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Forum der Möglichkeiten

Der 1. Oktober, der internationale Tag der älteren Menschen, wurde auch in Wil (SG) zum Anlass genommen, ältere Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen und sie zu informieren über Angebote fürs Alter. Möglichkeiten für Ältere, die Gemeinschaft zum Wohle aller mitzugestalten, wurden aufgezeigt.

Das Forum 60plus der Region Wil schaffte es, im katholischen Pfarreizentrum in Wil für ca. 300 Interessierte einen äusserst anregenden Nachmittag zu organisieren.

Kurzvorträge

Da gab es in einem bis auf den letzten Platz gefüllten Saal Kurzvorträge mit anschliessender Fragerunde:

  • «Selbstbestimmte Vorsorge. Vorsorgeauftrag und Nachlassplanung» (Raiffeisen)
  • «Ihre Erfahrung zählt! Jetzt freiwillig engagieren!» (Benevol)
  • «Cyberrisiken & sicheres Verhalten im Internet. Aktuelle Betrugsmaschen, Passwortsicherheit, kritisches Hinterfragen von digitalen Inhalten» (Raiffeisen)
  • «Yoga auf dem Stuhl für Seniorinnen» (Volkshochschule)

Vanessa Schwager erläuterte drei Phasen der selbstbestimmten Vorsorge: bei voller Urteilsfähigkeit, bei Urteilsunfähigkeit und angesichts der Endlichkeit des Lebens bei der Nachlassplanung.

Informationsstände und Gesprächsangebote

Im grössten Saal des Pfarreizentrums fand ein «Tischmarkt» statt. Da zeigten Altersorganisationen auf, welche Angebote im Bedarfsfall bereitstehen und wie man sich als rüstiger Freiwilliger engagieren kann, um für sich und andere was Sinnvolles zu tun.

  • Thurvita begleitet ältere pflegebedürftige Menschen in den eigenen vier Wänden oder im Heim: Die Thurvita Spitex bietet Haushalthilfe, medizinische und psychosoziale Pflege und Betreuung zuhause an. Thurvita- Alterswohnungen ermöglichen ein Leben zuhause mit individuell gewählten Dienstleistungen. Thurvita Pflegeheime ermöglichen einen stationären Aufenthalt von pflegebedürftigen Personen. Menschen mit Demenz werden in «familiären Wohngruppen» betreut. Zudem gibt es Möglichkeiten für Kurz- oder Tagesaufenthalte für pflegebedürftige Personen, um betreuende Angehörige zu entlasten. Nicht zu vergessen der Mahlzeitendienst und die Angebote auch für die Öffentlchkeit im Restaurant «Chez Grand Maman» oder im Filou Bistro.

Am Stand der Thurvita erinnerte das Glücksrad daran, dass es beim Altern auch immer Glück braucht.

  • Die Evangelische Kirchgemeinde lud Alt und Jung ein, gemeinsam unterwegs zu sein etwa in Gottesdiensten, bei gemeinsamen Ausflügen oder beim «Singen, Spielen, Stricken».
  • Die Katholische Pfarr- und Kirchgemeinde Wil erinnerte an ihre Angebote wie Senioren-Mittagstisch, Seniorenferien und Tagesausflüge, Spiel- und Jassnachmittage, Singtreff und kulturelle Angebote, Trauercafé und Gesprächsangebote, Altersseelsorge in Heimen und zu Hause, Begegnungen mit Gleichgesinnten in herzlicher Atmosphäre. Angebote funktionieren nur mit engagierten Mitwirkenden. Deswegen munterte «Kathwil» auf: «Bleiben Sie aktiv. Bleiben Sie verbunden.»
  • Pro Senectute Wil&Toggenburg, eine Anlaufstelle für Altersfragen für 17 Gemeinden der Region Will, gab einen Überblick über ihre Dienstleistungen: Sozial- und Fachberatung, Hilfen im Alltag. Ältere können in Pro Senectute-Kursen Sprachen lernen, Computer- und IT-Kenntnisse vertiefen, Kreativität und Geselligkeit pflegen oder gemeinsam mit anderen fitter werden. Im «Sozialzeit-Engagement» werden Freiwillige zur Mitarbeit ermuntert und geschult, sich für sinnstiftende Tätigkeiten in der Zivilgesellschaft einzusetzen.

Pro Senectute bietet Passendes für Kreative, Aktive, Lernwillige, Freiwillige und Unterstützungsbedürftige.

  • Caritas St. Gallen Appenzell unterstützt Armutsbetroffene und Menschen mit knappem Budget mit ihren Caritas-Märkten, wo Lebensmittel und Produkte für den täglichen Bedarf zu vergünstigten Preisen eingekauft werden können. Interessierte Freiwillige wurden über mögliche Einsätze (ca. einen halben Tag/Woche) im Caritas Markt Wil informiert.
  • Benevol St. Gallen vermittelt Freiwillige an rund 300 Partnerorganisationen und bietet Weiterbildungen für Freiwillige und Vereinsvorstände an. Vorgestellt wurde auch «benephone», eine Telefonkette für ältere und alleinlebende Menschen. Dabei verbinden sich telefonisch vier bis sechs alleinstehende Personen, die einander zweimal wöchentlich kurz anrufen und einander erzählen, wie es ihnen geht und was sie beschäftigt: eine wertvolle Gelegenheit, nicht zu vereinsamen und allenfalls Freundschaften entstehen zu lassen.
  • Seit 1968 bietet die Genossenschaft für Alterswohnungen preisgünstigen Wohnraum an, zurzeit 206 Wohnungen in 4 Siedlungen. Anmelden können sich Interessierte im AHV-Alter oder mit einer vollen IV-Rente. Neben einer altersgerechten Wohnung gibt es leichten Zugang zu Cafeterias , Fitnessräumen und Gartenbeeten. Vertraute Ansprechpersonen und Informationsanlässe erleichtern den Zugang zu altersspezifischen Dienstleistungen.
  • Die Stiftung Heimstätten Wil begleitet Menschen mit Unterstützungsbedarf in den Bereichen Wohnen, Tagesstruktur, Arbeit und Ausbildung. Im Stiftungsladen in Wil können Produkte erworben werden oder Gemüse- und Früchtekisten mit Esswaren aus der eigenen Bio-Gärtnerei oder von regionalen Bio-Produzenten werden regelmässig nach Hause geliefert.

Lässt sich dieses Paar alle zwei Wochen eine Wiler Kiste mit Bio-Gemüse nach Hause liefern?

  • Der 2025 gegründete Verein Zukunft Spital Wil «fördert eine moderne und kosteneffiziente Gesundheitsversorgung in der Region Wil und vertritt die Bevölkerung gegenüber Institutionen. Er strebt zukunftsfähige Lösungen für das Spital Wil an und steht dazu in einem offenen Dialog mit den politischen Entscheidungsträgern und HOCH.»
  • Die Volkshochschule Wil ermöglicht mit ihrem vielseitigen Programm Möglichkeiten für lebenslanges Lernen, persönliche Weiterentwicklung und Begegnungen beim gemeinsamen Kursbesuch.

Die Volkshochschule zitiert Aristoteles: Bildung ist der beste Proviant für die Reise ins hohe Alter.

  • Für einen aktuellen Überblick in Sachen Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) und Ergänzungsleistungen (EL) sorgte der Stand der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen. Broschüren mit Stand am 1. Januar 2026 konnten mitgenommen werden etwa zu «Flexibler Rentenbezug», «Ihr Recht auf Ergänzungsleistungen zur AHV und IV» oder «Altersrenten und Hilflosenentschädigung der AHV.»

Besucherinnen und Besucher

Die Besuchenden des Anlasses waren oft erstaunt über das vielfältige Angebot und liessen sich von da und dort berieseln oder vertieften sich aufgrund ihrer biographischen Situation in ein konkretes Angebot, das ihren Bedürfnissen und Interessen entgegenkam. Zwischendurch konnte man sich mit Speis und Trank stärken und sich mit Bekannten und Unbekannten über Chancen und Schwierigkeiten des Alterns austauschen.

Zwischendurch werden die Gespräche durch aufmerksames Zuhören unterbrochen.

Vereinsvorstand zufrieden und bereit zu weiteren Taten

Der Vereinsvorstand des 2023 gegründeten Forums 60plus der Region Wil zeigte sich sehr zufrieden über den Anlass und will in einem Jahr am 1. Oktober 2027 am internationalen Tag der älteren Menschen trotz der happigen Vorbereitungsarbeiten wieder für Möglichkeiten der Information und des Austausches unter den Älteren der Region sorgen. Damit kann der Verein seinem Leitsatz folgen, den Präsident Daniel Meili in seiner Grussbotschaft so formulierte:

«Im Forum 60plus gestalten wir das Älterwerden aktiv, gemeinsam selbstbewusst und mit Freude am Leben.Bei uns finden Sie neu Kontakte, interessante Informationen und Möglichkeiten, sich einzubringen. Wir informieren, animieren und verbinden.Wir vertreten die Anliegen der älteren Generation in Politik und Gesellschaft und setzen uns für Themen ein, die uns direkt betreffen. Wer bei uns mitmacht, bleibt vernetzt, informiert und aktiv.»

Marc Bilger, Departementsleiter Gesellschaft und Sicherheit der Stadt Wil (Mitte), freut sich mit dem Präsidenten Daniel Meili (l) und dem Medienverantwortlichen des Forums 60plus, Dani Wyler, über den gelungenen Anlass.

Grusswort der Stadt Wil

Die zuständige Stadträtin Cornelia Kunz liess sich am Anlass vertreten durch Marc Bilger vom Departement Gesellschaft und Sicherheit. Marc Bilger war begeistert vom «Forum der Möglichkeiten.» Denn der Anlass zeige die vielen Möglichkeiten auf, wie Menschen in der Region Wil in Würde leben können, auch wenn sie pflege- oder betreuungsbedürftig seien. Ebenso eröffne der Anlass Möglichkeiten für Ältere, sich in der Gemeinschaft zu engagieren und sich mit den Lebenserfahrungen und dem im Laufe des Lebens erworbenen Know How zum eigenen Wohl und zum Wohl der Gemeinschaft einzubringen.

Marc Bilger bedankte sich für das Engagement des Forums 60plus und für die angenehme Zusammenarbeit mit der Stadt. Ebenso sprach er seinen Dank aus für die Hauptpartner des Anlasses: Raiffeisenbank, Genossenschaft für Alterwohnungen Wil, Thurvita, Pro Senectute, die zahlreichen Ausstellerinnen und Aussteller.

Marc Bilger in seiner Grussbotschaft der Stadt Wil vor einem Bild des Stadtweihers mit Blick auf die Altstadt.

Internationale Gedenktage

Internationale Gedenktage oder Welttage bringen erst etwas, wenn sie lokal konkretisiert werden und dazu dienen, für wichtige Anliegen einen Augenblick innezuhalten. Es ist erfreulich, dass der 1. Oktober, der internationale Tag der älteren Menschen, in vielen Städten und Gemeinden der Schweiz, beispielsweise in Wil,  dazu genutzt wird, Chancen und Schwierigkeiten des Alterns zu bedenken und mitzuwirken an einem Altern in Würde für alle.

Titelbild: Der «Tischmarkt» bietet viele Möglichkeiten, sich über Angebote für Ältere in der Stadt Wil zu informieren. (Alle Fotos bs)

 

 

 

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