FrontKulturEin Festival mit innovativen Formaten

Ein Festival mit innovativen Formaten

Als eines der wenigen europäischen Sommerfestivals findet das Zürcher Theater Spektakel 2020 statt, und zwar nicht nur auf der Landiwiese, sondern in der ganzen Stadt. Geboten werden vom 13. bis 30. August über 20 internationale Produktionen und 16 Weltpremieren.

Festivalleitung und Künstler*innen haben in den vergangenen Wochen Formate entwickelt, die Kunstgenuss trotz Abstandsregeln und Reisebeschränkungen ermöglichen. Viele Projekte sind komplett neu entstanden, haben nun im Rahmen des Festivals Premiere und machen das Theater Spektakel zu einem Labor für zukünftige innovative Formate in den darstellenden Künsten.

Internationale Stars wie Laurie Anderson und William Forsythe ebenso wie junge Künstler*innen haben attraktive Produktionen entwickelt, die man erleben und geniessen kann, ohne sich und andere zu gefährden. Auf der Landiwiese gibt es weder temporäre Bühnen noch Gastronomie, dafür grosse Installationen u.a. von William Kentridge aus Südafrika und der indischen Künstlerin Shilpa Gupta. Für Kinder gibts Theaterstücke mit Abstand auf der Saffainsel, und jeweils am Wochenende lädt das Festival zum gemeinsamen Radiohören auf Picknickdecken ein: Geschichtenerzähler*innen, Musiker*innen und Performer*innen aus Kenia, Namibia, dem Libanon und den USA haben eigens dafür Hörstücke kreiert.

Projekte für den Zürcher Stadtraum

In Zusammenarbeit von lokalen Künstler*innen und internationalen Tanz- und Theaterschaffenden sind mehrere Projekte für den Zürcher Stadtraum entstanden. In der Aktionshalle der Roten Fabrik finden zwei Uraufführungen von Schweizer Künstlern statt: Die Pandemie-Simulation «VIRUS» des Genfer Theatermachers Yan Duyvendak und die corona-taugliche Neufassung des Musiktheaterprojektes «Herkules von Lubumbashi», eine Arbeit über Rohstoffausbeutung im Kongo des Schweizer Musikers Elia Rediger und des kongolesischen Choreografen Dorine Mokha.

Die grossformatige litauische Opera Performance «Sun & Sea», die an der Biennale in Venedig 2019 den Goldenen Löwen gewonnen hat, ist während zehn Tagen in der Werft zu sehen. Darüber hinaus ergänzen mehrere diskursive Formate das künstlerische Programm und vertiefen das postkoloniale Interesse des Festivals. Ausgehend von der Frage «How to be together?» diskutieren in der letzten Woche internationale Profis an einer dreitägigen Online-Konferenz, wie künstlerischer Austausch und Zusammenarbeit in Zukunft über Grenzen hinweg möglich sein könnten.

Programm online & Tickets unter: www.theaterspektakel.ch

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