FrontGesellschaftDie 77. Olma ist eröffnet

Die 77. Olma ist eröffnet

Mit einer launigen Rede und dem obligaten Säulihalten hat Bundesrat Alain Berset die Olma am 10. Oktober eröffnet. Ehrengast ist dieses Jahr die Schweizer Volkskultur. Die elftägige Messe in St. Gallen dauert bis Sonntag, 20. Oktober.

Ein Glücksfall war die mit zahlreichen Pointen geschmückte Rede von Bundesrat Alain Berset an der traditionellen Eröffnungsfeier im Theater St. Gallen. Er sei zum ersten Mal dabei, sei aber von seinen Bundesratskolleginnen und -kollegen vorgewarnt worden, dass an der Olma nicht nur Milch getrunken werde.

Die Kindertanzgruppe Kreuzberg, Gams beigeisterte

Deshalb staune er, dass man ihn als Gesundheitsminister an eine Messe eingeladen habe, an welcher viel Bier und Wein getrunken und tonnenweise Würste, Fondue oder Pommes Frites gegessen werden. «Und dann lassen Sie auch noch das einzige Gesunde an der Olma-Bratwurst weg, den Senf», scherzte Berset. Seniorweb verriet er lachend: «Meine Kollegen vom Bundesrat wollten kommen und ich sagte, jetzt ist Schluss: Ich will gehen. Jetzt bin ich dran. Darum bin ich gekommen und vielleicht bleibe ich.»

Mit humorvollen Erklärungen unterhielt er die geladenen Gäste. «Ich habe gehört, dass heute für die Wahlen geübt wird. Hier finden zudem die Schweizer Meisterschaften im Eiertütschen statt. Die Schweiz ist das Land des Eiertütschens. Ein Land, das Freude hat am freundschaftlichen Zusammenschluss.

Bundesrat Berset mit Säuli Manuela

«Ich begrüsse diese staatspolitische Veranstaltung. Ich stamme aus einem Bauerndorf, also bin ich ein echtes Landei und sehe aus wie eines.» Nach dem tosenden Applaus ergänzte er: «Was mich berührt, Sie haben alle verstanden, was ich gemeint habe.»

Auf dem Rundgang durchs Olma-Gelände zeigte Berset, dass er Hand anlegen kann. Mit geübtem Handgriffen hielt er das zwei Wochen alte  Schweinchen Manuela, dem das aber nicht gefiel und das deshalb zurück zu seiner Mutter Tamares wollte. Berset wusch die Hände an einem Stand und liess sich von einer Bäuerin zeigen, wie man einen Zopf flicht. Dann streichelte er Kühe und Kälber, legte eine Schürze um und bereitete Rheintaler Ribelmais mit Apfelmus zu, den er portionenweise an Olma-Gäste verteilte.

Die Olma bietet dieses Jahr vieles: Von Milch, Käse und Eiern über Gebackenes und Kürbisgewächse bis hin zu Fleischprodukten: Verschiedene Sonderschauen drehen sich um unsere Lebensmittel und die Ernährung. Andere Sonderschauen thematisieren erneuerbare Energien oder fordern sie heraus.

Schweizer Trachten, Volksmusik, Talerschwingen, Kunsthandwerk: Der diesjährige Ehrengast «Schweizer Volkskultur» präsentiert eine gehörige Portion lebendigen Brauchtums und nimmt das Messepublikum mit auf eine spannende Reise durch die farbenfrohe Welt heimischer Tradition. Unter dem Motto «Zusehen, Zuhören, Mitmachen» erleben die Besucherinnen und Besucher die Schweizer Volkskultur in all ihren Facetten.

Alain Berset versuchte sich als Koch

Besucher entdecken zudem in der Halle 1.1 erstmals neue Hybrid-Fahrzeuge, reine Elektro-Autos oder solche mit klassischem Antrieb. Die Besucher können Platz nehmen, die Fahrzeuge auf Komfort testen und die Profis mit Fragen löchern.

Katharina Osterwalder aus dem Tösstal beim Weben

Mit Gas, Wasserstoff oder Strom betrieben, selbstfahrend und smart vernetzt: Die Automobil-Branche ist eine der führenden Branchen weltweit, was den technologischen Wandel und die Digitalisierung unserer Gesellschaft betrifft.

Kinder beim Eierbecher malen

Bundesrat Alain Berset zeigte sich nach dem Rundgang zufrieden. Zu Seniorweb sagte er: «Es gefällt mir sehr. Die vielen Leute, eine gute, sehr gute Stimmung. Hier trifft man Leute im realen Leben. Das ist das Wichtigste. Man kann schon in Social Medien spielen, aber es zählen am Ende nur: die realen Kontakte mit Menschen und ihren Produkten und die Produzenten.»

Fotos: Josef Ritler

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