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Viel Glück!

So viele Glückwünsche wie am Jahresende werden es das ganze Jahr nicht mehr sein. Sogar an der Kasse beim Grossverteiler heisst es «… und viel Glück!», im Bus wünscht der Chauffeur «Viel Glück und en gute Rutsch», Inserenten in der Zeitung titeln «Happy New Year» und im Treppenhaus heisst es «und viel Glück dänn!» Nur, was ist Glück eigentlich?

«Glück ist ein mehrdeutiger Begriff, der momentane oder auch anhaltende positive Empfindungen einschließt, die von stiller bis zu überschießender Art sein können. Glücklich kann man zudem eine Person nennen, der es anhaltend gut geht, weil ihr Leben viel von dem enthält, was sie als wichtig erachtet.» Das ist der trockene Wikipediaeintrag.

Was ist denn eigentlich Glück?

Glück heisst, gesund sein, sagen viele Ältere. Und stellen dann fest, das doch noch etliches fehlt zum Glücklichsein. Nicht materiell. Shoppingexzesse können zwar Glücksmomente sein, allerdings mit sehr kurzem Verfallsdatum. Dann kommt die Katerstimmung. Ein gutes Essen oder ganz viel Schokolade können glücklich machen – bis einen die Mahlzeit oder das schlechte Gewissen schwer im Magen liegen. Glücklich geht man nach einem gemütlichen Abend mit Freunden nach Hause – und spürt die Einsamkeit dann vielleicht noch stärker.

Schokolade macht glücklich. Wenigstens für kurze Zeit.

Einig sind sich Philosophen und grosse Denker nur darin, dass Glück kein Dauerzustand ist. Eine Langzeitstudie an der Harvard Medical School kam zum Schluss, dass Liebe geben und Liebe empfangen das ultimative Glücksrezept sei. Was sicher nicht von der Hand zu weisen ist, wenn man «Liebe» als Hinwendung, als Wertschätzung gegenüber Menschen versteht. Hermann Hesse sagt: «Glück ist Liebe, nichts anderes. Wer lieben kann, ist glücklich.» Da fragt man sich, ob er wohl deshalb immer wieder neue Lieben gesucht hat. Und wer schon mal wegen einer zerbrochenen Liebe sein Kopfkissen nass geweint hat, wird wohl ein grosses Fragezeichen hinter die Definition «Liebe gleich Glück» setzen.

Die kleine Schwester des Glücks

Bleiben wir also bescheiden, freuen uns über jeden Glücksmoment. Und konzentrieren uns besser auf die Lebensfreude, die kleine Schwester des Glücks. Sie ist bescheidener, unkomplizierter, nachhaltiger und langlebiger. Lebensfreude kann man lernen. Indem man im Alltag Beziehungen pflegt, auf andere zugeht, empathisch ist, die kleinen Sonnenstrahlen im Leben bewusst wahrnimmt, optimistisch denkt. Und geniesst: Kultur, Reisen, Sport, Erlebnisse und alles andere, was das Leben uns bereit hält.

Sich im Freien zu bewegen. löst Glücksgefühle aus. Auch ohne Regenbogen. (Bilder pixabay)

Denn aktiv sein ist ein Stück Lebensfreude. Sich im Freien bewegen, auch an Regentagen, macht messbar glücklich, weil Tageslicht auf der Netzhaut unmittelbar auf Biorhythmus und Hormonhaushalt des Körpers einwirkt. Serotonin heisst das Hormon, das im Körper Glücksgefühle auslösen soll. Wobei der Botenstoff, sollte er im Körper wirksam werden, den Umweg über eine Vorstufe, die Aminosäure Tryptophan nehmen muss. Nüsse, Hülsenfrüchte, Käse, Fisch, Fleisch und Eier, aber auch Bananen und Kakao – Schokolade! – enthalten viel dieses Baustoffs. In Kombination mit Kohlenhydraten, die für die nötige Insulindosis sorgen, sollten Glücksgefühlen nichts mehr im Wege stehen.

Das Glück sitzt (auch) im Darm

Gesundes Essen ist ein Stimmungsaufheller. Diese Erkenntnis ist zwar altbekannt, aber wissenschaftlich noch gar nicht so lange belegt. Dass Glücksgefühle nicht im Herzen angesiedelt sind – auch wenn eine grosse Liebe zünftig Herzklopfen machen kann – sondern im Darm, wurde erst in den letzten Jahrzehnten eindrücklich bewiesen. Eine intakte Darmflora macht, einfach gesagt, glücklich. Oder umgekehrt: Bei Depressionen und Angstzuständen wurden Schädigungen im Mikrobiom des Darms nachgewiesen, die statt mit Medikamenten mit einer Ernährungsumstellung gelindert werden konnten.

Also essen wir gut, gesund und mit viel Genuss, trinken auch mal ein Glas Wein – dass zuviel Alkohol auf Dauer unglücklich macht, weiss wohl jeder –, laden Freunde und Familie ein, und kümmern uns um andere. Und werden uns bewusst, dass wir es eigentlich doch gut haben. Wir können entspannt leben und ruhig schlafen. Bei uns fallen keine Bombe auf die Dächer, peitschen keine Schüsse durch die Strassen. Dafür sollte man dankbar sein. Und Dankbarkeit ist ein kleiner Schritt auf dem Weg zum Glück. Sich jeden Abend an einen kleinen, vielleicht winzigen Glücksmoment des Tages zu erinnern, hilft auch über schwere Zeiten hinweg. Ich weiss das aus Erfahrung!

1 Kommentar

  1. Alles ist nichts ohne die Liebe. Die Liebe zum Menschen, die Liebe zu den Tieren, die Liebe zur Natur. Das Glück ist nur die Liebe, und die Liebe ist das Glück.

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