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Sommerbräune oder Sonnenschutz

Plötzlich ist er da, der Sommer. Nach den eher kühlen, verregneten letzten Wochen werden wir förmlich an die Sonne, die Wärme katapultiert. Ohne Zeit zum Angewöhnen. Das belastet den Kreislauf, aber mehr noch die Haut. Und Sonnenbrand, das wissen inzwischen wohl alle, ist schädlich. Da ist aber auch noch das «Sonnenvitamin» D. Dafür braucht es doch die Sonneneinstrahlung!

Bis vor kurzem war Sonnenschutz in diesem Jahr in unserer Breitengraden noch kein grosses Thema. Und jetzt, wo man sich am liebsten wie eine Katze in der Sonne räkeln möchte, jetzt sollen wir im Schatten bleiben, uns ganzkörperbedeckt halten oder dann grosszügig mit Sonnencrème hantieren. Auf dass uns zwar warm ist, wir aber doch unsere Winterblässe konservieren. Auch wenn man letztlich erst schön gebräunt so richtig gesund aussieht.

Es gibt Personen, die können mit solchen Ratschlägen rein gar nichts anfangen. Gerade Gartenfreunde und Sporttreibende im Freien vertrauen ja gerne darauf, dass sie «abgehärtet» sind gegen die schädlichen Sonnenstrahlen. Was so falsch nicht ist, wenn denn im Frühling regelmässig die Sonne geschienen hätte. Denn die Haut baut tatsächlich, bei langsamer Angewöhnung im Frühling, eine Art Lichtschwiele auf, eine Verdickung der Hornhaut, die etwas gegen die schädlichen UV-Strahlen schützt. Weil das bei diesem Prozess gebildete Pigment Melanin die Energie der UV-Strahlen absorbiert und sie daran hindert, in tiefere Hautschichten einzudringen.

Vitamin D-Aufbau braucht Sonne

Viele weisen auch darauf hin, dass es schliesslich lebenswichtig sei, genügend Vitamin D zu bilden. Und das ohne die Ultraviolett-Strahlung des Sonnenlichts nicht möglich sei. Ausser über medikamentöse Substitution. Was aber nie dasselbe sei! Was so auch stimmt. Vitamin D stärkt die Knochen und unterstützt das Immunsystem und reguliert die Mineralstoffaufnahme und den Calciumspiegel im Blut. Mehr als 80 Prozent des Vitamins, genauer dessen Vorstufe, wird dank das Sonnenlichts gebildet. Vor allem in den Sommermonaten.

Unbestritten ist auch, dass die Sonne ein Lebenselixier ist. Ihr galaktisches Licht setzt im Körper Glückshormone frei, pusht das Immunsystem, reguliert den Zuckerstoffwechsel, dämpft Hungergefühle und macht aktiver. Zudem werden gewisse Krankheiten wie Multiple Sklerose (MS) oder Hautkrankheiten wie Psoriasis durch Sonnenlicht unter gewissen Rahmenbedingungen positiv beeinflusst. Das zeigte eine grossangelegte Studie in der Klinik für Neurologie in Münster auf.

Aber: Übermässige UV-Strahlung ist schädlich. Nicht nur die Haut betreffend, auch die Augen können durch zu viel, zu starkes Sonnenlicht Schaden nehmen. Photokeratitis, eine Schädigung der Hornhaut, auch als Schneeblindheit bekannt, aber auch Grauer Star, Makuladegeneration und Tumore können auf zu viel Sonne zurückgeführt werden. Ein direkter Blick in die Sonne kann bereits nach wenigen Sekunden gefährlich sein. Wer schon eine Sonnenfinsternis erlebt hat, weiss das. Da wird im Vorfeld in allen Medien vor ungeschützten Beobachtungen gewarnt und grossflächig geschwärzte «Sonnenbrillen» abgegeben.

Faltenlos aber zart gebräunt

Am meisten aber leidet die Haut unter den Sonnenstrahlen. Wer kennt sie nicht, die wettergegerbten Gesichter der Personen, die vorwiegend im Freien arbeiten. Was bei einem Bergführer noch attraktiv sein mag – jede der tiefen Falten erzählt von halsbrecherischen Bergtouren – gilt vor allem bei Frauen nicht gerade als Schönheitsideal. Nicht umsonst schützte sich die vornehme Damenwelt früherer Zeiten mit Sonnenschirmen, breitrandigen Hüten und langärmligen Kleidern vor jedem Sonnenstrahl.

So «schön» wollen Frauen heute nicht mehr sein. Wäre auch schwierig. Wir sind sportlich, arbeiten im Garten, geniessen Strandferien und tragen Kleidung, die viel Sonne an die Haut lässt. Eine leicht gebräunte Haut ist überdies attraktiv, zeugt, wenigstens optisch, von einer gesunden Lebenshaltung. Nur sollte so ein «Sommerteint» mit einer gewissen Sorgfalt angegangen werden. Also mit vorsichtig dosierter Sonneneinstrahlung – zu Beginn reichen zehn Minuten aus – , mit «sonnenbaden» im Schatten und mit adäquatem Sonnenschutz. Hellhäutige müssen besonders vorsichtig sein, Menschen mit konstitutionell eher dunklem Hauttyp dürfen sich etwas mehr erlauben.

Von Sonnencrèmen oder Lichtschutzfaktor soll hier gar nicht die Rede sein. Das wissen wir alle doch längst. Und das über das Essen aufgenommene Vitamin D reicht leider nicht aus. Trotzdem kann man, gerade in den Wintermonaten, mit fettem Fisch, Leber, Innereien und Eigelb das Defizit an Sonne minimal ausgleichen. Aber wussten Sie, dass gewisse Substanzen in Zitrusfrüchten die Haut lichtempfindlicher machen? Dass einige Medikamente, unter anderem Viagra, das Hautkrebsrisiko erhöhen können? Dass Alkohol und Sonnenlicht kein gutes Paar sind mit Blick auf die Melanomgefahr? Und ältere Personen dabei besonders gefährdet sind?

Und trotzdem: Geniessen wir die Sommertage, die Wärme der Sonne auf der Haut, den Energiekick, den das schöne Sommerwetter unserem Organismus verpasst! Geniessen wir all das. Aber einfach in Massen, jeden Tag ein bisschen.

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