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Bleiben Sie gesund

Reisen heisst, neue Eindrücke sammeln, Kontakte knüpfen, Grenzen ausloten und seinen Horizont erweitern. Reisen heisst aber auch, gerade im Alter, vorsichtig und sich gewisser gesundheitlicher Stolperfallen bewusst zu sein. Damit keine unliebsamen Reisesouvenirs die Erinnerung an schöne Ferientage trüben.

Es ist so einfach: In ein Flugzeug steigen und bereits einige wenige Stunden irgendwo an einem Strand liegen und so richtig Sonne und Wärme tanken. Tut der Seele gut und den Gelenken auch. Der Haut allerdings weniger, vor allem, wenn der Wechsel aus einer «Pulloverzone» direkt zur Badehosenfreiheit führt. Also heisst es vorsorgen: Anfangs vor allem Schatten suchen, auch dann Sonnencrèmes mit hohem Lichtschutz grosszügig verwenden, luftige Kleidung und eine gute Sonnenbrille mit hundertprozentigem Lichtschutz tragen. So kann der malerische Sonnenuntergang auch nach ein paar Tagen noch genossen werden, ohne dass man selbst einen solchen, einen schmerzhaften, auf dem Rücken trägt.

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Vorsorge beim Reisen fängt allerdings bereits am Abreisetag an. Ins Reisegepäck gehören in jedem Fall, nebst den üblichen Hygieneartikeln und der passenden Bekleidung, alle regelmässig benötigten Medikamente. Diese am besten in der für die Dauer der Reise benötigten Menge. Das erspart das mühsame Suchen nach einer Apotheke oder Arztpraxis am Ferienziel, zumal gerade bei rezeptpflichtigen Verordnungen in anderen Ländern Schwierigkeiten auftreten können. Wichtig: Medikamente in Form von Tabletten oder Kapseln, dürfen ins Handgepäck, sofern sie für den Eigengebrauch bestimmt sind. Aber auch Schmerztabletten, Insektenschutz, Medikamente gegen zu schnelle oder zu träge Verdauung, Desinfektionsspray, eventuell ein leichtes Schlafmittel und Pflaster gehören ins Necessaire. Man kann ja nie wissen.

Ob im Auto, im Flugzeug oder auf Schiffen, Reiseübelkeit ist ein sehr unangenehmes Problem, das sich aber beheben lässt.

Jede dritte Person leidet irgendwann mal an einer Form von Reisekrankheit. Das heisst, sie bekommt im Auto, Flugzeug oder auf Schiffen Kopfschmerzen, Schweissausbrüche und ihr wird schlecht, sie muss sich übergeben. Fühlt sich richtig übel an, ist aber harmlos. Schuld daran ist das Gleichgewichtsorgan, das vestibuläre System, das Alarm schlägt, wenn die visuellen Eindrücke nicht mehr mit den gefühlten Bewegungen korrespondieren – viele Menschen sind, was die Fortbewegung betrifft, immer noch ein bisschen Neandertaler. Aber es gibt gute Medikamente gegen die Reisekrankheit und manchmal helfen kleine Tricks wie im Bus oder Auto vorne sitzen, Akupressur oder Ingwerpastillen. Frische Luft und festen Boden unter den Füssen helfen allerdings am besten.

Gymnastik im Flugzeug?

Langstreckenflüge sind für die wenigsten angenehm. Die engen Sitze, die Bewegungseinschränkung, die trockene Luft und der füllige Sitznachbar, der die Armstütze und noch etwas mehr ganz für sich beansprucht, sind unangenehm. Mehr noch: Das Risiko einer Thrombose, eines durch ein Blutgerinnsel verstopften Blutgefässes, steigt, gerade auch für ältere Personen, signifikant an – und ist brandgefährlich. Denn wenn so ein Blutgerinnsel in die Lunge gelangt, entsteht eine lebensbedrohliche Embolie.

Das Flugzeug ist kein Fitnesscenter, aber die Beinmuskeln anspannen und wieder entspannen, das geht auch im engen Flugzeugsitz.

Was dagegen hilft? Kompressionsstrümpfe, vom Arzt verschrieben, verringern das Thromboserisiko ebenso wie jede Art von Bewegung. Also wenn möglich regelmässig aufstehen, um die Blutzirkulation anzukurbeln oder aber im Sitzen die Beine dehnen, die Muskeln anspannen und wieder lockern und mit den Füssen kleine Kreise in die Luft zeichnen. Wichtig ist auch, auf Flugreisen leichte, bequeme Kleidung zu tragen, die nirgends einschneidet und wenn möglich aus den Schuhen und in weiche Socken zu schlüpfen.

Dazu sollte regelmässig Wasser getrunken werden, Faustregel: alle zwei Stunden zwei bis drei Deziliter. Ärztlich verordnete Medikamente, vor dem Flug eingenommen, sind hilfreich, aber von blutverdünnenden Mitteln wie Aspirin oder auch nur von Kopfwehtabletten wird abgeraten. Und den langen Flug einfach zu verschlafen, ist ebenfalls keine gute Idee, weil dabei Bewegung und das Trinken zu kurz kommen.

Kochen, braten, schälen – oder vergessen

Kommen wir zu einem wichtigen Teil der Ferien, dem Essen. Reife Früchte, direkt vom Markt, üppige Buffets im Hotel, erfrischendes Eis an jeder Strassenecke, was will man mehr. Leider kann es ganz schnell mehr werden. Auf Reisen lauert immer auch die Infektionsgefahr. Erstens, weil unser Verdauungssystem an einen hohen hygienischen Standard gewöhnt ist, zweitens, weil ungewohnte Kost ganz oft zu Beschwerden führt und drittens, weil es eine Illusion ist zu meinen, in Regionen, wo Wasser knapp ist, würden Küchen und Geschirr regelmässig mit frischem, sauberem Wasser gereinigt.

Sieht verführerisch aus, aber leider ist, gerade in heissen Zonen, Vorsicht geboten.

«Cook it, boil it, peel it or forget it» ist deshalb ein wichtiger Leitspruch. Gekochte oder gebratene Speisen, frisch und heiss auf den Tisch gebracht und Früchte nur geniessen, wenn sie geschält werden können, und sonst darauf verzichten, das sind gute Ratschläge, vor allem in heissen, tropischen Regionen. Ein guter Ratschlag, den wir auf Reisen durch Afrika immer wieder befolgt haben, ist, sich direkt aus der kochend heissen Pfanne bedienen zu lassen und möglichst scharf zu essen. Pizza ist auch eine Art Geheimtipp. Gibt es fast überall und die dünnen Teigfladen werden richtig stark gebacken und kommen heiss auf den Tisch.

Wasser sollte nur aus – verschlossenen! – Flaschen oder abgekocht – mindestens zehn Minuten lang sprudelnd kochen – getrunken und zum Zähneputzen verwendet werden. Und die Eiswürfel im Sundowner haben schon vielen zwei, drei unangenehme Tage und Nächte beschert.

Sieht verlockend aus, so ein Drink zum Sonnenuntergang am Strand, kann aber unangenehme Folgen haben. Gefahrenquelle ist nicht in erster Linie der Alkohol, aber Eiswürfel sind oft aus nicht ganz einwandfreiem Wasser hergestellt. (alle Bilder pixabay)i

Und wenn es trotz Vorsicht zu einer Lebensmittelvergiftung kommt? Nicht alle krankmachenden Stoffe lassen sich durch Erhitzen eliminieren. Bei starkem Durchfall und Erbrechen ist es wichtig, genügend Flüssigkeit aufzunehmen. Das kann Wasser ohne Kohlensäure, aber auch Fenchel-, Kamillen- oder Schwarztee sein. Eine Elektrolytelösung aus halb Wasser, halb Orangensaft, einem Teelöffel Salz und etwas Traubenzucker oder Würfelzucker weckt die Lebensgeister. Durchfall und Erbrechen mit Medikamenten stoppen, ist in einer ersten Phase nicht sinnvoll. Der Körper will ja die Giftstoffe loswerden und da unterstützt man ihn am besten mit viel Flüssigkeit. Erst dann kann man vorsichtig mit etwas «Krankenkost», anfangs am besten in Form von Suppen, beginnen.

Und nun, gute Reise. Geniessen Sie die Tage in einer fremden Umgebung. Neues erleben tut der Seele gut. Und mit etwas Vorsicht auch dem Körper.

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