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23.04.2017 - Bernadette Reichlin

Frühling – Zeit der guten Vorsätze

Der Garten im April. Dieses Jahr soll im Garten alles wachsen und gedeihen, üppig blühen und fruchten. Gute Vorsätze. Wenn nur das Wetter, die Schnecken und die fehlende Zeit nicht wären.

Die Frühlingsgefühle sind bei den Gartenbegeisterten längst schon wach. Geweckt durch die deutlich länger werdenden Tagen und das Zwitschern der Vögel am Morgen. Zwar ist der Boden trotz der wärmeren Sonnenstrahlen durch die Frostnächte der letzten Tage noch kalt und feucht, aber dem Lockern und Herrichten der Beete steht bei schönem Wetter nichts entgegen – selbst wenn eine alten Regel besagt, man solle mit der Gartenarbeit erst dann beginnen, wenn die Erde nicht mehr an den Schuhen kleben bleibe.

Cosmeen sind ideale Sommerblumen: Sie blühen bis tief in den Herbst hinein – und im Winter sind sie eine beliebte Futterquelle für Distelfinken. (B.Reichlin)

Jetzt die beste Gelegenheit, vom idealen Garten zu träumen. Der sieht bei jedem etwas anders aus. Die einen wünschen sich einen sattgrünen Rasen, üppig blühende Sträucher und Stauden und mittendrin eine Hängematte. Andere träumen von Blumenbeeten in harmonischer Farbenpracht. Ein rosa Beet zum Beispiel, dem etwas Rittersporn im Hintergrund und einige Lavendelsträucher  Spannung verleihen.

Oder eine Sinfonie in weiss: Ein weisser Pfeifenstrauch als Kulisse, vielleicht eine Clematis an einem Rankgerüst und davor Cosmeen, weisse Glockenblumen, Schleierkraut und natürlich Rosen. Das altbekannte Schneewittchen etwa und dazu die Kletterrose "Francine Jordi", deren Knospen zartgrün erscheinen, um dann crèmeweiss aufzublühen.

"Störsender" und Gewitterstürme

Gartenträume. Die guten Vorsätze wären zwar da, aber dann funkt immer wieder etwas dazwischen. Ob das nun die simplen Ringelblumen sind, die sich selber im ganzen Garten aussäen und plötzlich im reinweissen Traum aufzublühen beginnen, so sonnig und schön, dass man sie einfach nicht ausreissen mag.

Oder die geschenkte Duftrose, die einen Platz bekommen muss, auch wenn sie die ganze Farbharmonie zum Kippen bringt. Dafür duftet sie an warmen Sommerabenden so betäubend, dass man ihr das unpassende Farbkleid gerne verzeiht. Oder der geliebte Rittersporn. Zwar gibts den auch in weiss, aber die in allen Blauschattierungen blühenden Rispen sind doch ungleich viel schöner. Was übrigens auch die Schnecken zu schätzen wissen.

Vom Feld in den Garten: die Flockenblume.

Der Rittersporn führt zu einem anderen guten Vorsatz: Dieses Jahr werden alle Sommerblüher rechtzeitig aufgebunden. Rechtzeitig heisst, nicht erst, wenn der erste Gewittersturm über sie hinweggefegt ist. Meist ist der Wind dann zwar trotzdem wieder schneller – aber dieses Jahr klappt es ganz bestimmt.

Gartenarbeit – termingenau und gründlich

Aber noch ist ja Frühling und vieles erst in Planung – und deshalb quasi noch im Idealzustand. Geniesser etwa wünschen sich einen Naschgarten, wo möglichst viele Pflanzen etwas für die Küche oder die Gesundheit liefern. Und dieses Jahr werden die Küchenkräuter geerntet, bevor sie zu blühen beginnen! Ganz sicher! Auch die Preiselbeeren im Halbschatten hinter dem Haus werden nicht vergessen, sondern regelmässig gepflückt. Wenn sie nur nicht so niedrig wären!

Der Sanddornstrauch, der wegen seiner vitaminreichen Früchte gepflanzt wurde, wäre zwar höher, aber die dornigen Zweige machen das Pflücken so mühsam, dass es lieber den Vögeln überlassen wird. Mit den Feigen, die hoffentlich wiederum überreich anfallen, könnte man das von einer Freundin schon vor Jahren überlassene Rezept für Feigenchutney ausprobieren. Aber dann kommt es doch wieder wie gehabt: Die Früchte werden körbeweise verschenkt. Denn wer steht schon gerne in der Küche, wenn es draussen Sommer ist.

Geniessen ist ein guter Vorsatz

Natürlich gibt es auch Vorsätze, die leicht eingehalten werden können. Zum Beispiel notieren, wo im nächsten Jahr noch einige Frühblüher stehen könnten. Jetzt sind die öden Stellen im Garten noch deutlich zu sehen. Im Sommer dann, wenn die Zwiebeln und Knollen in die Erde müssen, ist alles grün und überwachsen. Also: Eine Einkaufsliste machen und sich die Plätzchen für die Pflanzen merken.

Ein anderer guter Vorsatz ist, den Rückschnitt bei den frühblühenden Sträuchern nicht zu vergessen. Das ist ganz einfach. Wer jetzt ganze Arme voller Blütenzweige ins Haus holt oder verschenkt, der hat diese Arbeit schon fast erledigt. Und kann sich erst noch am Frühling erfreuen, auch wenn das Wetterl garstig ist.

Gute Vorsätze sind zwar lobenswert, aber bei all der Planung soll doch nicht vergessen werden, dass Gärtnern ein Freizeitvergnügen ist. Anders als die professionellen Gärtner muss im Freizeitgarten kein hoher Cash Flow erwirtschaftet werden. Und Glanzpunkte wird es im Garten trotz Regenperioden, Schneckenplagen und etwas nachlässigen Gärtnerinnen und Gärtnern trotzdem geben: die erste Rosenblüte, die sich im Wind wiegenden Cosmeen, die duftenden Beeren und vielleicht der knackige Salat.

Und wo bleiben all die guten Vorsätze? Einige werden sicher eingelöst. Und die andern? – Es kommen ja noch viele Sommer.

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