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14.01.2017 - Redaktion Seniorweb

Keine Mehrheit für neue Spitalsteuer

gfszürich befragte rund 1000 Personen im Kanton Zürich zu ihrer Einstellung gegenüber privat- und halbprivaten Versicherungen, Privatkliniken sowie zur geplanten Spitalsteuer.

Zuerst ging die Studie der Frage nach, ob die Zürcherinnen und Zürcher sich durch die bestehenden Zusatzversicherungsmodelle an einer Zweiklassenmedizin stören: Rund zwei Drittel der Befragten (65%) gehen davon aus, dass privat und halbprivat Versicherte in Spitälern besser behandelt werden als allgemein Versicherte. Diese Besserbehandlung sehen die Befragten vorwiegend im Hotellerie-Bereich (36%) und meinen damit die Einzel- bzw. Doppelzimmerbelegung oder besseres Essen sowie in der freien Arztwahl (35%). Weiter gehen die Befragten davon aus, dass privat- und halbprivat Versicherte mehr Zeit und Aufmerksamkeit des Klinikpersonals geschenkt erhalten (20%). Nur knapp ein Fünftel (17%) der Befragten erwähnt die kürzeren Wartezeiten, von denen die Zusatzversicherten bei geplanten Eingriffen profitieren können.

Rund ein Fünftel (22%) stört sich explizit an dieser Besserbehandlung. Ihrer Ansicht nach sollten alle Menschen unabhängig von ihrem Einkommen gleich behandelt werden. 59 Prozent der Befragten sind hingegen der Meinung, dass es sich bei dieser Besserbehandlung um für die Genesung unwesentliche Faktoren handelt, und dass die privat- und halbprivat Versicherten diese Leistungen aufgrund ihrer höheren Prämienzahlungen auch zugute hätten.

Hohe Sympathie für Privatkliniken

Die Privatkliniken erfreuen sich hoher Sympathie. Dies zeigt sich am Beispiel der beiden grossen privaten Listenspitäler Klinik Hirslanden und Schulthess Klinik, welche von rund der Hälfte der Befragten mit einem Sympathie-Wert von 4 oder 5 auf einer 5er-Skala bewertet wurden. 60 Prozent der Befragten sind zudem der Meinung, Privatkliniken seien eine Ergänzung zu den öffentlichen Spitälern und nützlich für das Zürcher Gesundheitssystem. Auffallend ist, dass mit 46 Prozent fast die Hälfte der Befragten nicht weiss, dass sich auch allgemein versicherte Personen in einer Privatklinik behandeln lassen können, sofern diese ein Listenspital ist. Das kann zumindest zu einem Teil eine Erklärung dafür sein, dass 28 Prozent der Befragten der Meinung sind, Privatkliniken seien nur für reiche Leute da. Es bleibt ein gewisser kritischer Bevölkerungsanteil, der sich mit 12 Prozent dahingehend äussert, dass Privatkliniken dem Gesundheitssystem schaden.

Einstellung zur geplanten Spitalsteuer

Die rund 1000 im Kanton Zürich stimmberechtigte Personen wurden auch zur neuen Steuer auf Zusatzversichertenerträge der Listenspitäler befragt, die die Zürcher Gesundheitsdirektion plant. Die Steuer ist im Sanierungspaket der Kantonsregierung enthalten und wird demnächst im Kantonsrat behandelt. In der breiten Bevölkerung fand noch keine Meinungsbildung statt. Zum heutigen Zeitpunkt findet die Steuer zu 28 Prozent Zustimmung, 48 Prozent der Befragten lehnen sie ab. Ein Viertel der Befragten ist noch unentschlossen.

Eine hohe Ablehnung findet die Vorlage erwartungsgemäss bei älteren Generationen, den privat Versicherten und bürgerlichen Wählern. Erstaunlich ist, dass sogar bei den Jungen, den allgemein Versicherten und den Linkswählern die Ablehnung – wenn auch nur knapp – höher ist als die Zustimmung.

Was sind die Gründe für den Widerstand?

Die Gründe für die Ablehnung liegen insbesondere in der Sorge um weitere Prämienerhöhungen aufgrund der neuen Steuer. Weiter lehnen die Befragten das Vorgehen der Regierung ab, eine Steuer als Sparmassnahme zu präsentieren.

Was sind die Argumente für die neue Steuer?

Die Befürworter der Vorlage gehen von hohen Gewinnen bei den Privatkliniken aus und empfinden deshalb eine zusätzliche Steuer als akzeptabel. Ausserdem befürworten sie, dass die öffentlichen Spitäler mit Hilfe der Spitalsteuer gegenüber den Privatkliniken gestärkt werden sollten.

gfs-zürich führte die repräsentative Telefonbefragung im Auftrag des Schweizerischen Versicherungsverbandes SVV vom 19. September 2016 bis am 11. Oktober 2016 mit rund 1000 im Kanton Zürich stimmberechtigten Personen durch.

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