Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung. In der Schweiz sind Hunderttausende betroffen, Tendenz steigend. Es erhöht das Schlaganfallrisiko deutlich und kann das Herz auf Dauer schwächen. Viele wünschen sich deshalb eine Therapie, die nicht nur die Symptome lindert, sondern die Ursache angeht – hier setzt die Ablation an, die sich vor allem bewährt, wenn Medikamente nicht ausreichen.
Neu dabei: die «Pulsed Field Ablation» (PFA) – ein weltweit als Durchbruch geltendes Verfahren, das die Behandlung schonender, schneller und sicherer machen kann.
Normalerweise gibt der Sinusknoten den Herzrhythmus vor. Bei Vorhofflimmern entstehen im linken Vorhof chaotische Impulse, oft aus der Nähe der Lungenvenen. Das Herz verliert seinen Takt, im Vorhof kann sich Blut stauen – es bildet sich ein Gerinnsel und gelangt ins Gehirn, es droht ein Schlaganfall.
Gezielte Behandlung per Katheter

Statt am offenen Herzen zu operieren, reicht heute meist ein minimalinvasiver Eingriff: Ein dünner Katheter wird über die Leiste zum Herzen geführt und trennt die Störquellen rund um die Lungenvenen ab (Pulmonalvenen-Isolation). Bisher kam dafür meist Hitze oder Kälte zum Einsatz – beide wirken über Temperatur. Da der linke Vorhof nahe an empfindlichen Strukturen wie der Speiseröhre liegt, wäre eine gezieltere Methode ein wichtiger Fortschritt.
PFA: Stromimpulse statt Hitze oder Kälte
PFA arbeitet mit extrem kurzen elektrischen Impulsen statt mit Temperatur. Diese verändern gezielt die Zellmembrane der Herzmuskelzellen (Elektroporation) und schalten so die Störquellen aus – bei geringerem Risiko fürs umliegende Gewebe, da Herzmuskelzellen empfindlicher auf die Impulse reagieren als andere Strukturen. Das macht PFA gerade im linken Vorhof interessant.
Ein weiterer Vorteil: PFA-Eingriffe sind meist deutlich schneller – kürzere Narkosezeit, weniger Manipulation am Herzen, raschere Erholung. Für Betroffene heisst das: schneller wieder Vertrauen ins eigene Herz und in den Alltag.
Für wen, und Fazit
PFA eignet sich besonders bei anfallartigem oder frühem dauerhaftem Vorhofflimmern; ob sie die beste Wahl ist, entscheidet sich individuell, und die Ablation sollte stets in einem angemessenen Zentrum erfolgen. Vorhofflimmern ist belastend, aber heute besser behandelbar als je zuvor – PFA macht die Behandlung schonender, schneller und präziser und eröffnet vielen Betroffenen die Chance auf ein Leben mit stabilem Herzrhythmus.
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