FrontGesundheitZeigt her eure Füsse

Zeigt her eure Füsse

Füsse tragen uns durchs Leben. Bis sie schmerzen. Dann merkt man: Füsse spielen beim mobilen Menschen eine enorm grosse Rolle. Ohne sie geht nichts – im wahrsten Sinne des Wortes.

Rund 120’000 Kilometer legen Füsse im Laufe eines normalen Menschenlebens zurück, ohne dass ihnen viel Beachtung geschenkt wird. Im Alltag sind sie meist stundenlang eingeschnürt und zusammengepresst, am Abend zum Tanzen schön verpackt und mit hohen Absätzen – wenns ein weiblicher Fuss ist – und beim Sport setzt es ab und zu auch Blasen ab oder wundgescheuerte Stellen. Das macht den Füssen in der Regel ebenso wenig aus wie Gewichtsschwankungen oder der Wechsel vom steifen Sportschuh zum flappigen Flipflop.

Füsse sind das Fundament

Erst im Alter wird vielen bewusst, welch wertvolles Gut da am Südpol unseres Körpers Tag für Tag seinen Dienst tut. Erst wenn die Füsse brennen, jucken, platt werden oder sich Zehen unangemessen breit machen, wird vielen bewusst, wie wichtig diese zwei Konstruktionen sind , die das Fundament für den aufrechten Gang bilden.

Und es sind beileibe keine einfachen Trampelplattformen: 26 Knochen und 33 Gelenke bilden ein Längs- und ein Quergewölbe, eine Ferse, einen Spann und fünf Zehen. Zusammengehalten wird alles von 20 Muskeln, 114 Bändern und gesteuert durch 1700 Nervenenden. Soll da noch einer sagen, Füsse seien nebensächlich.

 

 

 

Fehlbelastungen und Abnützung

Der moderne Lebensstil mit wenig Bewegung, kaum Möglichkeiten zum Barfussgehen und einengendem Schuhwerk setzt den Füssen zu. Die sind zwar hart im Nehmen, aber im Alter tauchen doch da und dort Beschwerden auf, die über Hornhaut und Hühneraugen hinausgehen. Die meisten sind bedingt durch Fehlbelastungen oder es sind Abnützungserscheinungen. Rheumabetroffene leiden häufig an chronischen Entzündungen in den Zehengelenken.

Kennen sie den Weihnachtsklassiker «Der kleine Lord»? Der an sich schon grummelige Graf leidet dort bei seinem ersten Zusammentreffen mit seinem amerikanischen Enkel an Gicht: Er hat den dick eingebundenen Fuss auf einen Schemel gelegt und kann nur mit Mühe und Unterstützung gehen. Gicht wird definiert als eine Ablagerung von Harnsäurekristallen in den Gelenken. Sehr häufig ist dabei das Grosszehengelenk betroffen. Gichtschmerzen treten schubweise auf und, wahrscheinlich hormonell bedingt, sind Männer sehr viel häufiger von diesen schmerzhaften, über Tagen anhaltenden Gichtattacken betroffen. Bei Gicht kann Vererbung eine Rolle spielen, aber auch die Ernährung. Lebensmittel, die viel Purin im Körper freisetzen – Purin ist ein Zellbaustoff, bei dessen Abbau im Körper Harnsäure entsteht – und Alkohol sollen Gicht begünstigen.

Broschüre der Rheumaliga

Daneben lassen aber auch weitere Erkrankungen wie ein Hallux Valgus, eine degenerative Fehlstellung der grossen Zehe im Grundgelenk, Hammerzehen oder Sprunggelenksarthrose jeden Schritt zur Qual werden. Die Rheumaliga Schweiz (info@rheumaliga.ch und www.rheumaliga.ch) haben in der Broschüre «Auf gesunden Füssen» die wichtigsten degenerativen Fussprobleme zusammengefasst und mit Tipps zur Fussgesundheit ergänzt.

Da werden Übungen zur Sensibilisierung, Stabilisierung und Kräftigung der Füsse aufgelistet und einfache Ratschläge gegeben. Zum Beispiel: Möglichst oft barfuss gehen, in der Wohnung, aber auch ab und zu im Freien, auf dem Rasen, über Steine oder im Sand. Denn dazu sind die Füsse ja gemacht.

 

 

 

Termin bei der Podologin

Wer seine Füsse gut pflegt, das heisst, regelmässig eincremt, sie ab und zu badet und die Zehennägel richtig schneidet und die Hornhaut entfernt, kann viel zur Fussgesundheit beitragen. Wobei es besonders im Alter oft schwer fällt, sich selber um seine Füsse zu kümmern – weil sie plötzlich so weit weg sind, dort unten am Südpol. Dann ist ein Termin bei einer Podologin, einer medizinisch ausgebildeteten Fachperson, das Richtige. Sie kann auch eingewachsene Nägel behandeln, Hühneraugen entfernen und ganz einfach dafür sorgen, dass das Fundament unserers Körpers kräftig und leistungsfähig bleibt.

info@rheumaliga.ch und www.rheumaliga.ch

 

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