FrontGesundheitNahrungsergänzungsmittel im Alter – zu viel des Guten?

Nahrungsergänzungsmittel im Alter – zu viel des Guten?

Der Energiebedarf von älteren Menschen ist geringer als jener von jüngeren Menschen. Jedoch bleibt der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen über das gesamte Leben annährend gleich. Viele ältere Menschen nehmen daher Nahrungsergänzungsmittel ein. Aber sind diese Nahrungsergänzungsmittel für ältere Menschen nötig? 

Mit dem Alter verändert sich der menschliche Körper: Sein Energieverbrauch in Ruhe – der sogenannte „Grundumsatz“ – sinkt und gleichzeitig sind viele Menschen auch weniger körperlich aktiv. Kommt hinzu, dass mit dem Alter auch das Geschmacks– und Geruchsempfinden abnehmen, was das Bedürfnis zu essen und den Genuss beim Essen einschränken. Somit sollten ältere Menschen vermehrt nährstoffreiche Lebensmittel essen, um weiterhin ihren Nährstoffbedarf zu decken

Was sind Nahrungsergänzungsmittel? 

Nahrungsergänzungsmittel, oft auch Supplemente genannt, sind freiverkäufliche Produkte, die eine ergänzende Aufnahme von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen zusätzlich zum Lebensmittelverzehr ermöglichen. Mit der Einnahme eines oder mehrerer Nahrungsergänzungsmittel soll ganz gezielt einem möglichen Mangel an einzelnen Nährstoffen entgegengewirkt werden.

Kritische Nährstoffe im Alter 

Ein hohes Lebensalter muss nicht unbedingt zu einem Vitaminmangel führen: So zeigte beispielsweise die deutsche Giessener Senioren-Langzeitstudie,kurz «GISELA», mit 360 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass auch ältere Menschen trotz einer verringerten Energieaufnahme ausreichend mit den notwendigen Nährstoffen versorgt sein können.

Leider fehlen bislang gute Daten zur Nährstoffaufnahme von Seniorinnen und Senioren in der Schweiz. Jedoch zeigen ältere Schweizer Daten, dass bei uns Vitamin D, Vitamin B12, Folat und Jod als kritische Nährstoffe in dieser Altersgruppe sind. Bei Vitamin B12 können mit dem Alter Probleme bei der Aufnahme dieses Vitamins im Darm auftreten; Folat ist häufig in allen Altersgruppen kritisch, da es vor allem in grünen Blattgemüsen, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten vorkommt. Jod wird vor allem durch Fisch und jodiertes Speisesalz aufgenommen; allerdings gibt es in den letzten Jahren eine Tendenz, dass in der Lebensmittelindustrie vermehrt wieder nichtjodiertes Salz eingesetzt wird, was zu einer Verschlechterung der Jodversorgung in der Schweiz führt. Eine gezielte Supplementierung von Nährstoffen ist aber lediglich dann notwendig, wenn ein Mangel vom Arzt festgestellt wird. Dann sollte gezielt die Gabe der fehlenden Stoffe veranlasst werden. Sinnvoll ist hier auch eine Beratung durch eine Ernährungsberaterin oder einen Ernährungsberater , die hilft, gezielt solche Lebensmittel in den Speiseplan einzubauen, die reich an Vitaminen und Mineralstoffen sind und vom Patienten auch gern gegessen werden.

Relevanz 

Auch wenn mit dem Alter der Appetit bei manchen zurückgeht und Seniorinnen  und Senioren weniger Energie benötigen, weil sie sich vielleicht weniger bewegen, bedeutet das nicht, dass sie fehlende Nährstoffe mit Nahrungsergänzungsmitteln ausgleichen müssen. Eine geschickte Auswahl der Lebensmittel oder auch bestimmte Zubereitungsmöglichkeiten können schon viele Probleme lösen – Ernährungsberater*innen können hier die ältere Bevölkerung unterstützen.

Stellt sich heraus, dass ein Mangel vorliegt, sollten Supplemente nur in Absprache mit Ärztinnen und Ärzten oder mit Ernährungsberaterinnen und Ernährungsberatern eingenommen werden, denn manchmal können die Supplemente mit Medikamenten interagieren und deren Wirkung beeinträchtigen.

Ein Grossteil der Schweizer Bevölkerung ist mit Vitamin D unterversorgt. Eine ausreichende Vitamin-D-Konzentration im Blut kann das Risiko für Stürze und Frakturen bei älteren Männern und Frauen senken. Für ältere Personen ist die Gefahr einer Unterversorgung grösser als für jüngere, da zum einen die Vitamin-D-Syntheseleistung der Haut mit dem Alter sinkt und zum anderen Länge als auch Häufigkeit von Aufenthalten im Freien im Alter ebenfalls abnehmen. Dies gilt besonders für mobilitätseingeschränkte, chronisch kranke und pflegebedürftige ältere Menschen. Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt aus diesem Grund Älteren, die nicht mehr viel in die Sonne gehen, 20 μg Vitamin D pro Tag (= 800 Internationale Einheiten pro Tag) das ganze Jahr über als Supplement einzunehmen. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen rät dazu, den Arzt beim nächsten Besuch auf die Thematik anzusprechen und gemeinsam Möglichkeiten zu diskutieren.

1 Kommentar

  1. ja und nein. Danke für den Artikel.
    Es spielen noch weitere Faktoren eine massgebende Rolle.
    Aminosäuren, Sport, Psyche und andere Funktionen sind genauso unverzichtbar. Tanzen, Musik und ja…die Ernährung ist ein ganz, ganz wertvoller und unverzichtbarer Punkt. Die heutigen sind nicht mehr so gereift, dass sie den Vitamin C , E, B etc. gehalt wiederspiegeln, wie es früher der Fall war….ausser man hat einen eigenen Garten.
    Mit Zucker, Salz und E-xxx wird getrickst. Gesunde Nahrung heisst also auch Gemüse, Früchte, Fleisch von einwandfreier Herkunft.
    -> Viele Kollegen, Freunde um 60..haben z.B. keine Galle mehr, Verdauungssäfte helfen ..eben die notwendigen Spaltung der Nahrung..und es ist einfach so, im Alter ist der Darm mit Scharm..nicht mehr so produktiv.
    Also ich nehme Ergänzungsmittel und konnte eine sogenannte aufhalten und dank Nahrungsergänzungsmittel..wieder zu alten Beweglichkeit zurück.

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