FrontGesundheitPolymyalgie - warum die Rückfälle?

Polymyalgie – warum die Rückfälle?

Frage:
Ich leide seit knapp zwei Jahren an einer Polymyalgie. Ich habe damals mit 50 mg Prednison täglich begonnen und war vor einer auf Woche auf 2 mg. Mit der Dosis von 4 mg fühlte ich mich praktisch gesund, konnte wieder normal gehen, Sport treiben, hatte praktisch keine Beschwerden mehr, war überglücklich. Nun stellten sich vor einer Woche, nach Rückgang der Dosis von 3 auf 2 mg Prednison, vermeintliche Herzprobleme ein. Nach sorgfältiger Untersuchung durch den Hausarzt mit Kardiagramm und Röngtgenbild blieben davon dann nur noch die schlechten Blutwerte: ergo Rückfall der Polymyalgie und Erhöhung der Dosis des Medikamentes. Ich bin sehr enttäuscht. Warum denn immer wieder diese Rückfälle (es ist der dritte nach Beginn der Erkrankung)? Der Hausarzt kennt den Grund dafür auch nicht.

Antwort von Christoph Kronauer KD Dr. med.:
Offenbar leiden Sie an einer hartnäckigen Polymyalgia rheumatica (dies die vollständige medizinische Bezeichnung) mit bereits dem dritten Rezidiv. Nun, dies ist leider nichts Aussergewöhnliches, diese Erkrankung hat eine ausgesprochene Tendenz zu rezidivieren. Wichtig ist, dass die Rezidive erkannt und prompt mit einer Erhöhung der Steroiddosis therapiert werden, sonst können sich auch plötzlich schwere Komplikationen einstellen. Eine sehr gefürchtete Komplikation ist die Erblindung, bedingt durch die Gefässentzündung in den Augen. Bei der Polymyalgia rheumatica handelt es sich ja um eine sterile generalisierte Gefässentzündung, die sich vorwiegend durch Schmerzen im Schulter- und Beckenbereich manifestiert, aber in selteneren Fällen auch die Augen oder die Kaumuskulatur (Schmerzen beim Essen) befallen kann. Da es sich primär um eine chronische oder chronisch-wiederkehrende Erkrankung ohne bekannte Ursache handelt, ist die Frage nach der Ursache der Rezidive müssig. Als Ursache der Erkrankung vermutet man ein autoimmunes Geschehen. Wichtig ist die konsequente Therapie und meist genügen 15-20 mg Prednison, allenfalls über mehrere Monate bis Jahre. Das Ziel besteht darin, die kleinste mögliche Prednison-Dosis zu finden, die einem Rezidiv vorbeugt. Diese Prednison-Dosis werden Sie zusammen mit Ihrem Hausarzt finden müssen; das kann ein langwieriger Prozess sein, dafür sind sie dann beschwerdefrei und müssen sich nicht vor Komplikationen fürchten.

1 Kommentar

  1. Ja, es ist eine heimtückische Krankheit, welche bei mir im Mai 2018 begann mit starken Schulterbeschwerden re. Ich machte Uebungen und verwendete Salben. Als keine Besserung eintrat, ging ich zum Hausarzt, welcher «Turnübungen» machte mit meinem re Arm und sagte ich solle weitermachen mit Uebungen und «Einschmieren» Als nicht wehleidiger Mensch machte ich das weiter, auch als die Beschwerden sich ausweiteten auf das linke Schultergelenk. Im Okt./Nov. konnte ich kaum mehr vom Bett aufstehen, das gelang mir nur mittels Ueberschlag. Weiteres Mal zum Hausarzt, diesmal meinte er, nun sei es paarig und somit die Diagnose klar: Es sei Polymyopathie. Die Senkung war über 60. In allen Krankheitsbeschreibungen steht, eine rasche Diagnosestellung sei sehr wichtig. Hätte der Arzt schon im Mai eine Blutsenkung gemacht, hätte mit dem Kortison früher eingesetzt werden können und monatelange kaum auszuhaltende Schmerzen wäre nicht notwendig gewesen. Nach der Besserung, begann er sukzessive die Dosierung zu senken und versprach mir, dass ich Ende Mai 2020 «vom Korison und seinen Nebenwirkungen befreit sein würde. Weit gefehlt, die Beschwerden begannen von Neuem. Nach erneuter Besserung wurde die Dosierung auf 5mg gesenkt und jetzt erlebe ich den 2. Rückfall. Da ich seit Nov. 2019 zudem an Polyneuropathie leide, bin ich am verzweifeln und wenn ich an all die Medis mit ihren Nebenwirkungen denke und leider auch!

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

spot_img

Beliebte Artikel