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31.12.2013 - Stadtspital Triemli

Starker Schwindel

 

Frage:
Meine Freundin (68, leicht übergewichtig, nimmt Medikamente gegen hohen Blutdruck und Cholesterinsenker, macht viele Spaziergänge und Radtouren, keine sonstigen Beschwerden) leidet seit Jahren sehr oft unter starkem Schwindel, so dass sie sich hinlegen muss. Es ist keine Migräne. Ihr Arzt (Allgemeinpraktiker in Gemeinschaftspraxis) hat sie einmal zur Untersuchung an einen Spezialisten geschickt (Schichtröntgen?), wo kein Befund resultierte. Seither erklärt ihr Arzt, es handle sich um Beschwerden durch das vegetative Nervensystem, und dagegen könne man nichts tun. Da die Schwindelanfälle die Lebensqualität sehr beschweren, hoffe ich auf irgend einen Hinweis, wo sie Hilfe finden könnte. Besten Dank

Antwort von Dr. med. Claudine Geser:
Herzlichen Dank für Ihre Anfrage zum Thema Schwindel. Schwindel ist eine der häufigsten Beschwerden über die beim Arzt geklagt wird und nimmt im Alter zu. Es ist für die Patienten schwierig, den Schwindel genau zu beschreiben, daher ist es wichtig eine genaue Krankengeschichte zu erheben. Handelt es sich um einen Dreh- oder einen Schwankschwindel, tritt er anfallsartig auf oder kontinuierlich. Ist er von der Position (liegen oder stehen) abhängig, gibt es Auslöser für den Schwindel (Körperlagen, Bewegungen, Situationen), welche Medikamente werden eingenommen. Schwindel ist ein Symptom, hinter dem sich Erkrankungen der Ohren, der Augen, Nervenschädigungen, Herzrhythmusstörungen, Durchblutungsstörungen im Gehirn, Blutdruckregulations-Störungen und andere Krankheiten verstecken können. Es ist eine lange Liste und der Schwindel kann auch multifaktoriell sein, das heisst mehrere Ursachen gleichzeitig haben. Am häufigsten, in 40% der Fälle handelt es sich um Störungen des vestibulären Apparates (Innenohr), bei 10 % der Patienten handelt es sich um zentrale Durchblutungsstörungen des Hirnstammes, bei 15% handelt es sich um psychische Probleme, bei 25% um Präsynkopen oder Gleichgewichtsprobleme und in 10% der Fälle bleibt die Ursache auch nach Abklärung unklar. Im Alter treten die zentralen Durchblutunsstörungen häufiger auf, daher wurde wahrscheinlich bei Ihrer Freundin eine Röntgenuntersuchung durchgeführt. Ich empfehle Ihrer Freundin ihre Beschwerden nochmal mit dem Hausarzt zu besprechen und ihm möglichst detaillierte Angaben zu machen, unter welchen Umständen der Schwindel auftritt und ob es Umstände gibt welche den Schwindel verstärken. Es könnte vielleicht helfen, diesbezüglich ein Tagebuch zu führen. Es ist sehr gut, dass Ihre Freundin trotz der Beschwerden Spaziergänge und Radtouren macht, denn dadurch trainiert sie ihre Muskulatur und ihr Gleichgewicht.

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