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Auf der Suche nach Glück

Nie werden mehr gute Wünsche ausgetauscht als gerade jetzt. «Alles Gute im Neuen Jahr» «Viel Glück im 2020», «Rutsch gut» heissen im Moment die gängigen Grussformeln. Und ja, natürlich: Glück kann man immer brauchen. Nur: Was macht uns denn glücklich? Ein Lottogewinn, Traumferien oder -partner, materielle Sicherheit oder der Verzicht auf alles nicht Lebensnotwendige?

Vielleicht genügt es einfach, Finne zu sein. Finnland wurde 2019 zum glücklichsten Land der Erde erkoren. Finnland, hoch oben am Rand der Welt gelegen, wo sich in den Wintermonaten Tag und Nacht kaum unterscheiden lassen, der Verkauf von Alkohol, wohl nicht ganz ohne Grund, streng, prohibitiv, geregelt ist und auf den Strassen Elche den Autofahrern in die Quere kommen – das soll weltweit das glücklichste Land sein? Da lachen ja die Rentiere.Finnland, das glücklichste Land der Welt? Auf jeden Fall ein ganz zauberhaftes Land, in dem es sich gut leben lässt.

Um das zu verstehen, muss wohl zuerst der Begriff Glück definiert werden. Gesund zu werden, sagt der Kranke, sich satt zu essen der Hungrige, in Frieden zu leben, sagen ganz viele. Der World Happiness Report, der alljährlich ein Land zum glücklichsten auf der Erde kürt, hält sich an objektive Parameter wie soziale Sicherheit, Normen und Medien, eine stabile und funktionierende Regierung, wenig Korruption und die allgemeine Zufriedenheit der Bevölkerung.

Glück zum Schleuderpreis

Im Grunde ist die Frage so alt wie die nach dem Sinn des Lebens. «77 Wege zum Glück» hat der Autor Wolff Horbach vor gut zehn Jahren in seinem Buch aufgezeigt. Ob die Welt damit glücklicher geworden ist? Jedenfalls kann das Buch noch antiquarisch gekauft werden, bei Amazon ab 0,87 Euro.

Eine Langzeitstudie an der Universität von Minnesota USA machte eine genetische Veranlagung aus, die darüber entscheidet, ob ein Mensch mehrheitlich glücklich ist oder nicht. Und kommt damit der Sache wohl schon näher. Denn während sich die einen über schönes Wetter, nette Nachbarn, ein gutes Glas Wein oder eine anstrengende Fahrradtour freuen können, sich glücklich schätzen, sehen andere in denselben Lebensumständen nur die Schattenseiten, das, was noch fehlt oder nicht perfekt ist. Optimisten und Pessimisten eben.

Glücklichsein kann gelernt werden

Aber abgesehen vom genetisch bedingten Glücksquotienten, der momentanen Lebenssituation und anderen äusseren Faktoren bleiben nach der kalifornischen «Glücksforscherin» Sonja Lyubomirsky noch rund 40 Prozent auf der individuellen Glücksskala, auf die wir ganz direkt Einfluss nehmen können. Dazu gehören Dankbarkeit, eine bewusst positiv angesteuerte Lebenseinstellung, Freundlichkeit, die Pflege sozialer Kontakte, der bewusste Genuss und noch etliches mehr.

Wer sich bewegt hat mehr vom Leben – und vom Glück. (Bilder pixabay)

In keinem Ratgeber zum Glücklichsein fehlt der Hinweis auf die körperliche Aktivität. Denn wandern, laufen, schwimmen oder sonstige sportliche Betätigungen machen glücklich. Das ist medizinisch belegt. Wer sich bewegt, wie auch immer, bei dem werden Endorphine ausgeschüttet. Das sind körpereigene Botenstoffe, die in der Hirnanhangdrüse gebildet werden. Und die glücklich machen.

Ein «Glückshormon» ist auch das Serotonin, das die Persönlichkeitsstruktur und das Gefühlsleben eines jeden Menschen beeinflusst. Serotonin wird grösstenteils in der Darmflora produziert. Ein gesunder Darm macht, ziemlich vereinfacht gesagt, auch glücklich. Und noch eine weitere medizinische Erkenntnis: Glück kann ansteckend sein. Wer sich mit zufriedenen, glücklichen Menschen umgibt, dem fällt es zunehmend schwer, als Miesepeter durchs Leben zu gehen.

Und ein letzter Ratschlag, aus eigener Erfahrung: Fahren Sie nach Finnland. Das weite Land, die endlosen Wälder, das wunderbare Licht des Mittsommers, die vielen kreativen Menschen mit ihrer ruhigen Art machen ganz einfach glücklich.

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