StartseiteMagazinGesundheitGut gewappnet für den Ernstfall in den Ferien

Gut gewappnet für den Ernstfall in den Ferien

Gerade für ältere Menschen ist eine individuell zusammengestellte Reiseapotheke – abhängig von der Person und dem Reiseziel  – für die Ferien sehr empfehlenswert. Eine neue Website erspart Reisenden viel Recherchier-Aufwand.

Martin ist 77 Jahre alt und hat vor wenigen Monaten einen Herzinfarkt überstanden. Seine drei Jahre jüngere Frau Heidi leidet unter Altersdiabetes. Zusammen mit der 10-jährigen Enkeltochter Julia planen sie eine Safari-Reise nach Namibia.

Die reiselustige Familie (ein erfundenes Fallbeispiel) tut gut daran, sich nicht nur um Flugtickets, Hotelübernachtungen, Versicherungsfragen und eventuell einen Safari-Führer zu kümmern, sondern auch um die Gesundheit, respektive die gesundheitliche Vorsorge. «Eine bedürfnisgerecht zusammengestellte Reiseapotheke gehört in jedes Gepäck, doch ein zu schwerer Rucksack ist des Guten zuviel», schränkt die Basler Pharmazeutin Tatiana Fässler Tassopoulos ein. Mit anderen Worten; auf die richtige individuelle Auswahl und die Konzentration auf das Wesentliche kommt es an.

Basisausstattung in jedem Fall

Die Reiseapotheke sollte zuerst einmal eine Basisausstattung, unabhängig von allfälligen Vorerkrankungen einer reisenden Person, beinhalten. Diese Klein-Apotheke trägt im Idealfall sowohl allgemeinen Reisebeschwerden wie auch spezifischen Bedürfnissen Rechnung. Dazu gehören laut Fässler Pflaster, Verbandsmaterial und Schere sowie Desinfektionsmittel zur Erstversorgung von Wunden, ein Fieberthermometer; ebenso Medikamente gegen Schmerzen, Erbrechen, Durchfall und Reiseübelkeit bis zu einer Salbe gegen Juckreiz, und nicht zu vergessen Mückenschutzmittel und Sonnenschutzcrème.

Pharmazeutin Tatiana Fässler bietet reisemedizinische Informationen online an.

Zudem sei es ratsam, Kopien von wichtigen ärztlichen Rezepten mitzunehmen und über persönlich verordnete Medikamente in einer ausreichenden Menge zu verfügen. Sie ergänzt: «Medikamente gehören in die Originalverpackung mit Beipackzettel.» Bei bestimmten Medikamenten wie etwa Insulin, das zeitlich genau terminiert eingenommen werden müsse, sei es sinnvoll, sich vor der Abreise vom Hausarzt oder der Hausärztin beraten zu lassen, insbesondere bei langen Reisen mit grossen Zeitverschiebungen.

Beim Kauf von Medikamenten im Ausland bestehe eine gewisse Gefahr, dass sie verunreinigt oder gefälscht sein könnten; oder dass die Wirkstoffe respektive die Dosierung nicht mit dem heimischen Produkt identisch sind. Hinzu komme, dass einige Medikamente (zum Beispiel gewisse Schmerzmittel, Kodein/Morphin-Derivate, Schlafmittel, Steroide) in bestimmten Ländern sogar verboten oder nur gegen eine ärztliche Bescheinigung erlaubt seien. Aus all diesen Gründen sei es sehr empfehlenswert, Medikamente aus der Schweiz mitzunehmen, betont Tatiana Fässler.

Checkliste «Reiseplanung vor den Ferien»

Interessierte finden die umfassende Checkliste «Reiseplanung vor den Ferien» neben vielen anderen Informationen über das Reisen auf der Schweizer Referenzwebsite www.healthytravel.ch. Worauf gilt es vor, während und allenfalls nach dem Reisen (wenn man krank geworden ist) zu achten? Die dort aufgelisteten medizinischen Empfehlungen und Inhalte stammen vom Schweizer Expertenkomitee für Reisemedizin (EKRM). Es setzt sich aus mehreren Fachleuten zusammen und trägt ein gebündeltes Mass an Wissen, auch über aktuelle Entwicklungen, zusammen. Unter anderem involviert ist beispielsweise das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institute in Basel. Unterstützt wird die Website vom Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Eine Reiseapotheke sollte einmal über eine Basisausstattung verfügen.

Die Pharmazeutin Tatiana Fässler, welche ihre Dissertation über ein dermatologisches Thema verfasste, weiss, wovon sie spricht. Sie ist die massgebende Kraft hinter diesem Projekt und entwickelt es stetig weiter. Via ihre Firma SmartMed Solutions bietet sie reisemedizinische Informationen online an sowie andere Dienstleistungen und arbeitet eng mit dem Expertenkomitee für Reisemedizin (EKRM) zusammen.

Auf der angesprochenen Website entdeckt man Informationen über länderspezifische Einreisebestimmungen, mögliche Schutzmassnahmen gegen vor Ort auftretende Insektenstiche bis zu detaillierten Impfempfehlungen. Alle medizinischen Empfehlungen sind nach Reisedestinationen (Länder) aufgeführt.

Kehren wir zu den eingangs erwähnten Martin, Heidi und Julia zurück, welche Safari-Ferien in Namibia verbringen möchten. Laut der Website lauten die Impfempfehlungen für Namibia:

  • Hepatitis A/B
  • Typhus
  • Tollwut (bei engem Tierkontakt wie bei einer Safari gut möglich)
  • Gelbfieber (nur bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet vorgeschrieben)
  • Malariaprophylaxe (empfohlen, je nach Region und Saison)

Älteren Personen wird zudem der Tipp auf den Weg gegeben, bei Reisen in ein solches Land mindestens sechs bis acht Wochen vor der Abreise einen Termin bei einem auf Tropen- und Reisemedizin spezialisierten Arzt oder einer Ärztin zu vereinbaren. Wer eine entsprechende Person sucht, wird auf der erwähnten Website unter «Fragen Sie den Spezialisten» schnell fündig. Zur Auswahl steht eine Liste von Fachleuten aus der ganzen Schweiz. Nicht schaden könne zudem ein Check-Up beim Hausarzt oder der Hausärztin, wenn der letzte Besuch schon längere Zeit zurückliegt.

(Gross-)kindergerechte Vorsorge

Auch an die Kleinen wurde auf der Website gedacht. «Für Kinder gelten in der Reisemedizin teilweise andere Empfehlungen als für Erwachsene», hält Tatiana Fässler fest. Bei der zehnjährigen Julia sei einmal der Impfstatus vorgängig zu überprüfen (z.B. Masern, Tetanus, Hepatitis A?). Auch sollte man in Namibia kindergerechte Medikamente wie Fiebersaft, Schmerzmittel und Elektrolytlösung mit dabei haben. Für Kinder gäbe es zudem Mückenschutz in einer reduzierten Konzentration. Wichtig sei in diesem Land auch ein guter UV-Schutz.

Die auf der Website aufgelisteten Informationen sind kostenlos erhältlich. Einen Beitrag entrichten müssten aber Gesundheitsfachpersonen (zum Beispiel Ärzte, Apotheker), die eine medizinische Reiseberatung anbieten oder Firmen und Institutionen, die ihre Mitarbeitenden für berufliche Reisen beraten. Diese Kunden erhalten laut Tatiana Fässler mit der zahlenden Version zusätzlich noch weitaus detailliertere Angaben.

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