FrontGesundheitBewegung ist das A und O

Bewegung ist das A und O

Feiertage, das heisst auch gutes Essen und wenig Bewegung. Doch die Gemütlichkeit birgt Risiken. Denn Thrombosen bilden sich nicht nur nach Operationen oder auf Langstreckenflügen.

Wenn es draussen neblig kalt oder eisig ist, die Bise einem um die Nasenspitze pfeift, dann bleiben ältere Menschen oft am liebsten zu Hause. Aber die gemütlichen Stunden auf dem Sofa oder vor dem Fernseher können recht ungemütlich enden.

Vor allem Venen sind betroffen

Wer zu lange nur sitzt oder liegt, der belastet seinen Blutkreislauf über Gebühr. Und weil Ältere nicht mehr so elastische Blutgefässe haben, besteht die Gefahr, dass sich im Blut Gerinnsel bilden. Am häufigsten geschieht dies in den Venen, wo die Fliessgeschwindigkeit des Blutes im Gegensatz zu der in den Arterien deutlich verringert ist.

Krampfadern sind mehr als ein kosmetisches Problem. (Bilder Bernadette Reichlin)

Deshalb werden in den Spitälern nach Operationen, wo eine schnelle Mobilisation nicht möglich ist, Kompressionsstrümpfe verordnet. Die unterstützen die Gefässwände beim Transport des Blutes, das heisst das «verbrauchte» venöse Blut kann aus den Füssen und Beinen leichter wieder zum Herzen gepumpt werden.

Thrombosen sind lebensgefährlich

Wer unter Krampfadern leidet, der sieht förmlich, wie sich das Blut in den Venen staut und wird beim Besuch eines Facharztes auch aufgeklärt, dass die dicken blauen Adernsträngen keinesfalls nur ein kosmetisches Problem sind. Denn in den erweiterten Adern mit oft geschädigten Gefässinnenwänden können kleinste Blutgerinnsel, ein Thrombus, leicht hängen bleiben, anwachsen und sich zu einer lebensgefährlichen Thrombose entwickeln. In den weitaus meisten Fällen geschieht dies in den Beinen, seltener auch im Becken.

Und Thrombosen sind wegen ihrer möglichen Komplikationen gefürchtet. Denn wenn so ein Gerinnsel sich von der Venenwand löst , besteht die Gefahr, dass es in der Lunge lebenswichtige Blutgefässe blockiert. An einer solchen Lungenembolie sterben jährlich mehr Menschen als im Strassenverkehr.

Prophylaxe ist wichtig

Und was hat das nun alles mit der kommenen Weihnachtsgemütlichkeit zu tun? Bewegungsmangel ist ein Risikofaktor, den es nicht zu unterschätzen gilt. Vielen ist das bewusst und sie tragen zum Beispiel auf Langstreckenflügen Kompressionsstrümpfe und bemühen sich, viel Wasser zu trinken. Dass derselbe Effekt auch beim stundenlangen Sitzen auf dem Sofa, im Familienkreis oder in sonstiger gemütlicher Runde auftreten kann, daran wird gar nicht gedacht.

Viel trinken, viel Bewegung und kalte Beingüsse helfen dabei, Venen gesund zu erhalten.

Dabei kann, für gesunde Personen, eine Venenprophylaxe ganz einfach in den Alltag – und auch in die kommenden Festtage – eingebaut werden. Das beginnt schon am Morgen unter der Dusche: Kalte Wassergüsse – am rechten Bein zehn Mal aussen hoch und innen nach unten, dann dasselbe links – stärken nicht nur die Blutgefässe, sie machen auch munter und verhindern kalte Füsse nach dem Duschen.

Bewegung, Bewegung – und viel trinken

Wer beim Vorbereiten des Festessens, bei Schmücken des Weihnachtsbaumes öfter mal auf den Zehenspitzen oder auf den Fersen balanciert oder an Ort zackig marschiert und bevor die Gäste kommen die Beine noch kurz hochlagert, der kann nachher getrost ein paar Stunden sitzen, auch ohne Kompressionsstrümpfe. Vor allem wenn die Wasserflasche fleissig ­ – fleissiger als das Weinglas – geleert wird und man sich vor dem Dessert vielleicht entschliesst, noch kurz an der frischen Winterluft eine Runde im Quartier zu drehen.

Am nächsten Samstag, 12. Dezember wird in der TV-Sendung «Gesundheit heute» um 18.10 Uhr mit Fachärzten und Betroffenen zum Thema «Venöse Thrombosen» informiert.

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