Kultur

Schweizer Feste und Bräuche

Die Schweiz verfügt über eine reichhaltige Volksfestkultur. Davon zeugen die beiden Bildbände „Schweizer Feste und Bräuche“.

„Was ist die Schweiz? Die Frage ist leichter gestellt als beantwortet“, schreibt Bundesrat Ueli Maurer in seinem Vorwort zu den beiden Bildbänden „Schweizer Feste und Bräuche“. Eine mögliche Antwort liefern die beiden opulenten Bildbände über die Schweizer Volksfestkultur. Sie sind mehr als nur eine systematische Bestandsaufnahme über die Feste und Bräuche in der Schweiz. Sicht- und erlebbar gemacht wird ein reichhaltiges kulturelles Erbe, das viel über die Eigenart und das Selbstverständnis der Schweiz aussagt.

220 Feste und Bräuche im Jahresverlauf

Die beiden Bildbände umfassen rund 220 Feste und Bräuche im Jahresverlauf. Der erste Band beinhaltet den Zeitraum vom Winter bis in den Sommer, der zweite den vom Sommer bis in den Herbst. In der Winterzeit dominieren kirchliche Feste und Bräuche, an Silvester, Neujahr und in der Fasnacht die Maskenbräuche. Beschrieben sind unter anderem das Neujahrssingen in Sargans, die Pelzmartiga von Kandersteg, die Hudlete und Pöögglete in Wimmis, die Haderpotschete in Interlaken, das Bärzeli in Hallwil und viele mehr, die von urchigen, derben Formen des Maskentreibens zeugen.

Bräuche und Feste im Frühling bis Sommer symbolisieren das Erwachen der Natur, so der lodernde Holzstoss am Zürcher Sechseläuten, weiter verschiedene Eierbräuche wie die Eierleset in Effingen, etwas später die Alpaufzüge, Kinderfeste wie der Maibär in Bad Ragaz oder der Pfingstsprützlig in Sulz. Im Sommer ist die Schweiz eine grosse Festhütte mit Open Airs, Seenachtsfesten, Oldtimer-Autoshows und Mittelalterfeste auf Burgen wie in Bellinzona.

Im Herbst dominieren die Feste des Dankes mit Märkten, Viehschauen, Älplerchilbis, Winzerfesten sowie andere Bräuche wie Bachfischet in Aarau, Engelweihe und Bettagsritt in Einsiedeln. Im November und Dezember wird vielerorts der Fasnachtsbeginn am 11.11. gefeiert und Anfang Dezember sind Geisslechlöpfer und Samichläuse unterwegs.

Ein Kenner und Liebhaber des Brauchtums

Alle dargestellten Feste und Bräuche sind kurz beschrieben und reich bebildert (insgesamt 1100 farbige Fotos). Autor dieses umfassenden Werks ist der aus dem Sarganserland stammende ehemalige Reallehrer Albert Bärtsch, ein Kenner und Liebhaber des schweizerischen Brauchtums und Verfasser mehrerer Schriften über die hiesige Volkskultur.

Dargestellt sind eidgenössische und regionale, traditionelle und moderne Feste und Bräuche. Alle bekannten Brauch- und Festtypen sind vorhanden, kirchliche und weltliche, gesellige und besinnliche. Sie alle sind Ausdruck einer lebendigen Kultur, die von der vielfältigen Tradition unseres Landes zeugen. Neben den traditionellen Veranstaltungen ist auch die Moderne mit Street Parade in Zürich und Misswahlen vertreten, sie belegt die Wandelbarkeit der Bräuche und Feste in unserem Land.

„Das Werk soll auch dazu beitragen, die Identität der Bewohner mit unserem schönen Land zu vertiefen und die Integration aller Bewohner zu vertiefen“, schreibt der Autor in seiner Einleitung. Die beiden Bildbände bieten reichlich Stoff, unsere bewahrende und sich wandelnde Volkskultur zu erkunden, und sind nicht nur für Volkskulturliebhaber ein willkommenes Geschenk.

Schweizer Feste und Bräuche, Albert Bärtsch, Verlag Stutz Druck AG, Wädenswil, ISBN 978-3-85928-077-9, CHF 30.00