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Projekte realisieren ohne Geld?

Eine gute Idee zu haben genügt meist nicht. Viele Projekte scheitern, weil das Geld fehlt. Kann durch Crowdfunding, durch Schwarmfinanzierung das Problem behoben werden? Hier ein Beispiel, das Seniorweb zu Ohren kam.

Die beiden Filmschaffenden Leila Kühni und Tanja Polli wollen einen Dokumentarfilm machen über lokale Friedensprojekte in verschiedenen Kulturen. Gute Idee! Aber woher das Geld nehmen? Bei der Filmförderung, dem Lotteriefond, bei Stiftungen anfragen?  Gut, aber dafür muss zuvor viel recherchiert werden. Kann Crowdfunding helfen?

Was ist Crowdfunding?

Crowdfunding, zusammengesetzt aus dem englischen crowd, d.h. (Menschen-) Menge und funding, d.h. Finanzierung, wird auf deutsch etwa mit «Schwarmfinanzierung» oder «Gruppenfinanzierung» übersetzt. Wer für die Umsetzung von Geschäftsideen, für soziale oder kulturelle Projekte Geld braucht, kann versuchen, private Kapitalgeber über eine Internetplattform vom Projekt zu überzeugen und zu einem finanziellen Beitrag zu motivieren.

«Pieces» als Crowdfunding-Projekt

Leila Kühni und Tanja Polli wollen in ihrem Film «Pieces» (Stücke, Teile) Beispiele von Friedensarbeit dokumentieren. Dadurch werden zwar weder der Krieg in der Ukraine noch der Nahostkonflikt gelöst. Aber lokale Initiativen sollen aufzeigen, wie eine friedliche Gegenwart und Zukunft gelebt werden kann. Orte des Geschehens werden eine Schule in Israel sein, wo arabische und jüdische Kinder gemeinsam unterrichtet werden, ebenso die Insel Idjwi im Kongo, wo eine Friedenskommission Zerstrittene über das Gespräch miteinander befrieden will. Sollte genügend Geld zusammenkommen, sind weitere Drehorte in Sarajevo und in der Ukraine vorgesehen.

Allein die Recherchearbeit für die Projekte in Israel und Kongo kostet 15 000 Franken. Werden Beispiele aus Sarajevo und der Ukraine noch eingebaut, sind weitere 10 000 Franken erforderlich. Für die Filmproduktion braucht es ca. 800 000.- Franken (Reisen, Kamerateams, Regie, Produktion, Filmmusik, Schnitt usw.). Dafür können dann die nationale und kantonale Filmförderung, das SRF und die eine oder andere Stiftung neben privaten Geldgebern angefragt werden.

Die beiden Filmschaffenden

Leila Kühni hat Kunstgeschichte und Wirtschaft studiert und wollte mit 35 Dokumentarfilmerin werden. Nach dem Besuch einer Filmschule in New York und einigen Lehr- und Wanderjahren macht sie jetzt im Filmkollektiv Einhornfilme Filme zu gesellschaftlichen und kulturellen Fragen. Sie ist Mitglied des ARF/FDS, des AutorInnen und -Regieverbandes der Schweiz. 

Hier liest Tanja Polli aus ihrem Büchlein «unter uns. Leben am Rande.» Tanja Polli ist freie Journalistin, Autorin und Filmemacherin. Sie leitet Reisen und kuratiert die Dokumentarfilmreihe der Volkart Stiftung in Winterthur. Im Jahre 2023 schloss sie den CAS «Dokumentarfilm» an der Hochschule der Künste Bern ab. 

Fundraising mit wemakeit

Leila Kühni und Tanja Polli haben ihr Projekt auf wemakeit (d.h. we make it, wir machen es) präsentiert. Wemakeit ist die viertgrösste Crowdfunding-Plattform Europas und in der Schweiz und in Österreich tätig. Mit aktuell 15 Mitarbeitenden haben sie seit 2012 bereits über 7000 Projekte mit über 100 Mio Fr. dank eines kleinen finanziellen Beitrags von über 600 000 Personen unterstützt.

Für die Recherchearbeit für den Film «Pieces» haben die beiden Filmschaffenden Stand heute bereits 18 220 Franken erhalten. Die Recherchen in Israel und Kongo sind also bereits finanziert. Sollten noch Friedensprojekte in Sarajevo und die Ukraine einbezogen werden, sind bis in zwei Wochen noch 6 880 Fr. einzuzahlen. Einzahlungen von 25, 50, 100 oder mehr Franken werden mit einer Nennung im Filmabspann, einer DVD oder einem Filmlink u. a. honoriert. Wenn das Filmprojekt scheitert, wird der einbezahlte Betrag zurückbezahlt.

Vielleicht ermuntert Sie dieses Beispiel, ein eigenes spannendes Projekt über wemakeit finanziell unterstützen zu lassen oder wertvolle Projekte anderer mit einem kleinen Beitrag mitzufinanzieren.

Titelbild: Banksy: Armoured Peace Dove (gepanzerte Friedenstaube), Bethlehem 2007, von wikimedia commons

 

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