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Geschenke für den Garten

Gartenbegeisterte sind pflegeleicht. Sie brauchen keine langen Reisen, haben keine teuren Freizeitbeschäftigungen – und sind an Weihnachten absolut leicht zu beschenken: Ein Paar Gartenhandschuhe, eine neue Gartenschere, Blumenzwiebeln oder ein Gartenbuch, und schon sind sie glücklich.

Natürlich, eine schöne Reise wäre ja manchmal schon verlockend. Aber immer kommt etwas dazwischen. Die Sträucher müssen geschnitten, die Beeren gepflückt oder Laub gerecht werden. Da liegen aufwändige Freizeitaktivitäten gar nicht drin. Denn eigentlich ist es doch am schönsten, am Abend auf der Terrasse zu sitzen, zu geniessen – und schnell wieder aufzustehen, weil die Kübelpflanzen noch gegossen werden müssen. Und unter den Rosen sich die Winden schon wieder breitmachen wollen.

Schutz vor rauen Händen

Da kommen die Gartenhandschuhe unter dem Weihnachtsbaum doch gerade recht. In der richtigen Grösse müssten sie aber schon sein. Einige Hersteller sind offensichtlich der Meinung, alle im Garten Arbeitenden hätten auch spatenförmige Finger. Und Handschuhe, die Falten werfen, sind ebenso unbrauchbar wie zu enge und zu kurze.

Gartenhandschuhe gefallen nicht nur den Marienkäferchen.

Oder Gartenscheren: Nicht jede passt in jede Hand und manche wandern nach den ersten schmerzhaften Blasen ganz zuhinderst in den Gartenschrank. Auch Rosenscheren sind nicht für alles optimal. Sie halten zwar jeden abgeschnittenen Zweig fest, was beim Schneiden einer edlen Rose ja sinnvoll ist. Aber versuchen Sie mal mit so einem Gerät Sträucher zu schneiden. Und dann gibt es die Scheren, mit denen halbe Bäume durchtrennt werden können, die zarte Hände allein schon durch ihr Gewicht ermüden lassen. Aber ansonsten: Gartenscheren und Gartenhandschuhe sind immer gute Geschenke.

Es kann auch zuviel sein

Auch Blumenzwiebeln und Samentütchen sind sinnige Gaben. Wenn der Beschenkte beim Anblick einer Amarylliszwiebel etwas gequält das Gesicht verzieht, liegt das vielleicht nur daran, dass es bereits die fünfte ist, die er in dieser Adventszeit erhalten hat. Und das kleine Koreatännchen im Topf ist für eine Balkongärtnerin nur bedingt das richtige Geschenk – die Pflanze wird bis zu 15 Metern hoch.

Aber Gartenbücher? Die verursachen keine Druckstellen, müssen nicht gegossen werden und wachsen auch nicht viel zu schnell. Allerdings müssen auch sie sorgfältig ausgewählt werden. Dem Besitzer eines Winziggartens nützen die Anleitungen zum Baumschnitt wohl ebenso wenig wie der vielbeschäftigten Gärtnerin ein Buch über Bonsaizucht.

Schneeglöckchen bringen bereits an Weihnachten Frühlingsstimmung. 

Wenn jemand findet, diese Kolumne töne bisher doch ziemlich ironisch, dann stimmt das natürlich. Dabei ist es doch so einfach, Geschenke zu finden, die immer gut ankommen: Eine Schale mit vorgetriebenen Schneeglöckchen für die Wintergartenbesitzerin zum Beispiel, Barbarazweige, die gerade dann ihre Knospen öffnen, wenn man sich fragt, ob es denn ewig Winter bleiben wird, einen Armvoll dichter buschiger Tannenzweige, mit denen zuerst der Garten dekoriert, dann heikle Pflanzen abgedeckt werden und die im Frühling, mit bereits gelben Nadeln, dazu dienen, die ersten feingerechten Gartenbeeten vor neugierigen Katzenkrallen zu schützen.

Dann gibt es Geschenke, die es leider gar nicht gibt. Giesskannen zum Beispiel, die nicht bereits nach einer Saison Kalk oder Algen ansetzen. Ein wunderbares Zwiebelblumen-Sortiment, das erstens nach Weihnachten noch in den Garten gesetzt werden kann. Und zweitens mit Zwiebelchen und Zwiebeln, die sich ganz von selber in die vom Frost doch schon ziemlich harte Erde eingraben. Und im nächsten Frühling erst noch blühen.

Die Schnecken nicht vergessen!

Einen grossen Sack voller richtig leckeres Schneckenfutter, recht fein gemahlen, wäre ebenfalls ein prima Geschenk. Damit könnte man die winzig kleinen Schnecklein im Frühling von den ersten zarten Setzlingen weglocken, ohne sie morgens und abends mühsam absammeln zu müssen. Sie folgten einfach der „Futterstrasse“ bis in den Rasen. Denn dort richten sie keinen Schaden an. Sonst könnte man ja aufs Rasenmähen verzichten. Fazit: Wer einen Garten hat, der oder die ist ganz leicht zu beschenken.

Alle Bilder pixabay    

1 Kommentar

  1. Wieder ein sinnlicher und detailreicher Gedankenflug einer passionierten Gärtnerin. Oder ist es vielleicht nur ein imaginärer Garten, also gar kein echter oder vielleicht gar nicht der Ihre? Es ist einfach fast zu schön, um wahr zu sein. Ihre Erzählfreudigkeit erinnert mich an die «Mordsbücher» von Ingrid Noll, die Sie in Ihrer Kolumne vom 5. Dezember zum Thema machten. Nein, nein, ich glaube ja, dass es ihre ureigenen Erfahrungen im eigenen Garten sind und die Schenkerei an Weihnachten wird leider auch für mich immer mehr zum Problem. Ein Geschenk an die Leser*innen Ihrer Kolumnen wäre eine weitere Kolumne. Sinnliche Weihnacht allerorts.

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