Protonenpumpenblocker zur Beobachtung betr. nächtlichem Reflux (Hiathushernie). Tragen diese Medikamente zum erhöhten Zuckerspiegel bei? 1 x pro Woche mache ich Wassergymnastik in 32°C warmem Wasser und 1 x MTT (Krafttraining) im Spital. Ich beginne jetzt zusätzlich mit Gymnastik ab DVD. Sonst sitze ich viel.

Antwort von Dr. med. Stefan Christen:

Sie beschreiben eine Situation, welche genauer untersucht werden muss. Insgesamt sind die Werte nicht alarmierend, bedürfen aber einer genaueren Kontrolle bei Ihrem Hausarzt.
Nun zum Detail:
Der Blutdruck ist leichtgradig erhöht. Allerdings ist entscheidend, dass diese Werte entweder durch Sie selbst gemessen sind und regelmässig in diesem Bereich sind, oder dass die leichte erhöhten Werte mittels eines 24-Stunden-Blutdruckprofils bestätigt werden.
Die Blutzuckerwerte sind auch leicht erhöht, man spricht aber in diesen Bereichen nicht von einem Diabetes mellitus, sondern von einer gestörten Nüchternglukose.
Zusammen mit dem von Ihnen angegebenen Übergewicht kann die Diagnose eines metabolischen Syndroms gestellt werden. Patienten mit der Diagnose eines Metabolischen Syndroms haben ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Hirnschlag.
In Ihrem Fall müssen die Befunde bestätigt und noch ergänzt werden. Zum Beispiel sollte bei Ihnen auch die Blutfette bestimmt werden.
Erst danach kann aus einem berechneten Gesamtrisiko nach einer Tabelle bestimmt werden, ob eine medikamentöse Behandlung, sei es des Blutdruckes oder allenfalls des Cholesterins, sinnvoll ist. Dies alles kann Ihr Hausarzt bestimmen.
In jedem Fall sind sogenannte Lebensstil-Massnahmen empfohlen wie salzarme Ernährung mit viel Gemüse und Früchten, Gewichtskontrolle/-Reduktion, regelmässiges Ausdauertraining (3x30min/Woche, schnelles Gehen, Aquafit etc. sind sehr gut!), Alkoholreduktion. Nichtraucherin sind Sie ja schon.
Der Einfluss Ihrer Medikamente auf den Blutzuckerspiegel ist vernachlässigbar.

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