StartseiteMagazinKolumnenTrumps Blitzkrieg in Caracas nach dem Drama in Crans Montana

Trumps Blitzkrieg in Caracas nach dem Drama in Crans Montana

Gerade vier Tage ist das neue Jahr 2026 alt. Und die beiden Ereignisse werden uns nicht so schnell loslassen, weil sie bereits in die Geschichte eingegangen sind und uns direkt berühren. Ich sehe mich am Kinderspital Zürich vorbeifahren, wie immer wieder und weiss, in dieser Klinik kämpfen junge Menschen um ihr Leben. Noch in der Nacht zum Jahreswechsel amüsierten sie sich. Voller Lebensfreude hiessen sie das neue Jahr willkommen, das 40 nicht mehr erleben werden. 119 hoffen und bangen mit ihren Familien zusammen, noch einmal davon gekommen zu sein, mit Zeichen der schweren Brandverletzungen, die sie immer zeichnen werden.

Samstagnacht gab Trump (79) als Oberbefehlshaber, ohne den Kongress einbezogen zu haben, den Befehl zur Aktion «Maduro». Die US-Army vollzog, was ihr General John Daniel Caine (58) mit seinem Generalstab während Monaten akribisch geplant und bis zur letzten Bereitstellung umgesetzt hat. In der ersten Phase war es an den US-Geheimdiensten, die notwendigen Informationen zu beschaffen: Wie ist die venezolanische Luftabwehr mit ihren meist russischen Waffensystemen aufgestellt? Wie, wann und wo bewegt sich Präsident Nicolàs Maduro (63), wie ist er jeweils geschützt, wo verbringt er die Nacht? Aufgrund der Erkenntnisse bauten sie gar seine Villa nach und übten daran, wie Maduro überfallen und verhaften werden kann. In der zweiten Phase hatten 150 Kampfjets, darunter F 35, die Lufthoheit sicher zu stellen, in dem sie die Luftabwehr Venezuelas auszuschalteten hatten. Ziel war, für die dritte Phase den Weg freizumachen, damit die rund 15 Helikopter unbeschadet möglichst nahe an der Villa Maduros landen, die für den Überfall trainierten Elitesoldaten schützen und nach der Verhaftung Maduros und seiner Frau mit den beiden zurück zum Flugzeugträger fliegen zu können. Seit Weihnachten harrte General Cains «Armee» in der Angriffsbereitstellung aus. Nur das Wetter war nicht so, wie der Plan das vorsah. Am 2. Januar war es so wie gewünscht. Cains signalisierte: alles ok! Trump gab grünes Licht. Alles lief ab wie geplant. Für Trump «ein grosser Erfolg, eine grossartige Tat». Eine Tat, zu der nur die USA fähig seien. Kein amerikanischer Soldat sei zu Schaden gekommen. Wie viele Tote es bei diesem schnellen, sicher nicht zimperlichen Handstreich gab, darüber  schweigt Trump, noch.

In den weltweit grossen Nachrichten-Sendungen wurde nun sofort Trumps Krieg an die erste Stelle gesetzt. Nicht so in der Schweiz. Das ist auch gut so. Denn immer stärker rücken die Fragen in den Vordergrund: Warum konnte das passieren, wer ist schuld daran? Die Walliser Ermittlungsbehörden unter der Leitung von Generalstabsanwältin Beatrice Pilloud (50) arbeiteten von allem Anfang an souverän, gefasst, und immer wieder wiesen sie mit Empathie auf ihre erste Priorität hin: auf die Opfer und ihre Familien. Als sich abzuzeichnen begann, wie es zur Katastrophe kam, leiteten sie eine Strafuntersuchung gegen das Inhaberpaar ein. Trotz aller rechtlichen Fragen muss doch unser Mitgefühl ebenfalls in erster Priorität den betroffenen Familien zukommen.

Für Trump war es eine höchst gelungene sogenannte «militärische Aktion». Er konnte, was Putin vor vier Jahren nicht gelang, Kiew zu befreien und Präsident Selenskyj zu verhaften oder zumindest in die Flucht zu treiben. Es gelang Trump zwar, dass im Gaza-Streifen die Waffen meistens schweigen. Die Hamas sind aber noch nicht entwaffnet. Von einem dauerhaften Frieden sind die Palästinenser und die Israelis noch weit entfernt. Wie wird es in Venezuela weitergehen, kann er das gespaltene Land versöhnen? Hat die Trump-Administration mehr in der Planung als die militärische Aktion? Alles andere wäre unverantwortlich.

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