31.12.2013 - Stadtspital Triemli

Muskelschmerzen altersbedingt?

 

Frage:
Alter 76 Jahre, weiblich. Seit anfangs Jahr mag ich im Altersturnen nicht mehr mitmachen, fühle mich kraftloser und zudem bekomme ich Muskelkater!! Nun war ich gestern im Hallenbad, freute mich und schwamm ca. 15-20 Minuten. In der Nacht bekam ich dermaßen Schmerzen, dass ich aufstand und duschte warm und kalt, auch war ich sehr nervös. Am Morgen hatte ich alle Mühe mich in Bewegung zu bringen. Medizinisch wurde ich kürzlich untersucht, alles in Ordnung: Blut Vitamine ect. Meine Gelenke sind gut beweglich, Wirbelsäule weist zum Teil Bandscheiben Abnützungen auf, habe momentan stechende Schmerzen unter dem linken Schulterblatt, auch sticht es mich in den Handgelenken. Was verursachte wohl diese Schmerzen nach dem Baden?? Sind das die Muskeln, oder die Nerven? Soll ich das eher bleiben lassen, oder weiter trainieren? Am wenigsten Schmerzen habe ich, wenn ich nichts tue.

Antwort von Daniel Grob Dr. med. M.H.A.:
Sie beschreiben seit einem halben Jahr eine allgemeine Schwäche/Kraftlosigkeit verbunden mit Muskelschmerzen.
Medizinisch sei alles in Ordnung. Die Frage ist nun was zu tun sei.
Die beschriebenen seit ein paar Monate bestehenden Symptome sind kaum einfach "altersbedingt". Müdigkeit, Kraftlosigkeit und Muskelschmerzen könnten Ausdruck verschiedener Erkrankungen sein - z.B. einer typisch erst im Alter, häufiger bei Frauen auftretenden Polymyalgia rheumatica. Ein erster Hinweis im Labor wäre eine erhöhte Blutkörperchensenkungs-Geschwindigkeit. Diese Erkrankung verläuft oft recht untypisch. Manchmal muss man einen Therapieversuch machen mit Cortison: Wenn dann die Beschwerden innert Tagen (fast schlagartig) verschwinden, ist dies ein entscheidender Hinweis für diese Diagnose.
Was wohl nicht empfehlenswert ist, wäre die Symptome einfach zu ignorieren resp. versuchen, durch vermehrtes Training wieder wegzubringen. Das wäre wohl eine Qual, die nichts bringt.
Ich würde Ihnen empfehlen, nochmal beim Hausarzt vorbeizugehen. Das "alles ist in Ordnung, Blut, Vitamine etc". ist so wohl nicht ganz korrekt. Als Arzt findet man nur das, was man sucht. Und wenn man auf Anhieb nichts gefunden hat und Beschwerden bleiben, muss man halt nochmal suchen.
Ich würde Ihnen Mut machen, diese Symptome nicht zu ignorieren und ruhig nochmal beim Arzt vorbeizugehen und die Beschwerden so schildern, wie sie sie erleben. Erst wenn man eine Diagnose hat, kann man Empfehlungen geben betr. Behandlung und Verhalten.
Ob es sich um eine Polymyalgia rheumatica handelt, ist natürlich überhaupt nicht sicher - die Beschwerden würden aber dazu passen.

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