Die Zeit zwischen Spätsommer und Frühherbst zeichnet sich oft durch markante Temperaturschwankungen aus. Die Erkältungsgefahr ist in solchen Übergangsphasen gross. Was tun, um die Immunabwehr zu stärken?
Wer in diesen Tagen am kalten Morgen die Wohnung verlässt und erst am milden Abend wieder zurückkehrt, dürfte sich oft die Frage stellen: Was soll ich heute eigentlich anziehen?
Das Auf und Ab der Temperaturen im Tagesablauf ist ein Markenzeichen des Übergangs vom Sommer in den Herbst – und damit eine der tückischen Phasen des Jahres. Erkältungen haben Hochkonjunktur. Tiefe Temperaturen frühmorgens, milde Temperaturen während des Tages und der Kälteeinbruch in der Nacht strapazieren den Körper.
Schleimhaut trocknet aus
Bei solchen Schwankungen erhöht sich die Gefahr von Virusinfekten. Die Schleimhäute werden angreifbar. Mit anderen Worten: Dieser Wechsel zwischen warm und kalt sowie die trockene Luft in bereits beheizten Räumen führt dazu, dass unsere Nasen- und Rachenschleimhaut nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Dadurch trocknet die Schleimhaut aus und wird anfälliger für Krankheitserreger.
Der ständige Wechsel fordert dem Immunsystem einiges ab. Denn der Körper muss sich ständig neu anpassen, was ihn empfänglicher für eine Erkältung macht. In der Wissenschaft ist von mehr als 200 verschiedenen Erkältungsviren die Rede. Kein Wunder, dass nicht wenige Menschen mehrmals pro Jahr an einer solchen Erkrankung leiden.
Wichtige Vitamine
Von einem unvermeidlichen Schicksal kann aber keine Rede sein. Es gibt durchaus Möglichkeiten, sich dagegen zur Wehr zu setzen.
Häufig unterschätzt wird die enorme Bedeutung von (genug) Vitamin D. In der Sommerzeit ist das in der Regel kein Problem, zumal wenn viele Körperteile der Sonne ausgesetzt sind. Je näher der Winter rückt, desto weniger ist das der Fall. Nur wenn dieses Vitamin in ausreichender Form vorhanden ist, werden die „Killerzellen“ des körpereigenen Abwehrsystems gegen Erkältungen und Grippen auch genügend mobilisiert. Wer seinen Vitamin D-Spiegel nicht kennt, sollte ihn am besten einmal in der Hausarztpraxis bestimmen lassen.

Dass auch eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung zu einer Stärkung des Immunsystems beiträgt, dürfte inzwischen zum Allgemeinwissen gehören. Besonders empfehlenswert sind vitaminreiche saisonale Produkte wie Kürbis und Hagebutten, aber auch Äpfel, ebenso Citrusfrüchte oder Kohl. Auch besonders wichtig: Vitamin C.
… durch vitaminreiche Kost …
Um die empfohlene Tagesdosis von 100 mg an Vitamin C mit einem einzigen Lebensmittel zu erzielen, müsste man zum Beispiel Folgendes konsumieren:
Entweder eine halbe Paprika oder eine kleine Portion Brokkoli oder zwei kleine Kiwis oder eine grosse Orange. Um bei Äpfeln auf die genügende Menge an Vitamin C zu kommen, braucht es deutlich mehr, nämlich etwa sieben bis acht.
Fermentierte Lebensmittel
Eine weitere Option, die Immunabwehr zu stärken und Erkältungen vorzubeugen, sind fermentierte Lebensmittel. Der Begriff Fermentierung stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Gärung. Milchprodukte wie Joghurt, Käse oder etwa Kefir sind fermentiert, ebenso empfehlenswert ist fermentiertes Gemüse wie Sauerkraut. Solche Produkte unterstützen die Darmgesundheit und damit das Immunsystem. Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge befinden sich rund 70 Prozent aller antikörperproduzierenden Immunzellen im Darm.

Und wieder einmal zur Erinnerung: Das Trinken bitte nicht vergessen. Wasser oder Kräutertee halten nicht nur den Organismus auf Trab, sondern tragen auch dazu bei, die Schleimhäute feucht und deren Immunzellen stark zu halten.
Durchblutung mit Sport anregen
Es mag banal klingen, ist aber einer der wirksamsten Ratschläge: Sport oder zumindest viel Bewegung ist das A und O. Auch hier zeigen Studien, dass Menschen, die diesen Tipp beherzigen, von Erkältungen viel besser geschont werden. Schon nur leichter Ausdauersport wie Joggen, Nordic Walking oder Radfahren tragen zu einer Verbesserung der Immunabwehr bei. Outdoor—Sport hat den Vorteil, dass kühle und frische Luft die Durchblutung des Körpers anregt. Allerdings gilt auch hier: Man sollte es nicht übertreiben. Zuviel Sport kann dem Immunsystem mehr schaden als nützen.
Warme Füsse
Wer gar keine Zeit für sportliche Aktivitäten findet (oder nicht finden will…), sollte zumindest auf eines achten: Warme Füsse beugen Erkältungen vor, denn sie unterstützen eine gute Durchblutung im ganzen Körper, also auch der Schleimhäute in Hals, Nasen und Rachen.
Wer einen Schritt weiter gehen will, kann es mit Wechselbädern versuchen. Wechselduschen haben einen Lerneffekt auf den Körper und lassen ihn auf wetterbedingte Reize reagieren. Wer die ersten Erkältungsanzeichen am Morgen nach dem Aufstehen registriert, sollte ab unter die Dusche: Ausgiebig heiss und dann schockierend kalt duschen, das stärkt das Immunsystem.
Auch Lachen ist gesund
Neben einem ausreichenden Schlaf, der stark mitentscheidend ist für ein gesundes Immunsystem, soll noch auf einen letzten Punkt hingewiesen werden: Das Schlagwort heisst Stressabbau. Das Stresshormon Cortisol spornt das Immunsystem zwar kurzfristig an. Wenn der Hormonspiegel aber wie bei chronischem Stress dauerhaft erhöht ist, schwächt das die Abwehrkräfte.
Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation und Atemübungen helfen mit den Stresspegel zu reduzieren und das Immunsystem zu unterstützen. Das Gleiche gilt übrigens – man staune – auch für das Lachen; ein einfaches Mittel, das kein Rezept braucht.
Titelbild: Der Übergang vom Sommer zum Herbst strapaziert das Immunsystem.
