Herbsttage sind Wandertage. Senioren sind Wanderfreunde. Berge sind Wanderparadiese. Doch wir könnten über Hürden stolpern: Nämlich: Welche Wege sind überlaufen? Wo sind diese staugefährdeten Wanderstrassen? Welche Routen sind längst nicht so schön, wie die Enthusiasten schwärmen? Hier die Antworten.
Bähnli sind des echten Wanderers Feind. Freude machts nur, wenn im Frühtau zu Berge, stolz machts nur, wenn von ganz unten nach ganz oben. Ach was. Wir Seniorinnen und Senioren zmörgelen vorher gerne und beauftragen den Seilbahnmaschinisten mit der anstrengendsten Büez.
Trotzdem können Widrigkeiten die Freude schmälern. Wir haben einige Routen mit trüberen Aussichten ausgewählt.
Die einfachste Regel, um den Wandererstaus zu entgehen: Ziele, die man erst nach einem mindestens halbstündigen Fussmarsch erreicht, schrecken viele ab. Und an Werktagen ist meist weniger los.
Schuhe herausziehen
🥾 Einsam oder zweisam wandern.
🥾🥾 Doch, doch, hier unterwegs zu sein, das geht.
🥾🥾🥾 Achtung, Dichtestress droht.
🥾🥾🥾🥾 Staugefahr.
🥾🥾🥾🥾🥾 Social Media war hier.
🥾🥾🥾🥾🥾🥾 Sieht jemand hier noch Berge?
Bei Kandersteg
Der Oeschinensee oberhalb von Kandersteg ist in den letzten Jahren zu einem oft arg überfüllten Ausflugsziel geworden. Dazu beigetragen haben der kurze Spazierweg (25 Minuten) von der Gondelbahn und die idyllische Lage. Empfehlenswerte Variante: Allmenalpbahn ab Kandersteg mit beeindruckender Aussicht auf der Alp. 🥾🥾🥾
Am Alpstein
Das Bergasthaus Äscher ist nach 15 Minuten Marsch ab der Bergstation der Seilbahn Wasserauen-Ebenalp zu erreichen. Die idyllische Wirtschaft ist dank Social Mdia international bekannt geworden. Die Aufmerksamkeit freut längst nicht alle. Der Hype bewirkte, dass die Bergwirtschaft zum Mahnmal für überbordenden Overtourismus wurde. 🥾🥾🥾🥾🥾
Nochmals am Alpstein
Neben dem Äscher ist der nahe Seealpsee ein ebenfalls vielbegangenes Ausflugsziel. An schönen Wochenenden bemühen sich dichte Scharen von Fussgängerinnen und Kinderwagenstossern den steilen Asphaltweg hinauf. Unter der Masse leidet am Seealpsee nicht nur die Idylle, sondern durch den Müll auch der See. Von Wasserauen bis zum See haben die Wanderer aufwärts mit einem fast einstündigen Marsch zu rechnen. 🥾🥾🥾
Neuenburger und Waadtländer Jura
Es ist hier wie anderswo: Weil man mit dem Auto nah zum Creux du Van heranfahren kann, wimmelt es an den Wochenenden im Sommer und Herbst von Tagesausflüglern. Die meisten bevorzugen den Weg nah an der Felskante. Die Felsarena im Jura ist ja auch spektakulär. Ebenfalls gilt auch hier das Gleiche wie an anderen Orten: Wer früh am Morgen oder erst am späteren Nachmittag startet, entgeht dem ganz grossen Trubel. 🥾🥾🥾🥾
Bei Gstaad
Spätestens seit Span den Lauenensee als Sehnsuchtsort besungen haben, profitiert der kleine Bergsee bei Gstaad von diesem Nimbus. Die Wanderer können den Ohrwurm unbesorgt mitsingen, es drohen keine atemraubende Steigungen. Die Rundstrecke ist flach. Die Parkplätze sind im Sommer und Frühherbst meist bereits am Morgen komplett belegt. Von der Busstation Rohrbrücke rund im den See und wieder zurück sind 2 Stunden einzuplanen.
🥾🥾🥾🥾
An der Verzasca
Ist das ein Wanderweg? Nein, eine Partymeile. Rund um die Brücke Ponte dei Salti in Lavertezzo wird das Ufer der Verzasca im Sommer zum Jubel-Trubel-Hotspot. Die Bewohnenden des hinteren Tals haben deutlich mehr Ärger als Freude. Die Wildparkierer und Vergnügungssüchtigen verstopfen das Tal. Der als Römerbrücke bekannte zweiteilige Übergang ist allerdings sehenswert. Das ist er aber auch ausserhalb der Partyperiode. 🥾🥾🥾🥾🥾🥾
Am Pizol
Die Fünf-Seen–Wanderung im Kanton St. Gallen beginnt bei der Bergstation der Pizolbahn und endet nach rund vier Stunden Fussmarsch bei der Station Gaffia. Es ist damit kein Spaziergang, sondern eine veritable alpine Tour oberhalb der Waldgrenze. Weil sie durch die Bergbahnen leicht zu erreichen und gut ausgeschildert ist, begegnen den Wanderern im Sommer/Herbst und bei gutem Wetter am Wochenende viele hundert Gleichgesinnte. 🥾🥾
Beim Aletschgletscher
Auch der Aletschgletscher schrumpft. Aber er ist immer noch der grösste Eisstrom der Alpen. Der Gletscherweg Aletsch führt von der Bergstation Bettmerhorn zum Märjelensee. Von dort erreicht man durch einen beleuchteten Tunnel die andere Seite des Tälligrats und dann nach der rund vierstündigen Wanderung die Fiescheralp. Die gut gesicherte Route ermöglicht einen eindrücklichen Blick auf das Hochgebirgseis. Das zieht viele, viele Mitwanderer aus der ganzen Welt an. 🥾🥾
Rigi
Hinauf zu Rigi-Kulm kommt man mit den Bahnen ab Arth-Goldau oder Vitznau mühelos. Hinab auf dem holprigen Weg zur Staffel wären viele ausländische Touristen froh, wenn sie statt der Badelatschen geeigneteres Schuhwerk angezogen hätten. Deshalb ist die Strecke für berggewohntere Zuschauer ein abwechslungsreiches internationales Schaulaufen. Der Abschnitt von der Staffel bis Kaltbad ist ein etwas weniger begangener Vielvölkerweg. 🥾🥾🥾🥾🥾
Bei Grindelwald
In der Tourismuswerbung wird der Eigertrail als spektakuläre Wanderung am Fuss der Eiger-Nordwand beschrieben. Allerdings muss man hinnehmen, dass weite Teile des Wegs über alpines Geröll führt. Die spektakuläre Aussicht und die unmittelbare Nähe zur Eigernordwand entschädigen für das eingeschränkte Wandererlebnis. Die positiven Erlebnisse überwiegen offenbar. Am Wochenende sind die vielen Nordwand-Fans kaum zu zählen.🥾🥾
Karten: Landestopographie, Markierungen pst. Titelbild: Pixabay pst.











Ebenfalls überlaufen: der Kammweg vom Klingenstock zum Fronalpstock. Fast wie am Mount Everest. Es hat hier halt Bergbahnen hinauf und hinunter.
Merci.
Es gibt noch mehrere derartige Wege, wobei meistens alles von Wetter, Wochentag, Tageszeit und Jahreszeit abhängt.
wietere Kanditaten:
Männlichen – Kleine Scheidegg
Sentier du Tour du Mont Blanc
Küstenweg Cinque Terre
Fast immner menschenleere SuperPanoramarouten fndet man unter anderem im Mittelwallis (Crans-Montana – Rawil – Anzere, Eifischtal, Eringertal, Ermenztal).