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Konjunkturbarometer stabilisiert sich

Der Aargauer Konjunkturbarometer powered by Aargauische Kantonalbank und Aargau Services Standortförderung notiert nahezu unverändert bei 90,6 Punkten. Gegenüber dem Vorjahresstand liegt der Index aber immer noch rund 15% tiefer.

Innerhalb der beobachteten Komponenten gibt es bemerkenswerte Verschiebungen. Tiefer tendieren Konsumenten- und Investoren-Vertrauen, Finanzmärkte, Medien-Resonanz und Autoverkäufe. In den Sektoren Industrie, Logistik und Bau hat sich die Stimmung hingegen leicht aufgehellt. Die durch den Barometer seit Längerem prognostizierte schwächere Wachstumsdynamik für das 2. Quartal 2019 hat sich leider als richtig erwiesen.

Deutlich schwächere Wachstumsdaten

Wie durch den Konjunkturbarometer vorausgesagt, hat sich das Wachstum des Bruttoinlandprodukt (BIP) in der Schweiz im 2. Quartal 2019 weiter abgeschwächt. Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO gab bekannt, dass die schweizerische Wirtschaft gegenüber dem Vorquartal real zwar noch um 0,3% gewachsen ist. Gegenüber dem 2. Quartal 2018 betrug der Zuwachs jedoch nur noch gerade 0,2%. Zum gleichen Zeitpunkt des letzten Jahres lag dieser Zuwachs noch bei 3,4%. Während sich die Entwicklung bei den Im- und Exporten gegenüber dem Vorjahr, nach zwei rückläufigen Quartalen, wieder stabilisiert hat, gibt die Investitionsbereitschaft der Unternehmen nach wie vor Anlass zur Sorge.

Rückläufige Ausrüstungsinvestitionen

So verzeichneten die Ausrüstungsinvestitionen einen weiteren deutlichen Rückgang und nahmen gegenüber dem Vorjahr um 1,6% ab. Das unsichere globale Umfeld, der wieder erstarkte Schweizerfranken und die geringere Nachfrage aus dem Ausland lastet offensichtlich auf der Investitionstätigkeit der Unternehmen. Immerhin scheint es, dass die leichte Abschwächung bei den Bauinvestitionen von Ende 2018 nur temporärer Natur ist. Gemäss den Ergebnissen der Umfrage an der ETH-Konjunkturforschungsstelle (KOF) bewerten die Planungsbüros ihre Geschäftslage als relativ stabil. Zudem bleiben die Erwartungen zur Baukonjunktur in den nächsten sechs Monaten unverändert auf hohem Niveau. 56% der befragten Architektur – und Ingenieurbüros beurteilen die Geschäftslage als gut, 41% als befriedigend und nur gerade 3% als schlecht.

Erheblich schlechtere Stimmung

Signifikant gelitten hat hingegen im letzten Monat die Stimmung der Konsumenten und Investoren. Neu notiert diese Komponente unter dem langjährigen Mittel von 100 Punkten. Die Ursache dürfte in den geopolitischen Auseinandersetzungen und der erhöhten Volatilität der Finanzmärkte zu suchen sein. Besonders drastisch zeigt sich diese Entwicklung im Spiegel der Medien. Das Wort «Rezession» war im August vier Mal häufiger in den Berichten von Schweizer Medien zu lesen als noch im Vorjahr. Gegenüber dem Vormonat schoss dieser Sub-Index um 160 Prozent empor. Dies ist der stärkste Anstieg seit Oktober 2008. Wie damals sind auch heute ausländische Märkte wie Deutschland, Grossbritannien und vor allem die USA für die negative Berichterstattung verantwortlich, wobei es mehrheitlich immer noch um Furcht und Spekulationen vor einer künftigen Rezession und nicht um die Beschreibung einer real existierenden Rezession geht. In den vom Kanton Aargau konsumierten Medien ist dieser Ausschlag ebenfalls klar sichtbar, wenn auch in etwas geringerem Umfang als im schweizweiten Vergleich.

Der ebenfalls von Aargau Services Standortförderung und der Aargauischen Kantonalbank herausgegebene und analog erhobene gesamtschweizerische Benchmark – der Swiss Index – sank im August um 2,0 auf 92,7 Punkte. Das Momentum der beiden Indizes sollte mit einer Verzögerung von rund drei bis sechs Monaten durch die offiziellen Wirtschaftsdaten reflektiert werden.

Aktuell zeigt unsere aus dem Index abgeleitete Modell-Hochrechnung für den Kanton Aargau für das Jahr 2019 ein reales BIP-Jahreswachstum von 0,7% (Vormonat 0,8%) an; der Swiss Index deutet auf ein schweizerisches BIP-Wachstum von 0,9% (Vormonat 1,0%) hin.

Bezugsquelle

Die aktuellste Ausgabe des Aargauer Konjunkturbarometers finden Sie jeweils auf der Webseite der Aargauischen Kantonalbank unter www.akb.ch/news.

Wünschen Sie zudem, den Aargauer Konjunkturbarometer regelmässig zu erhalten, können Sie diesen im Downloadbereich auf der AKB-Webseite abonnieren. Sie erhalten in der Folge jeweils die aktuellste Version unmittelbar nach der Veröffentlichung.

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