In der Bibliothek am Guisanplatz (BiG) in Bern ist eine kleine, aber feine Ausstellung zum Thema Wandern zu sehen. Kernstück des facettenreichen Panoramas rund um die beliebte Freizeitaktivität ist eine Direttissima-Wanderung in Ton und Bild durch unser Land. Die Ausstellung wird noch bis November 2027 gezeigt.
Ferien im eigenen Land liegt angesichts der internationalen Unsicherheiten und Risiken gerade wieder einmal im Trend. Zu den beliebtesten Ferienaktivitäten gehört das Wandern. Bergbahnen und Hotels melden Rekordfrequenzen. Die Beliebtheit zeigt sich auch in der Mode: 2025 war Wanderkleidung die drittbeliebteste Kategorie auf der Webseite des Online-Versandhändlers Zalando.
Blick in die Wander-Ausstellung. Foto PS.
Wandern hat in der Schweiz eine lange Tradition: Der Schweizerische Alpenclub (SAC) wurde im April 1863 im Bahnhofbuffet Olten gegründet. Älter sind nur der Alpine Club in London (1857) und der Österreichische Alpenverein (1862). In dieser Zeit entdeckten britische Touristen die Schönheit der Alpen, bestiegen 4000er und legten so den Grundstein für den Bergtourismus auch der Eidgenossen. Die Schweizerinnen und Schweizer begannen sich für die Berge zu interessieren und begannen zu wandern.
Auf dem Blumenweg Richtung Hahnenmoos. Foto ZVG Anja Zurbrügg.
Angst vor den furchterregenden Gletschern
Die Ausstellung widmet sich den verschiedenen Facetten des Wanderns. Die Entdeckung der Alpen durch Dichter, Maler und Wissenschaftler im 18. Jahrhundert bildet den Ausgangspunkt. Illustrierte Publikationen, kolorierte Umrissradierungen, Aquarelle und Zeichnungen zeigen die wachsende Wertschätzung für die Bergwelt. Die Darstellungen der in Bergtäler mit furchterregenden Gletschern, Wasserfällen und Seen machen die entlegenen Orte zu Hotspots und zum Gegenstand von Ängsten und Sehnsüchten.
Heute zählt Wandern zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten in der Schweiz. Ein weit verzweigtes Netz von rund 65’000 Kilometern an Wander-, Bergwander- und Alpinwanderwegen lädt dazu ein, die vielfältigen Landschaften des Landes zu Fuss zu entdecken. Die Berner Ausstellung entstand in Kooperation mit swisstopo, den Schweizer Wanderwegen und dem Bereich Langsamverkehr des Bundesamtes für Strassen ASTRA.
Wegweiser geben wichtige Hinweise für Wanderer. Foto PS
Vier Tipps fürs Wandern
Landauf und landab – Wandern ist eine der beliebtesten Freizeitaktivitäten in der Schweiz. Die Ausstellung «Unterwegs» beleuchtet verschiedene Blickwinkel rund um das Thema. Sie erzählt, wie man sich korrekt auf eine Wanderung vorbereitet und was die Symbole auf der Wanderkarte bedeuten. Die vier Tipps fürs Wandern lauten: 1. Das eigene Können realistisch einschätzen und die Route entsprechend auswählen. 2. Jede Wanderung sorgfältig planen. 3. Passende Ausrüstung wählen und unterwegs aufmerksam bleiben.
Im Zentrum der Ausstellung steht das Projekt «Direttisima Schweiz – Abenteuer auf dem Kilometer 160» von Radio DRS. Im Sommer 1983 hatten vier begeisterte Bergsteiger in 23 Tagen die Schweiz von Cheseaux im Kanton Jura zum Cima piccola di Tàrres in Graubünden auf Schuster Rappen durchquert. Die Gruppe war von DRS-Journalisten mit VW-Bus, Mikrofon und Funkgerät begleitet worden. Das Regionaljournal berichtete zum Teil live von der Tour. Die Aufzeichnungen sowie ausgesuchte Fotos sind in der Ausstellung zu hören zu sehen.
Der Empfang der Direttissima-Wanderer in Frutigen belegt, wie gross im Jahr 1983 das Interesse der Frutigländer an der Aktion war. Archivbild: ZVG, Toni Steiner, Jeannette Liechti.
Gewitter, unwirtliches Gelände, Regen, Wasser und Schnee erschwerten die Wanderung. Die vier Alpinisten übernachteten mehrheitlich in Biwaks und einfachen Hütten. Oft machte sich die Gruppe vor Sonnenaufgang auf den Weg und erreichte das Tagesziel erst nach Sonnenuntergang. Die Radio-Übertragungen machten die Wanderer populär und führten dazu, dass die vier Männer an den Etappenzielen von begeisterten Hörerinnen und Hörern begrüsst wurden.
Berge als Bildmotiv
Schön sind auch die zahlreichen Bergbilder: Luft, Licht und Landschaft inspirieren bis heute die bildende Kunst. Die Ausstellung präsentiert eine kleine Auswahl von Kunstschaffenden der Gilde «Schweizer Bergmaler und Bergmalerinnen» (GSBM). Zu sehen sind Werke von Bernard Bailly, Alice Gafner, Lorenz Huber, Franziska Krauss, Peter Young und Victoria Rechsteiner.
Bibliothek am Guisanplatz
Die frühere Militärbibliothek in Bern heisst seit 2005 «Bibliothek am Guisanplatz» und ist heute eine Leitbibliothek für die verschiedenen Bundesämter. Die BiG ist für die Informationsversorgung der Bundesverwaltung und Armee zuständig. Sie steht mit ihren umfangreichen Dienstleistungen auch der Öffentlichkeit zur Verfügung, veranstaltet regelmässig öffentliche Ausstellungen und nimmt jedes 2. Jahr an der Berner Museumsnacht teil.
Die Bibliothek am Guisanplatz. Foto PS
Am 3. September von 17:30 bis 18:30 Uhr, findet eine öffentliche Veranstaltung «Direttissima Schweiz: Abenteuer auf dem Kilometer 160» statt. Der pensionierte Radio-Journalist Peter Marthaler gibt Einblicke in die drei Radio-Wochen im Sommer 1983 und reflektiert das Abenteuer am Zeitgeist von gestern und heute. Toni Steiner, ehemaliger Teilnehmer der Direttissima Schweiz, beantwortet nach dem Vortrag Fragen. Die Veranstaltung ist kostenlos.
Titelbild: Wandern liegt derzeit im Trend. Foto PS
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Ausstellung: Unterwegs. Wandern in der Schweiz.
Der Artikel ist zuerst im Frutigländer erschienen.




