Gesundheit

Ferien unbeschwert geniessen

Endlich Ferien! Den Alltag vergessen, Neues erleben. Wären da nicht die kleinen Unpässlichkeiten: Reiseübelkeit, geschwollene Beine im Flieger, Sonnenbrand oder Insektenstiche. „Montezumas Rache“, auch „Fluch der Pharaonen“ genannt, wissenschaftlich Diarrhö oder schlicht Durchfall kann die schönste Reise zu einer Tortur werden lassen. Deshalb: Lieber vorbeugen als leiden.

Vor allen Eventualitäten kann man nie geschützt sein, aber ein bisschen Planung vor der Abreise kann doch dazu beitragen, dass Ferien entspannt und ohne grosse gesundheitliche Probleme ablaufen. Dazu gehört mal zuerst sicher eine Notfallapotheken mit Pflaster und weiterem Verbandsmaterial, ein Desinfektionsmittel, eine Pinzette und ein Mittel gegen Insektenstiche. Sonnenschutz darf nicht fehlen und eine Lotion, wenn sich am Abend trotzdem ein „Sonnenuntergang“ auf dem Rücken abzeichnet.

Natürlich dürfen Schmerzmittel und die persönlichen Medikamente nicht vergessen werden. Letztere gehören zwingend ins Handgepäck, wenn nötig mit ärztlicher Bescheinigung. Gut ist, auch die Beipackzettel oder, noch besser, das Rezept des Hausarztes einzupacken. Im Notfall können die Medikamente damit auch in der Fremde besorgt oder ersetzt werden. Man weiss ja nie. Und dass man sich über allfällige Impfvorschriften informiert, sollte ja selbstverständlich sein.

Magen- und Darmprobleme verderben die schönsten Ferien

Wer schon einmal im Halbstundentakt elend im Sand neben dem Hinterrad eines Tourbusses durch die Wüste gehockt ist, geplagt von Bauchkrämpfen und Durchfall, der wird sich in Zukunft in Ländern mit niedrigem Hygienestandard vorsehen. Nicht nur vor Leitungswasser, auch vor rohem Gemüse und Früchten und ganz besonders vor Salaten. „Cook it, boil it, peel it or forget it“ beherzigt, wer die Tage ohne Magen-Darmprobleme geniessen will. Braten, kochen und schälen sollte man auch an einer Wasserleitung „sauber“ gewaschene Produkte, denn Salmonellen, Mikroben oder Hepatitis-A-Viren sind für das menschliche Auge unsichtbar. Und können im Bauch trotzdem ein ziemliches Durcheinander anrichten.

Einige wenige Vorsichtsmassnahmen tragen wesentlich dazu bei, dass Reisen Spass macht.

Denn fremde Kost allein ist für das Verdauungssystem eine Herausforderung. Dazu kommen ungewohnte Essenszeiten – wer isst im Alltag schon erst um zehn Uhr abends die Hauptmahlzeit? Da ist gut beraten, wer ein paar Beutel Schwarz- oder Kamillentee im Gepäck hat und so auch mal einen Schontag einschieben kann. Es gibt auch pflanzliche Tropfen mit Extrakten aus Fenchel, Kümmel oder Süssholz, die bei kleinen Magenverstimmungen bald Linderung bringen.

Vorbeugen und dann geniessen

Und wer sich am Morgen einen Ingwertee brauen oder bestellen kann oder kandierte Ingwerstückchen bei sich hat, ist sogar gewappnet gegen leichte Reiseübelkeit, wie sie auf schwankenden Booten oder auf einem unruhigen Flug auftreten können. Wer aber dazu neigt, gröber reisekrank zu werden, der lässt sich besser in der Apotheke beraten. Und im Notfall hilft auch mal ein Wodka oder zwei von der Schiffsbar.

Ingwer als kandierte Stückchen oder als Tee genossen, hilft gut gegen leichte Reiseübelkeit.

Und immer dran denken: Ferientage sind Genusstage und deshalb ist übertriebene Ängstlichkeit fehl am Platz. Etwas gesundes Misstrauen gegenüber rohen Produkten reicht. Was gekocht ist und womöglich noch richtig scharf schmeckt, das kann ohne schlechtes Gewissen genossen werden. Ein Tipp aus Afrika: Wer in einem hygienisch nicht ganz überzeugendem Lokal isst, bestellt eine Pizza. So richtig scharf und ganz heiss auf den Tisch gebracht. Da kann nicht viel passieren. Nur auf die Eiswürfel im Glas und die Glace zum Dessert wird besser verzichtet.

Venenprobleme ernst nehmen

Auf langen Flügen oder nach langem Sitzen im Auto können Beine schmerzen und die Füsse anschwellen. Deshalb sollte man mindestens jede Stunde mal aufstehen und etwas umhergehen. Bei einer Autofahrt geht das leicht, im Zug auch, aber wer in einem Bus oder Flugzeug sitzt, muss sich vorsehen. Wichtig ist, viel zu trinken und lockere, nicht einengende Kleidung zu tragen. Eine einfache Übung, die man auch bei beengten Verhältnissen im Flugzeug machen kann, ist die „Venenpumpe“: Mit beiden Füssen bei gestreckten Beinen drei, vier Kreise in die Luft malen und dann die Zehen mit einem Ruck anziehen und ein paar Sekunden halten. Wiederholen, so oft es geht.

Wer vorbelastet ist, also Krampfadern hat, herzkrank ist oder kürzlich operiert wurde, hormonell verhütet oder früher bereits eine Thrombose erlitten hat, sollte auf jeden Fall zu allen übrigen Vorkehrungen noch medizinische Kompressionsstrümpfe tragen. Und sich vor der Reise mit dem Hausarzt absprechen. Vielleicht verschreibt er für die Dauer der Reise ein Blut verdünnendes Medikament.

Rot macht nicht braun

Weniger gefährlich als eine Thrombose ist ein Sonnenbrand. Aber sehr unangenehm und vor allem schmerzhaft. Natürlich möchte man etwas Ferienbräune in den Alltag zurück bringen. Aber am besten geht das im Schatten und auch dort nur mit entsprechendem Sonnenschutz. Und wer das T-shirt zum Baden im Meer anbehält, ist nicht besonders gehemmt, sondern gut informiert. Denn auch beim Schnorcheln und Schwimmen kann es zu einem Sonnenbrand kommen.

Ist das dann einmal trotzdem geschehen, hilft vor allem kühlen. Keine Eiswürfel, die würden die Haut noch zusätzlich schädigen. Aber abtupfen mit kühlem Schwarztee oder einfach nur Wasser nimmt etwas von der Hitze weg. Wer nicht zum Frösteln neigt, kann auch ein nasses T-shirt überziehen. Nein, nicht das vom Bad im Meer, es sollte dann schon mit Süsswasser getränkt sein.

Buttermilch oder Quark als Kompresse aufgetragen, fördern die Regenerationsfähigkeit der Haut. Dazu das Produkt gut gekühlt auf eine Gaze oder ein Papiertaschentuch dünn auftragen und auf der Haut antrocknen lassen. Dazu viel trinken. Bilden sich Blasen oder fühlt man sich krank, fiebrig und hat Schüttelfrost oder starke Kopfschmerzen, sollte ein Arzt konsultiert werden. Und immer dran denken: Ein rot gebrannter Rücken wird nicht braun, sondern nur fleckig.