Ich besitze seit meiner Geburt vor bald 70 Jahren zwei auf meinen Namen lautende Sparhefte meiner Hausbank. Sie lagern sicher bei mir zuhause im Tresor. Sollte mir etwas zustossen, hätten auch meine Frau und meine Töchter als Erben Zugriff darauf. Gemäss Reglement im Sparheft sind Nachführungen durch die Bank von Hand oder mit Buchungsmaschine zulässig und auch gültig. Letzthin wollte ich wieder wie ein Jahr zuvor den Zins und die getätigten Einlagen nachtragen lassen. Die Filiale weigerte sich, das wie bisher zu tun. Begründung: Sie hätten keine Buchungsmaschine mehr dafür. Dafür drängte man mich, die Sparhefte in Sparkonti umwandeln zu lassen. Das will ich nicht, weil ich dann kein Wertpapier mehr besitze und zudem die Bank jederzeit Gebühren für die Kontoführung verlangen kann. Ebenso kann sie es jederzeit in ein anderes gebührenpflichtiges Konto (Kontokorrent, Privatkonto usw.) umwandeln, wie das kürzliche Beispiel der CS zeigte. Meine Frage: Wieso drängt meine Bank so, das Sparheft in ein Sparkonto umzuwandeln und muss ich mir das wirklich gefallen lassen? Vielen Dank für den Rat des Expertenrats.

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    Das Sparheft gibt es seit Anfang des 19. Jahrhunderts. Es ist die älteste Form des heute bekannten Sparkontos. Im Zuge der Digitalisierung haben sich die meisten Banken entschieden, Sparhefte nicht mehr nachzuführen, da dieses traditionelle Sparinstrument den heutigen Anforderungen an Flexibilität und Sicherheit nicht genügt. Aufgrund der immer kleiner werdenden Anzahl an Sparheften ist es daher nachvollziehbar, dass die Banken die Geräte zum Nachführen der Hefte nicht mehr unterhalten.
    Bei Verlust oder Diebstahl eines Sparheftes muss die Inhaberin, der Inhaber zudem eine Kraftloserklärung erwirken, was mit grossen Umtrieben verbunden ist. Die Vollmacht über das Sparkonto hingegen ist einfach und schnell bei Ihrer Hausbank eingerichtet und stellt auch im Todesfall die Verfügungsberechtigung sicher. Eine Alternative dazu ist das Gemeinschaftskonto, bei dem die Verfügung über das Konto durch den Überlebenden gewährleistet ist. Das Führen eines Sparkontos (nicht zu Verwechseln mit einem Privatkonto, das den Zahlungsverkehr regelt) ist bei vielen Bankinstituten kostenlos, so auch bei uns.