StartseiteMagazinGesundheitSommer – gefährlich und ungesund

Sommer – gefährlich und ungesund

Eigentlich gehört der Sommer verboten. Oder kennen Sie aktuell jemanden, der sich über diese Jahreszeit freut? Sommer, das heisst doch Hitze, Schweiss und Sonnenbrand, die Alten sterben und die Jungen ertrinken in den Seen und Flüssen. «Wann wird es endlich richtig Sommer?», sang mal ein Entertainer. Aber darauf wartet niemand mehr.

Wo soll man anfangen mit den verschiedenen Gefahrenquellen? Beim Ozon, zum Beispiel. Für die einen ist das aus drei Sauerstoffatomen aufgebaute Molekül das reinste Teufelszeug in der sonnenwarmen Luft. Es reizt die Schleimhäute, brennt in den Augen, ist für  Asthmaanfälle verantwortlich und kann im Gehirn neurologische Erkrankungen auslösen.

Ozon wird durch einen photochemischen Prozess gebildet. Stickoxide und durch Abgase belastete Luft lassen bei intensiver Sonneneinstrahlung die Ozonbelastung weit über die definierten Grenzwerte hinaus ansteigen. Mit den oben beschriebenen gesundheitlichen Gefahren. Das Bundesamt für Gesundheit BAG definiert den Grenzwert bei Sommersmog – ein Synonym für die Ozonbelastung – bei 180 Mikrogramm pro Kubikmeter (180 µg/m3) bei einem  unbedenklichen Normalwert von 51 bis 110 µg/m3.

Und wie schützt man sich vor diesem Reizgas? Weil sich Ozon bei Sonnenschein im Laufe des Tages langsam aufbaut, sollte man seine Aktivitäten im Freien auf die Vormittagsstunden verlegen. Und sich am Nachmittag bei geschlossenen Fenstern im Haus oder der Wohnung aufhalten – so, wie es auch zum Schutz vor der Hitze für Ältere aktuell empfohlen wird.

Ozon, ganz weit oben, schützt vor den gefährlichen UV-Strahlen. 

Ozon hat allerdings zwei Seiten, ist eine Definitionsfrage. Denn auf 20 bis 30 Kilometern Höhe schwebt über uns ebenfalls eine Ozonschicht. Diese aber schützt vor zu viel ultravioletter Strahlung und dieser Schutzschild ist für uns lebensnotwendig.

Die zwei Seiten der UV-Strahlung

Damit kommen wir direkt zu der Belastung mit UV-Licht, das Sonnenbrand und  im schlimmsten Fall Hautkrebs auslöst. Wurde kürzlich thematisiert. Sonnenlicht ist aber auch verantwortlich für die Bildung von Vitamin D, das für starke Knochen und für viele Stoffwechselvorgänge im Körper unverzichtbar ist.

Sommer heisst, viel trinken. Das wird überall geraten und ist während des ganzen Jahres eine gute Empfehlung. Idealer Durstlöscher ist Wasser. Es ist kalorienfrei, wenn auch auf Dauer ziemlich langweilig. Wer Abwechslung liebt, sollte allerdings aus naheliegenden Gründen weniger zum Eistee aus dem Supermarkt, zum Energydrink oder zum kühlen Bier greifen. Fruchtsaft ist eine beliebte Variante, nur sollten, um den Zuckerkonsum etwas zu minimieren, ein Teil Saft mit drei Teilen Wasser verdünnt werden. Kräutertees sind ebenfalls zu empfehlen. Eine Bouillon zur Abwechslung füllt, gerade bei starkem Schwitzen, den Elektrolytenhaushalt des Körpers wieder auf.

Wasser muss nicht langweilig sein – siehe Bild.

Ältere Personen, vor allem solche mit Herz- oder Nierenproblemen, sollten es mit dem Trinken an heissen Tagen aber nicht übertreiben, das kann zu Ödemen führen. 1,5 bis 1,8 Liter pro Tagen sollten es sein. Wer zu wenig trinkt, fühlt sich bald mal schwindlig, kann sich nicht konzentrieren und die Sturzgefahr erhöht sich. Weil ältere Personen vielfach weniger Durst verspüren, ist es sinnvoll, ein eigentliches Trinkmanagement aufzubauen. Das können zwei Thermosflaschen sein, die am Morgen gefüllt werden und am Abend leer getrunken sein müssen, oder ein Tablett mit sechs Drei-Deziliter-Gläsern, die nach und nach gefüllt und geleert werden.

Genügend, aber nicht zu viel trinken

Faustregel: Wenn man durstig wird, dann schlägt der Körper bereits Alarm und man sollte schnell zum Glas mit Wasser greifen. Oder mal mit einem Kaffee aushelfen, denn auch diese Flüssigkeit zählt. Auch wenn man lange glaubte, Kaffee wirke eher entwässernd. Wer dann noch auf etwas leichtere, eher gemüsebasierte  Kost umstellt, der wird den Sommer trotz Hitze geniessen.

Und daran denken: In drei Monaten überlegt man sich am Morgen bereits wieder, ob man die leichte oder die wärmere Jacke anziehen soll. Es lebe der Sommer!

Die zwei Seiten der Sonne 
Rinnen muss der Schweiss  
Sommer, Sonne – und Schweiss

 

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