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Wenn der grüne Daumen schmerzt

Gartenarbeit ist gesund, hält fit – und kann ganz schön anstrengend sein. Mit guten Hilfsmitteln und Vorkehrungen können altersbedingte Einschränkungen ausgeglichen werden.

Wenn das Hacken schwerfällt, das Knien – und Aufstehen – mühsam wird und die Giesskanne immer schwerer, dann wird es Zeit. Um den Garten aufzugeben? Nein, natürlich nicht, denn Gartenarbeit bietet, gerade auch für die Älteren, viele Vorteile. Belegt ist, dass bereits nach kurzer Zeit im Garten der Blutdruck sinkt, Muskelverspannungen sich lösen und der Stoffwechsel angeregt wird. Im Garten Arbeitende werden ruhiger, ausgeglichener und entspannter. Fazit: Gartenarbeit sollte eigentlich vom Arzt verschrieben werden.

Stolperfalle eliminieren

Aber trotzdem: Im Alter wird es Zeit, den Garten benutzerfreundlicher zu gestalten. Das heisst, unebene Wege zu sanieren, und Beeteinfassungen aus Stellriemen oder Schneckenzäune zumindest kritisch unter die Lupe zu nehmen. Denn alles, was zur Stolperfalle werden kann, sollte eliminiert werden. Stürze im Alter können ganz schnell zu bleibenden Schäden führen.

Eine ergonomisch geformte Gartenschere entlastet dank ausgeklügelter Kraftübertragung die Fingergelenke.

Also doch lieber den Garten aufgeben? Gerade jetzt, wo der berufliche Stress weg ist, man Zeit hätte, zu werkeln, zu geniessen? Ganz sicher nicht. Die Rheumaliga Schweiz hat mit «Alles im grünen Bereich» eine Broschüre herausgegeben, die viele sinnvolle Hilfsmittel, Verhaltensweisen und Übungen auflistet, damit die für viele Senioren schönste Freizeitbeschäftigung nicht zur mühsamen und schmerzhaften Prozedur wird.

Gartenarbeit ist gesund

Denn Studien beweisen, dass Gartenarbeit für Senioren nicht nur empfehlenswert ist, sondern auch heilsam sein kann. «Gartentherapie» ist ein relativ neuer Begriff, der in verschiedenen Altersheimen und Rehakliniken auch in der Schweiz Eingang gefunden hat. Gartenarbeit kann Therapie sein, das belegen etlichen Studien. So tragen Rheumapatienten in der Rehaklinik (kleine) Giesskannen voll Wasser zu den von ihnen betreuten Pflanzen, auch wenn sie ansonsten kaum mehr in der Lage sind, ein Gewicht zu heben. Verwirrte Menschen kennen vielleicht die nächsten Angehörige nicht mehr, aber der Duft einer Rose, eines Gewürzkrauts bringt ihnen so viele Erinnerungen zurück, dass sie anfangen, zu erzählen. Und Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen werden durch Gartenarbeit ruhiger, handeln überlegter und konstruktiver.

Wer also einen Garten hat oder eine Terrasse, einen Balkon, der soll sich darüber freuen und sich so einrichten, dass die Arbeit mehr Lust als Frust ist. Das heisst, man trennt sich von dem, was mühsam geworden ist und freut sich über das, was noch geht.

Sinnvolle Hilfsmittel

Rheuma in den Händen, ein knackender Rücken und chnorzenden Gelenke können zwar lästig sein, aber es gibt Abhilfe. Ein Hochbeet zum Beispiel, das Bücken überflüssig macht, könnte ein erster Schritt sein in Richtung altersgerechter Garten. Wer seine Beete und Rabatte lieber nicht anheben will, dem leisten Kniekissen oder ein Gartenhocker, die das Jäten viel angenehmer machen, gute Dienste. Die Rheumaliga (www.rheumaliga.ch) bietet einen robusten, standfesten Hocker an, der umgedreht als gepolsterter Knieschutz verwendet werden kann und erst noch eine Aufstehhilfe bietet.

Die Gartenkralle mit aufrechtem Griff entlastet die gelenke. Zu beziehen wie weitere Hilfsmittel unter www.rheumaliga-shop.ch oder unter 044 487 40 00.

Wen die Hände und Gelenke schmerzen, der greift gerne auf eine ergonomisch ausgeklügelte Gartenkralle mit aufrechtem Griff zurück, mit der mit minimalem Kraftaufwand die Erde gelockert werden kann. An Gartenwerkzeuge können zudem Zusatzgriffe montiert werden, damit sie mit weniger Kraftaufwand gehalten werden können. Manchmal reicht es aber auch, nur die Griffe zu verstärken, indem man sie mit rutschfester Folie umwickelt. Wer Tennis spielt oder Golf, der weiss, wie viel besser es das geht mit Griffen, die optimal in der Hand liegen. Weshalb sollte das bei Gartengeräten anders sein?

Hilfe annehmen

Auch Traghilfen oder Teleskopwerkzeuge sind sinnvolle Hilfsmittel und, ganz wichtig, die Kommunikation. Wer den Nachbarn um Hilfe bittet oder für schwerere Arbeiten einen Fachmann beizieht, trennt sich von einem Stück Gartenlast zugunsten etwas mehr Freude am Gärtnern. Gute Schuhe gehören ebenfalls zu einer optimalen Gartenausrüstung und wem beim Auftstehen nach langem Knien leicht schwindlig wird, stellt einfach einen Gartenstuhl in Reichweite.

In der Broschüre «Alles im grünen Bereich» der Rheumaliga werden zudem leichte Übungen zur besseren Beweglichkeit gezeigt und Tipps zum Heben und Tragen von Lasten gegeben. So ausgerüstet, steht dem lustvollen Tun im Garten eigentlich nichts mehr im Wege – ausser vielleicht ein Liegestuhl. Aber das ist ja das Privileg von uns Älteren, dass wir nicht mehr unter Zeitdruck stehen und auch mal «Morgen ist auch noch ein Tag» denken können. Wenn dann noch die Sonne scheint.

Die Broschüre «Alles im grünen Bereich» kann bezogen werden bei der Rheumaliga Schweiz, Josefstrasse 92 8005 Zürich. Mailadresse: info@rheumaliga.ch, Oder unter www.rheumaliga.ch.

Hilfsmittel für die Gartenerbeit sind unter www.rheumaliga-shop.ch oder telefonisch unter 044 487 40 00 zu bestellen.

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