Das Winkelriedmuseum in Stans zeigt Werke des Künstlers Sovak Pravoslav. Es handelt sich um die bedeutensten Druckgrafiken der Gegenwart.
Anlässlich des diesjährigen 100. Geburtstags von Pravoslav Sovak, der ab 1978 bis zu seinem Tod 2022 in Hergiswil NW lebte, widmet ihm das Nidwaldner Museum eine umfassende Ausstellung. Im Fokus stehen Zeichnungen, Aquarelle, Grafiken und digitale Werke, die ein lebenslang reflektiertes Heimweh des 1926 in Ostböhmen geborenen widerspiegeln.

Chez nous VI, 2006-2007, Digitale Arbeit auf Metallplatte
Ein Heimweh, das seinen Ursprung im Einmarsch der sowjetischen Armee am 21.8.1968 in Prag hat, das Sovak 42-jährig noch am selbem Tag in Richtung Deutschland «verlässt» – so seine eigenen Worte.
( Chez nous V, 2006-2007), Digitale Arbeit auf Metallplatte
Pravoslav Sovak war einer der bedeutendsten tschechisch-schweizerischen Druckgrafiker der Gegenwart mit weltweiten Ausstellungen in renommierten Museen und Institutionen. Doch seine Wahl-Heimat war Hergiswil. Hier baute er sich 1978 ein Haus mit Atelier, von hier brach er immer wieder in die weite Welt auf, oft nach Amerika. Nie hat er sich laut über Heimweh oder den Verlust der Heimat geäussert. In einem einzigen Bild, das über acht Jahre lang entstand, spricht er es im Titel aus: Homesick.

Homesick, 1985-1993, Farbradierung, Aquatinta, Fotogravüre, Kaltnadel, aquarelliert
Die in der Ausstellung gezeigten rund 100 Werke aus über sechs Jahrzehnten künstlerischen Schaffens spiegeln eindrücklich wider, was Sovak sich mit Heimat, Identität, mit Sehnsüchten zwischen urbanen wie landschaftlichen Räumen, mit Erinnerungen an Orte und Architekturen auseinander gesetzt hat.

Im Garten, 2007, Digitale Arbeit auf Metallplatte
Fasziniert von den namenlosen Weiten der Wüsten Arizonas und Utahs, von Stadtansichten, vertikalen Gebäude-Strukturen der New Yorker Wolkenkratzer oder malerischen Strand- und Meereslandschaften, entstanden zeitlose Werke über (menschenleere) Orte der Zuflucht, imaginäre Räume und Plätze. Unter die sich Erinnerungen an Böhmen, collagenartige Rückblicke auf vergangene Reisen mit Erlebtem im Hergiswiler Haus, Garten und Umfeld mischen. Die Ausstellung lässt uns Sovaks künstlerische und persönliche Lebensweise miterleben und erfahren, dass Heimat – dieses vielschichtige Netz aus Beziehungen, Erinnerungen, Erfahrungen – wandel-und gestaltbar ist.
Ohne Titel (Bahnsteig) um 1958/59, Öl auf Leinwand, gerahmt
Die Schau rückt das fast lebenslang reflektierte Heimweh des 2022 verstorbenen Künstlers in den Fokus. Pravoslav Sovak war ein Weltbürger, der in Hergiswil zu Hause war, und von dort immer wieder in die Welt aufbrach. Geboren 1926 im ostböhmischen Vysoké Mýto, verliess Sovak 1968 nach dem Einmarsch der sowjetischen Armee seine Heimat – ein Weggehen, das den Grundstein für ein Werk legte, das sich zeitlos mit den Themen Verlust, Erinnerung und mit der Sehnsucht nach Identität auseinandersetzt.

Ohne Titel (Stillleben mit Früchten und Osterhasen), um 2007, Digitale Arbeit auf Metallplatte
Die Ausstellung «HOMESICK. ANDERSWO» ist bewusst keine klassische Retrospektive. Vielmehr geht sie der Frage nach, wie Sovak das Gefühl der Heimatlosigkeit in visuelle Poesie übersetzte. Im Fokus stehen Werke, die sein lebenslang reflektiertes Heimweh widerspiegeln. Ein Heimweh, das seinen Ursprung im Einmarsch der sowjetischen Armee am 21. August 1968 in Prag hat, das der 42-Jährige noch am selben Tag «verlässt» – so seine eigenen Worte.

Vertrautes, 2004, Farbaquatinta, Fotogravüre
Sovak hat sich nie laut über Heimweh oder den Verlust der Heimat geäussert. Es ist sein sinnliches, technisch brillantes OEuvre, das häufig eine tiefe Sehnsucht nach Identität oder Verortung widerspiegelt und uns miterleben lässt, dass Heimat immerfort wandel- und gestaltbar ist.

Walls C1, undatiert, Öl auf Leinwand
In einem einzigen Bild, das über acht Jahre lang entstand, spricht er es im Titel aus: Homesick. Unübersehbar zeigt sich ein ungestilltes Sehnen nach einem heimatspendenden Ort – ein Ort, der verheissungsvoll nahe über dem Horizont schwebt und doch in unerreichbarer Ferne zu liegen scheint.
Die Ausstellung dauert bis 4. Oktober 2026
Fotos: Josef Ritler
