31.12.2013 - Stadtspital Triemli

Rhyzarthrose beider Daumensattelgelenke

 

Frage:
Wie gehe ich am besten mit einer Rhyzarthrose beider Daumensattelgelenke um? Bin 76 Jahrfe alt, verwittwet, lebe selbständig in einer Blockwohnung und fahre noch gerne und gut Auto. Zum Erhalt der Selbständigkeit sind aber meine Hände, bzw. ihre Kraft lebenswichtig! Im Moment arbeite ich mit Traumalixgel. Was kann ich sonst noch für eine gewisse Stabilität tun? Ganz herzlichen Dank von einer lebensfrohen Oma für Ihre Tips!

Antwort von Dr. med. M.H.A. Daniel Grob:
Ihr Problem der Rhizarthrose (Arthrose des Daumensattelgelenkes) ist bei älteren Damen ausgesprochen häufig, wobei längst nicht alle Betroffenen auch Schmerzen haben, obwohl die Röntgenbilder manchmal sehr eindrücklich sind. Grundsätzlich sollte die Rhizarthrose so lange wie möglich konservativ, d.h. ohne Operation, behandelt werden. Dazu eignen sich sog. NSAR (nicht-steroidale Antirheumatica, die Ihnen Ihr Hausarzt verschreiben kann), vorzugsweise in Tablettenform (nur, wenn Ihre Niere und das Herz noch gesund sind), und v.a. eine Ergotherapie (Handtherapie), die Ihnen passende Schienen (häufig aus Neoprene) anpasst und Gelenkschutzmassnahmen zeigt, d.h. Sie instruiert, was für Bewegungen Sie meiden sollten. Vorübergehend kann auch eine Cortisonspritze ins Gelenk Linderung bringen, die Wirkung ist aber nicht von Dauer. Es gibt verschiedene Operationsverfahren für die Rhizarthrose, je nach Alter und Anspruch des Patienten. Nicht bewährt hat sich, dies trotz immer wieder anderslautenden Meldungen v.a. aus Frankreich, die Prothese für dieses Gelenk. Die Teile der Prothese lockern sich innert 2-5 Jahren fast alle und müssen dann wieder entfernt werden. Auch das Einlegen von sog. Spacern (Platzhaltern) aus verschiedenen Materialien hat sich nicht bewährt, es kommt zu entzündlichen Reaktionen. Die Versteifung des Gelenkes, die Methode der Wahl bei jüngeren Handwerkern, führt fast immer zur Arthrose im benachbahrten Gelenk und löst das Problem auch nicht dauerhaft. Bleibt schliesslich noch die meist angewandte Methode mit Entfernung des Trapezknochens, mit oder ohne Einlage von Sehnenmaterial in die Knochenlücke. Diese Operation macht den Patienten erfahrungsgemäss über Wochen bis Monate nach der Operation noch Schmerzen. Hauptproblem ist aber der drastische Kraftverlust an der Hand, der auch mit intensivem Training nicht zu kompensieren ist. In Ihrem Fall würde ich den Hausarzt bitten, dass er Sie in eine ambulante Ergotherapie anmeldet. Sie werden sicher profitieren. Dr. med. Catherine Hess, Leitende Ärztin Handchirurgie am Stadtspital Waid

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