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Schnell wieder auf den Beinen

Die Operation ist gut verlaufen, jetzt kommt die Erholungsphase. Wer möchte, dass es schnell wieder aufwärts geht, dem sei in Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik empfohlen.

Jeder, der schon eine grössere Operation, eine schwere Krankheit überstanden hat, kennt das: Zwar ist wieder alles in Ordnung, die Pflege im Krankenhaus war umsichtig, aber so richtig auf den Beinen ist man noch nicht. Denn die Rehabilitations- und Erholungsphase beginnt in der Regel erst nach dem Spitalaustritt.

Sehnsucht nach dem Daheim

Endlich wieder zu Hause sein, in den eigenen vier Wänden wohnen, im eigenen Bett schlafen! Das ist wohl bei den Meisten der erste Gedanke. Wer sich aber dazu entschliesst, gleich anschliessend an den Spitalaufenthalt zwei oder drei Wochen in einer Rehabilitationsklinik zu verbringen, erspart sich vieles: Den Haushalt, der, vielleicht mit Krücken oder sonstwie Bewegungseinschränkungen, erst mal mühsam ist, die Fahrten zur Physiotherapie und zu den Arztkontrollen, das Einkaufen – kurz den ganzen Alltag.

In der Rehaklinik aber taucht man ein wie in ein wohlig, warmes Wattebad. Überall warten helfende Hände, wird man umsorgt, erkundigen sich alle nach dem Wohlergehen und etwaigen Wünschen.

Strenger Therapie-Stundenplan

Der Therapieplan allerdins ist recht anstrengend, die Tage dadurch streng strukturiert. Langeweile kommt dabei sicher nicht auf. Zumal sich in den therapiefreien Zeiten immer andere Erholungssuchende finden mit denen man schnell in Kontakt kommt. Dabei wird beileibe nicht nur über Krankheiten geredet, im Gegenteil.

Im konkreten Fall fanden sich in der Rehaklinik Hofweisssbad nahe Appenzell – von hier stammen meine Reha-Erfahrungen – schnell ein paar Gäste zusammen, die sich tagsüber in den Ruhepausen an der «Saftbar» trafen, wo nebst Fruchtsäften auch Tees, ein entschlackendes «Basenwasser», Früchte und Nüsse angeboten wurden und die abends gemeinsam die gute Küche genossen.

Am wöchentlich stattfindenen «Appenzellerabend» werden die Gäste nicht nur kulinarisch sondern, wie das Bild beweist, auch optisch überrascht.

Und die Hotelleitung sorgte für eine entspannte «Ferienatmosphäre»: Am Mittwoch wird jeweils zum Appenzellerabend mit Spezialitätenbuffett und einheimischer Streichmusik geladen, wobei das Personal in Tracht eine wunderbar festlich-fröhliche Stimmung verbreitet.

Sichtbare Fortschritte

Dass soziale Kontakte den Genesungsprozess unterstützen, steht ausser Frage. Aber im Zentrum standen doch die für jeden massgeschneiderten Behandlungen und die umfassende ärztliche und pflegerische Betreuung – alles in einem ausgesprochen freundlichen, wohlwollenden und umsorgenden Umfeld.

In ruhiger Atmosphäre wird man mehrmals täglich physiotherapeutisch behandelt, seien das nun Massagen, Lymphdrainagen oder individuelle Mobilisationstherapien. (Bilder Bernadette Reichlin)

Das ganzheitliche Therapiekonzept, wo nicht nur die betroffenen Knien, Hüften, Füsse oder Schultergelenke behandelt wurden, sondern mittels Massagen und Lymphdrainage das Befinden allgemein verbessert wurde, zeigten denn auch schon bald Wirkung. Den meisten Mitkurgästen ging es wie auch der Schreibenden von Tag zu Tag besser, von Beschwernissen und Leiden war immer weniger die Rede. Obwohl die einen mit recht schlimmen, zum Teil jahrelangen Leiden zur Kur weilten.

Reha und Kur sind zweierlei

Nicht alle verliessen die Rehaklinik mit dem Wissen, nun wieder fit und alltagstauglich zu sein, aber allen hat die Rehabilitation gut getan. Wobei die Krankenkassen genau unterscheiden: Eine Kostengutsprache für eine Rehabilitation bekommen nur hilfsbedürftige oder sehr kranke Personen. Wer noch einigermassen fit ist und einfach nach einer Operation wieder auf die Beine kommen muss – angesichts der vielen Krücken ist das sehr oft wörtlich zu nehmen – dem wird nur ein Kuraufenthalt vergütet. Was heisst, dass man die Hotellerie, also Zimmer und Mahlzeiten, selber bezahlen muss und nur die Kosten für die Behandlungen von den Kassen übernommen werden.

Und doch: Es lohnt sich. Das weiss ich aus eigener Erfahrung. Nach den zwei anstregenden und auch fordernden Wochen und einer Physiotherapie-Serie im Nachgang ist man schmerzfrei, rundum wieder leistungsfähig und hat, dank des intensiven Trainings in der Kur, das Vertrauen in den eigenen Körper zurückgewonnen. Was letzlich auch den Krankenkassen dient.

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