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An die Zeit nach Corona denken

Was vor einem Monat noch fast undenkbar war, ist nun eingetroffen. Viele von uns wurden zu «Heimwerkern» und machen das Beste aus der Situation. So auch unsere Redaktion. In loser Folge schildern unsere Redaktionsmitglieder, wie sie das zu Hause sein erleben und wie sie damit umgehen.

In der Corona-Krise ist unsere Redaktion besonders gefordert und hofft, dass die Normalität bald zurückkehrt. Alle Anlässe und Veranstaltungen, über die wir bislang berichteten, sind abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben worden. In der verordneten Selbstquarantäne – alle Redaktionsmitglieder zählen zur Risikogruppe der ü65 – passende Themen für unser Lesepublikum zu finden, ist eine spezielle Herausforderung. Alle Medien berichten seitenlang über die Corona-Krise, analysieren und kommentieren die ausserordentliche Lage. Da können wir nicht zurückstehen. Doch welche Corona-Themen sind von Interesse, vermitteln einen Mehrwert für unsere Leserschaft?

Die Einsamkeit ist das Problem

In Italien mit der bislang höchsten Todesrate an Corona-Infizierten, lese ich irgendwo, klafft eine besonders grosse Lücke zwischen den Generationen. Viele ältere Menschen hielten sich nicht an die Ausgangssperre. Denn sie haben, so die Erklärung eines Psychotherapeuten aus Bologna, schon andere Epidemien durchlebt, aber mit weniger Medienberichterstattung. «Sie vergleichen damals und heute und fragen sich, warum sie auf so viele Dinge verzichten sollen, nur wegen eines Virus». Ausserdem seien sie in einer Zeit aufgewachsen, in der der Tod in der Gesellschaft noch akzeptierter und normaler gewesen sei. Ist das eine mögliche Erklärung für die katastrophale Lage in Italien? Das lassen wir mal offen.

Bei uns präsentiert sich die Lage wesentlich anders. Wir älteren Menschen halten uns weitestgehend an die verordneten Beschränkungen, verlassen das vertraute Heim kaum noch, lassen die Lebensmittel nach Hause liefern, halten uns strikte an den Sicherheitsabstand von zwei Metern, waschen die Hände lieber einmal zu viel als zu wenig. Inmitten der Corona-Krise unnötig aus dem Haus zu gehen, ist unverantwortlich, so die gängige Meinung. In Leserbriefen und Blogbeiträgen vermissen viele ältere Menschen bisherige Gewohnheiten, so den Besuch der Kinder und Enkelkinder, den Schwatz auf der Strasse und in den Cafés. Die Versorgung ist nicht das Problem, sondern die Einsamkeit, muss man da sagen.

Eine ganz besondere Herausforderung

«Zu viel Zeit alleine in der eigenen Wohnung kann jeden in den Wahnsinn treiben», schreibt ein Kommentator. Keine Frage, ältere Menschen ohne Partner oder Familienangehörige trifft die Corona-Quarantäne besonders hart. Einsamkeitsgefühle können erdrückend sein. Was nicht heisst, dass man dem Wahnsinn verfallen muss. Einsamkeit ist eine normale Reaktion auf eine unnormale Situation. Gespräche sind wichtig für das psychische Wohlbefinden. Das Internet ist eine gute Brücke dazu. Nutzen wir die virtuellen Kanäle, um soziale Kontakte zu pflegen. Es gab selten einen besseren Grund, um zu fragen, wie es jemandem geht. Tagesstrukturen helfen, den verlorenen Alltag wieder aufleben zu lassen und mit in die Quarantäne zu holen. Findige Start-ups, zahlreiche Institutionen und fast alle Medien bieten nützliche und weniger nützliche Hilfen an, wie die Isolation sinnvoll gemeistert werden kann. Online-Händler überbieten sich mit Rabatt-Aktionen. Den unzähligen Angeboten sind keine Grenzen gesetzt.

Doch für wie lange helfen virtuelle Kontakte und Angebote sowie selbstgewählte Tagesstrukturen über die unnormale Lage hinweg? Die gelebte Solidarität spielt momentan vorbildlich, doch hält sie auf Dauer an? Bereits verlangen einzelne Wirtschaftsvertreter eine baldige Lockerung der Beschränkungen, um einen Wirtschaftscrash zu verhindern, während wir Seniorinnen und Senioren als Risikogruppe länger isoliert bleiben sollen. Kann das gut gehen? Und zu welchem Preis? Fragen über Fragen. Noch ist kein Ende der Krise in Sicht. Der Umgang mit der Einsamkeit bleibt eine ganz besondere Herausforderung. «Mir selbst hilft es manchmal, an die Zeit nach Corona zu denken», rät ein vereinsamter Schreiber. Ja, das wäre schön.

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1 Kommentar

  1. Wir, von der +65-er Gruppe sind ziemlich sauer über die Restriktionen, denen wir unterworfen sind. Dazu dauern sie tage- wenn nicht wochenlang. Und das, obwohl Professoren vom Fachgebiet Altersforschung darauf pochen, dass âltere Menschen nicht in ihren Wohnungen Trübsal blasen, sondern köperlich sehr aktiv sind, auf dass Körper und Geist agil bleiben. Und wenn das ein Fachmann sagt, der übrigens seit langem in der USA lebt (momentan geradezu bedenklich..?..) muss doch etwas dran sein.Na ja, drücken Sie uns bitte ganz fest den Daumen. Herzlichen Dank im voraus. I.S. Damgaci, İstanbul.

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