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Wellen der Begeisterung

Neue Spielzeit, neue Reihenfolge. Das Luzerner Theater dreht den Spiess um und begann am Samstag das 10-jährige Jubiläum mit einem Triple Bill Abend.

Der Anfang macht „Twenty Eight Thousand Wave“ des spanischen Choreographen Cayetano Soto – faszinierend und aufwühlend zugleich. Der Titel ist an das Bild einer Öhlbohrinsel angelehnt, welche den Wellen des Ozeans ausgeliefert ist, die nicht weniger als 28000mal pro Tag gegen die Pfeiler schlagen. Sotos Arbeit ist reine, pure Tanzlust moderner Manier: Grazie, Kraft und Sinnlichkeit. Einsamkeit ist das neue Gefühl. Wo gehe ich hin, wo tauche ich auf und ab? Das Licht macht den Raum eng. Die Musik ist düster, man ist zu Hause bei sich selbst.

Twenty Eight Thousand Waves. Tom van de Ven, Andrea Thompson, Louis Steinmetz /  Fotos: Gregory Batardon

Teil zwei zeigt „Sortijas“, ein weiteres Stück von Cayetano Soto. Das Duett portraitiert zu Musik von Lhasa de Sela in nur fünf Minuten das menschliche Schicksal. Wie es ist, wenn uns die Dinge zwischen den Fingern zerrinnen, wenn alles zerfällt., wo es doch so gut durchdacht war? Soto erzählt vom Leben, in dem Pläne scheitern, sich jedoch stets etwas Neues ergibt. Das Duett ist liebevoll berührend.

Sortijas: Aurélie Robichon, Tom van de Ven.

Der Schluss gehört dem Associate-Artist Georg Reischl und den Songs von David Bowie. Der österreichische Choreograph bewegt sich zwischen bekannten und weniger bekannten Liedern – mit dem Ziel, Bowies Musik zu vertanzen. Als Meister der Verwandlung ist Bowie Sinnbild für Vielfalt in den schillerndsten Farben. Analog dazu ist Reischls neue Kreation ein goldenes Feuerwerk für die Sinne und nicht zuletzt eine Liebesode an Bowies Musik. Drei Tanzstücke, zwei Choreographen, ein neuer Auftakt, der auf unglaublich hohem Niveau mit Weltklasse die Zuschauer in Begeisterungsstürme versetzt.

Let’s Bowie. Valeria Marangelli, Zach Enquist, Giovanni Insaudo, Sandra Salietti Aguilera, Tom van de Ven, Aurélie Robichon.          

Zum Saisonauftakt hat Leiterin Kathleen McNurney die beiden Choreographen Cayetano Soto aus Barcelona und Georg Reischl aus Wien eingeladen, die sich beide fantastisch ergänzen. Für das Tanz-Ensemble waren harte Proben angesagt. Vor allem wegen den Rückenmuskulaturen mussten die Tänzer Hilfe von Masseuren in Anspruch nehmen. Die Kostüme wurden im Haus hergestellt.

Spieldaten:
Sa 13.10. (19.30 Uhr) / Sa 20.10. (19.30 Uhr) / So 21.10. (13.30 Uhr) / Fr 26.10. (19.30 Uhr) /
Sa 27.10. (19.30 Uhr) / Sa 03.11. (19.30 Uhr) / Sa 10.11. (19.30 Uhr) / Mi 14.11. (19.30 Uhr) /
Sa 17.11. (19.30 Uhr) / Fr 23.11. (19.30 Uhr) / Fr 25.01. (19.30 Uhr) / Sa 26.01. (19.30 Uhr)

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