FrontGesellschaft1. August 2017 auf dem Rütli

1. August 2017 auf dem Rütli

Über 1300 Personen pilgerten am 1. August aufs symbolträchtige Rütli und feierten den Geburtstag der Schweiz und das 100-jährige Bestehen der Pro Senectute. 

Der Bundeskanzler Walter Thurnherr und Eveline Widmer-Schlumpf, Präsidentin Pro Senectute Schweiz, wandten sich an die Besucher, darunter 100 Botschaftsvertreter.

Über 1300 Besucher verfolgten die 1.-August-Feier auf dem Rütli

Die Schweiz habe allen Grund, gelassen und selbstbewusst zu sein, sagte Thurnherr. «Nein, nicht weil wir anders sind, sondern weil wir gewisse Dinge anders machen: Wir regieren uns anders, wir organisieren uns anders, und wir entwickeln uns anders.»

Bundeskanzler Walter Thurnherr

Grund dafür ist gemäss Thurnherr nicht 1291, sondern das 19. Jahrhundert, als die Schweiz den Binnenmarkt geschaffen und sich eine moderne Verfassung mit einer direkten Demokratie gegeben habe. «Andere Länder behalten ihre Verfassung und ändern ständig ihre Regierung. Wir halten an der Regierung fest und ändern laufend die Verfassung», sagte der Bundeskanzler und lobte die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG), die den 1. August-Anlass organisiert hat:“Lediglich die Temperatur hätte man ein wenig runterschrauben können.“

Für seine Rede erhielt Thurnherr herzlichen Applaus. So hatte man den Bundeskanzler noch nie gehört. Eine Besucherin war begeistert.“Er hat mich total überrascht. Die Rede war geistreich und witzig.“

                                                                 

 Mutter Helvetia auf dem Schiff

Die erste Überraschung erlebten die Besucher aus der ganzen Schweiz schon auf dem Schiff von Brunnen aufs Rütli. Eine Schauspielerin aus dem Tessin hatte sich in Mutter Helvetia verwandelt. Viele wollten ein Selfie mit ihr machen.

Es war drückend heiss auf der Rütliwiese, dort wo der Legende nach die Schweiz vor 726 Jahren gegründet wurde. Die wenigen Schattenplätze waren heiss begehrt.

Jean-Daniel Gerber, Präsident der organisierenden Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft, führte durch das abwechslungsreiche Programm.

Eveline Widmer-Schlumpf wies darauf hin, wie sich die Zeit geändert hat. „Wir leben länger – und fühlen uns dennoch jünger. Wir hüten mit 70 noch Enkel, reisen um die Welt, lernen neue Sprachen oder den Umgang mit Online- Banking. Wir stehen voll im Leben und schmieden Pläne für die nächsten Lebensjahre.

Eveline Widmer-Schlumpf

Pro Senectute habe sich der Veränderung angepasst und helfe den älteren Menschen bei den vielfältigen Bedürfnissen: Beim Ausfüllen der Steuererklärung, beim Lernen, online SBB-Billette zu lösen und beratend bei Altersfragen zur Seite zu stehen. 18’000 Freiwillige helfen freiwillig mit.

Zu Seniorweb sagte die ehemalige Bundesrätin:“ Heute ist ein Tag der Dankbarkeit. Wir müssen dankbar sein, dass wir in einem Land leben, wo wir frei sind, die gleichen Rechte haben und dass wir sagen können, was wir denken. Das zeichnet uns gegenüber anderen Ländern aus.“

Das Rahmenprogramm war abwechslungsreich. Kinder in weissen Sennenkutten schwangen Fahnen durch die Lüfte, Jodlerin Barbara Klossner besang die Schönheit der Schweiz, Armbrustweltmeister Joel Brüschweiler traf mit der Armbrust ins Schwarze. Am Schluss wurde mit Begleitung des Musikvereins Brunnen die Landeshymne  mit dem alten Text gesungen. Der erneute Versuch, im zweiten Durchgang den Schweizer Psalm mit dem neuen Text „Weisses Kreuz auf rotem Grund…“ zu singen, fand weniger Anklang. Ein erneuter Versuch soll im nächsten Jahr gestartet werden.

Viele wünschen, dass der Besuch aufs Rütli künftig einfacher wird. Auch heuer musste man sich aus Sicherheitsgründen vorher anmelden und man kam nur mit einem speziellen Ticket und nach einer Gepäckdurchsuchung aufs Rütli.

Fotos: Josef Ritler (SBF)

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Jean-Daniel Gerber
 

 

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