FrontGesundheitAuch die Gräserpollen stürmen los

Auch die Gräserpollen stürmen los

Jetzt blühen auch die gefürchteten Gräser: Mit den warmen Tagen sind nun die Gräserpollen in der Luft. Rund 70 Prozent der Menschen mit Heuschnupfen reagieren allergisch auf sie. Für Betroffene heisst das – Medikamente einnehmen. 

Jetzt beginnt das grosse Schniefen und Schneuzen erst recht: «Bei rund 1,2 Millionen Schweizerinnen und Schweizer lösen Gräserpollen allergische Symptome aus», weiss Sereina de Zordo, Leiterin Fachdienstleistungen von aha! Allergiezentrum Schweiz. Damit ist die Allergie auf Gräserpollen die häufigste Allergie in der Schweiz.

Im Unterschied zum letzten Jahr, als die Gräser verspätet in Blüte waren, blühen sie heuer fast eine Woche früher als im Schnitt. Dies bestätigt auch Regula Gehrig, Biometeorologin von MeteoSchweiz: «Ist es jetzt sonnig und warm, sind überall im Flachland zunehmende Konzentrationen von Gräserpollen in der Luft, dies besonders in der Nähe der aufblühenden Wiesen.» In den tiefsten Lagen kann die Belastung auch schon stark werden, zum Beispiel im Rheintal, am Genfersee und im Tessin. In den Bergen ist es jedoch noch ruhig: «In Höhen auf 1‘500 Meter ü. M. blühen die Gräser erst in rund drei bis vier Wochen», so Gehrig. Die Gräser folgen damit ohne Pause auf die Birke, die eine sehr starke Pollensaison hatte.

Vier Fakten zu den Gräsern und ihren Pollen:

1. Die Pollensaison der Gräser beginnt früher: Aufgrund des Klimawandels und den höheren Temperaturen beginnt die Pollensaison früher als noch vor vierzig Jahren. Dies zeigt sich am deutlichsten bei den Gräserpollen: Statt anfangs Mai blühen die Gräser nun oftmals bereits im April, also im Schnitt rund zehn Tage früher.

2. Luftschadstoffe machen Pollen aggressiver: Wenn in den Sommermonaten der verkehrsbedingte Smog über den Städten lastet, werden stärkere Heuschnupfensymptome beobachtet. Laborstudien konnten aufzeigen, dass sich Pollen durch Stickoxide und Ozon verändern und dadurch allergener werden. «Die Luftschadstoffe reizen die Atemwege zusätzlich, was die Symptome nochmals verstärkt», ergänzt Allergieexpertin de Zordo.

3. Gräserpollen fliegen auch in grosser Höhe: Gräserpollen werden mit dem Wind weit getragen und sind auch in höheren Bergregionen noch messbar. So hat die Technische Universität München sogar auf der Zugspitze auf 2‘600 m. ü. M. Gräserpollen nachgewiesen – einem Ort, an dem kaum Gras wächst. «Der Kontakt mit Pollen ist in den Höhen zwar geringer, lässt sich aber fast nirgends vollständig vermeiden», resümiert de Zordo.

4. Allergiker leiden rund um den Globus: Gräser werden in zwei Gruppen eingeteilt – in tropische und solche aus gemässigten Zonen. De Zordo: «Doch ihre Pollen sind sich in ihrer Struktur ähnlich, so dass unsere Immunabwehr keinen Unterschied macht.» Das heisst: Auch in anderen Ländern werden Heuschnupfengeplagte eine laufende Nase und juckende Augen haben.

Eine Pollenallergie unbedingt abklären

Heuschnupfen ist nicht harmlos: Unbehandelt kann sich daraus ein Asthma entwickeln. «Daher ist die Pollenallergie von einer Allergologin, einem Allergologen abzuklären und zu therapieren», empfiehlt de Zordo. Das geschieht meist mit Antihistaminika allenfalls in Kombination mit Kortison. Die Pollenallergie kann mit einer Desensibilisierung (allergenspezifische Immuntherapie) auch ursächlich angegangen werden.

Tipps bei Heuschnupfen:

– nur kurz stosslüften
– vor dem Schlafengehen die Haare waschen
– die Wäsche nicht im Freien trocknen lassen
– bei schönem, windigem Wetter nur kurz an die frische Luft
– immer eine Sonnenbrille tragen
– Pollenflug auf www.pollenundallergie.ch oder mit der App «Pollen-News» beobachten

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