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Mexikanischer Weihnachtsgruss

Der Garten im Dezember. Wer sich nach Wärme, Licht und Farbe sehnt, kann liebe Freunde einladen, einen Spaziergang durch beleuchtete Strassen machen – oder in ein Gartencenter gehen.

Bei letzterem herrscht momentan die Farbe Rot vor. Weihnachtssterne gehören bei uns zur Adventszeit wie Guetzliduft und Päcklistress. Ein Gastgeschenk bei einer Einladung? Ein Dankeschön für die allzeit hilfsbereite Nachbarin? Ein Farbtupfer im eigenen Wohnzimmer, jetzt, wo es schon nach vier Uhr einnachtet? Ein Weihnachtsstern!

Neue Züchtungen

Waren die roten Adventsbegleiter früher noch recht launische Gesellen, die bei jedem Luftzug, bei Wassermangel oder -überfluss schnell die Blätter fallen liessen, sind die heutigen Züchtungen robust und langlebig. Zu langlebig manchmal, denn spätestens im Februar sehnt man sich nach frischem Grün und hat sich an dem Mexikaner sattgesehen.

Es gibt so viele Weihnachtsstern-Züchtungen, dass die Wahl schwer fällt: Weiss oder crème, geflammt oder doch einafch feurig rot? (B.Reichlin, fotografiert im Gartencenter Meier)

Mexikaner? Der Weihnachtsstern, seltener Poinsettie genannt, stammt ursprünglich vom mexikanischen Hochland, wobei ich auch in Ägypten, in Assuan, schon Weihnachtssterne gesehen haben, übermannsgross mit üppigen roten Hochblättern (Brakteeen). Was die Pflanze auszeichnet, ist ihr Blühbeginn, der in die lichtarme Winterzeit fällt. Die Blüten übrigens sind klein und doch ein wichtiger Indikator: Sie sollten beim Kauf noch am Aufblühen sein, sonst ist es mit der auffälligen Farbenpracht der Brakteen schneller vorbei.

Ein Platz an der Wärme

Weihnachtssterne mögen es warm, fühlen sich also in geheizten Räumen wohl, was sich ja nicht von allen Winterblühern sagen lässt. Die Christrose zum Beispiel mag es eher kühl und auch die zauberhaften – vorgezogenen – Weihnachtsnarzissen und die stolzen Amaryllis wachsen gedrungener, wenn sie in nicht allzusehr geheizten Räumen stehen. Dem Weihnachststern aber gefällt es an der Wärme. Was allerdings auch bedeutet, dass er bei Minusgraden im Freien nur sorgsam verpackt transportiert werden sollte.

Verschiedene Farben und verschiedene Formen.

 

 

 

 

 

 

Das Gartencenter Meier im zürcherischen Dürnten zieht seine Weihnachtssterne alle selber – eine langwierige, energieintensive Arbeit, die bereits im Herbst beginnt. Dann werden Stecklinge in kleine Töpfe gesteckt und so kultuviert, dass selbst kleine Triebe bald rote Hochblätter ausbilden. Dafür braucht es ein Lichtregime, das den Pflanzen kurze Tage und lange Nächte vorgaukelt.

 

 

Neuzüchtungen aus eigener Anzucht

Im Meer von Weihnachtsternen in den Verkaufsräumen des Gartencenters fallen jedes Jahr wieder Neuzüchtungen auf. Heute gibt es nicht nur weisse, crèmefarbene und von hell- bis sattrot leuchtende Sorten, viele haben auch geflammte Hochblätter oder solche, die wie «zusammengekrungelt» aussehen – und von weitem etwas an Geranien erinnern. Es gibt kleine Exemplare, die zum Beispiel als Dekoration auf einen Adventstisch passen, aber auch hohe «Bäumchen», die wohl mehrere Jahre alt sind.

Was direkt zur Frage führt, ob ein Weihnachtsstern im Frühling weiter kultiviert werden kann. Für Laien ist das schwierig. Denn wenn die Triebe um zwei Drittel zurückgeschnitten sind und die restlichen Blätter abfallen, dann sieht die Pflanze recht kümmerlich aus.

Die grossen Weihnachtsstern-Exemplare sind aus mehrjährigen Pflanzen geformt. Was allerdings eher den Fachleuten überlassen werden soll.

Theoretisch könnte man sie übersommern – sie treibt schnell wieder aus – aber ab September braucht sie dann das Kurztagsfeeling. Also ab unter eine dicht schliessende Kartonschachtel, vom Nachmittag bis zum Morgen. Vielleicht entwickeln sich dann wieder rote Hochblätter mit Blüten im Zentrum. Vielleicht aber führt die Rosskur nur dazu, das die ganze Pflanze serbelt. Also lieber einen Ausflug ins nächste Gartencenter planen und sich dort an der Wärme mit Farben und Düften in Weihnachtsstimmung bringen.

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