FrontKulturRespekt für eine fremde Kultur

Respekt für eine fremde Kultur

Regionalgruppe Rüeblistamm: Bericht über den Besuch des Hindu-Tempels in Trimbach von Peter Strub 

Es gibt in der Schweiz 21 Hindu-Tempel, meist in Lagerräumen oder Hallen eingemietet. Am 17.3.2013 konnten die Schweizer Hindus das erste eigene Tempelbauwerk in Trimbach einweihen. Diesen sakralen Bau durften am 20.10.2016 zwanzig Teilnehmer des Rüeblistamms besuchen.

Ohne Schuhe, wie es sich für einen Tempelbesuch gehört, wurden wir von Frau Nivaashiny Selvaraja, einer jungen tamilischen Frau in Schweizerdeutsch willkommen geheissen. (Sie ist hier in der Schweiz geboren und aufgewachsen.)

Mit dem Eintritt in das heilige Haus fanden wir uns in einer neuen, faszinierenden Welt wieder. Im hinteren Teil, in einem dominanten eigenen Tempel, trohnt Shiva als Vater und Herr und Bestimmer der Hindus. Er ist Inkarnator des Höchsten. Der Haupttempel in der Mitte ist Parvati gewidmet, der Frau von Shiva. Sie ist die Hauptgöttin im Tempel. Sie hat auch andere Namen, wie z.B. Durga (dann ist sie nicht mit Shiva verheiratet) oder Kati (schwarz, auch Mutter der Erde).

Rund herum an der Seite des Tempels sind – angeführt von Ganescha, einem Sohn Shivas und Devis -, weitere kleine Tempel angeordnet. Alle Heiligtümer wurden von tamilischen Künstlern in Stein gehauen und kunstvoll bemalt.

In drei Rundgängen, nach festen Regeln, immer im Uhrzeigersinn erklärte uns Frau Selvarajah Hintergründe und Bedeutung der einzelnen Heiligen. Jeder hat seine eigene Herkunft und besondere Rolle im Hinduismus, wobei innerhalb dieses Glaubens diverse Traditionen, verschiedene Gottesbilder und Philosophien eine Rolle spielen. Bei diesen Rundgängen durften wir auch die Segnungen eines Mönchs empfangen.

Die ca. 1 Milliarde Angehörigen (15 % der Weltbevölkerung) glauben an die Reinkarnation (ewige Wiederkehr) von Welten und Wesen, Werden und Sterben und neu Erschaffen, wobei gute und schlechte Taten im Vorleben die nächste Existenz beeinflussen. Es ist schwierig, wenn nicht unmöglich, in 2 Stunden in diese komplexe Welt einzutauchen. Aber wichtiger als der Durchblick scheint mir der Respekt für eine fremde Kultur.

Organisation und Fotos: Köbi Zimmermann

Bericht: Peter und Beatrice Strub-Grumbach

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