FrontGesellschaftAufgepasst: Maske und Hörgerät -  eine Selbsterfahrung

Aufgepasst: Maske und Hörgerät –  eine Selbsterfahrung

Das Maskentragen wird immer mehr zur Pflicht. Wenn die Zahl der Infizierten weiter steigt, wird es weitere Orte/Veranstaltungen geben, an und in denen wir die Maske tragen müssen, beim Einkaufen, in den Theatern, in der Oper, im Kino. Und wenn Fussballspiele wieder vor den Fans stattfinden dürfen, wird es ohne Masken nicht  gehen. Die Maske, die tägliche Begleiterin. Aber nicht für alle geht das ohne Probleme ab, und es kann ins Geld gehen.

Ich trage seit drei Jahren zwei so kostbare Dinger hinter dem Ohr, mit einem Schläuchlein vom Gerät ins Ohr versehen. Noch ungewohnt mit der Maske, ereilte mich, als ich das Tram und einmal den Zug verliess und die Maske abzog, eine Schrecksekunde: Ich zog versehentlich eines der Hörgeräte mit heraus und es fiel mir runter. Zweimal lag es mir zu Füssen. Einmal musste ich ganz intensiv auf die Suche gehen. Ich fand, Gott sei Dank, das kleine Ding neben einer Tramschiene wieder.

Doch beim vierten Mal passierte es. Ich wollte in Stuttgart am Kiosk eines Einkaufzentrums noch rasch eine Zeitung kaufen, ohne Maske. Der Verkäufer weigerte sich, mir eine Zeitung zu geben. Ich hatte eine Maske aufzuziehen. Schnell eilte ich zum Auto, zog eine Maske auf und der Kauf gelang. Auf dem Weg nach Zürich tankte ich noch an einer Raststätte, um ohne Probleme nach Haus zu kommen. An der Grenze, ein kleiner Stau und, oh weh, als ich an das rechte Ohr griff, stellte ich fest: Ich hatte das Hörgerät am rechten Ohr verloren. Vor dem Kiosk in Stuttgart oder an der Tankstelle in Neckarsulm. Alle Bemühungen blieben ohne Erfolg. In Stuttgart beteiligte sich neben dem Personal gar ein Berufskollege bei der Suche. Ein  Ersatz musste her. Als ich bei der Amplifon-Filiale in Zürich vorsprach, versuchte mich die Hörberaterin zu trösten: „Wissen Sie, Sie sind nicht der Einzige; das passiert jetzt vielen.“ Meine Frage: „Wie gehen sie damit um?“ Sie: „Wir weisen die Kunden darauf hin.“

Das genügte mir nicht. Ich setzte mich mit der Geschäftsleitung der Firma in Verbindung. machte sie darauf aufmerksam, dass man doch als Hörgeräte-Firma die Kunden in der Corona-Zeit intensiver auf die Schwierigkeiten, die das Maskentragen mit sich bringe, hinweisen müsse. Und ich fragte: „Gibt es eine Alternative für die Hörgeräte, die man hinter dem Ohr trägt?“ Siehe da: Es gibt eine Alternative. Man kann sich statt einem Schläuchlein ein „massgefertigtes Ohrstück aus Kunststoff“ anfertigen lassen, das sich weit besser im Ohr verankert als das gängige Einsatzstück. Kosten: 120 Franken, die Amplifon kulant übernahm. Obwohl ich für die Hörgeräte eine Versicherung abgeschlossen hatte, betrug der Selbstbehalt nach drei Jahren für das neue Gerät gegen 1500 Franken. Sich gut zu informieren, lohnt sich also. Und sich mit der Hörgeräte-Firma ins Vernehmen setzen ebenfalls.

Seit vier Wochen habe ich das neue Gerät und an beiden Ohren je ein massgefertigtes Ohrstück. Keines ist mir bis jetzt beim Abnehmen der Maske rausgerutscht. Gott sei Dank!

5 Kommentare

  1. mir auch schon passiert u schon lange schwe(rst)hörig. ohrpassstücke bezahlt die iv, allenfalls die ahv. nachfragen bei pro audito.

  2. Ist mir vor einer Woche auch passiert. Versicherung wird bezahlen mit 200Fr Selbstbehalt.
    Wahrscheinlich werde ich mir auch plasticeinlagen machen lassen.

  3. Ich kenne dieses Problem auch…. und dann noch Brille obendrauf……
    Habe mir neu Masken bestellt, die mit einem Gummizug hinter dem Kopf befestigt werden.

  4. Walter Ott, Greifensee 27.08.2020 at 11:35

    Sehr geehrte Frau Hubschmied
    Auch ich trage unter dem Hörgerät noch eine Brille.
    Ich bin an Ihrer Maske mit Gummizug sehr intressiert.
    Könnten Sie mir bitte schreiben wie der Typ heisst und wo ich sie kaufen könnte ?
    Mit freundlichem Gruss

  5. Guten Tag Herr Ott
    die Maske ist vom Migros Do It -Garden, kostet Fr. 6.65, ist Schutzklasse FFP2, heisst «Tect-Atemschutzmaske».
    Sie wurde im Beobachter vom 31.7. am besten bewertet (es wurden aber nur ganz wenige getestet).
    Der Test hatte nichts mit HG-Brillen-Tauglichkeit zu tun sondern mit Filterung.
    Liebe Grüsse, M. Hubschmid

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