StartseiteMagazinGesellschaftErinnerungen an Prinz Philip

Erinnerungen an Prinz Philip

Wir trauern um Prinz Philip, der kurz vor seinem 100. Geburtstag gestorben ist. Da kommen Erinnerungen auf. Ich durfte dabei sein, als er im Jahre 1981 in Zug an der 6. Europameisterschaft der Viererzugfahrer teilnahm.

Bekannt ist, dass der Herzog von Edingburgh nicht nur viel Humor hatte, sondern auch sehr sportlich war. So war es nicht verwunderlich, dass er als Stargast an der 6. Europameisterschaft der Viererzugfahrer in Zug teilnahm.

Es war ein regnerischer und kalter Tag. Das Sportareal war mit einem Gitterzaun abgeriegelt.  Nur wer eine Rosette am Revers trug, durfte das Areal betreten. Kontrolliert wurde der Eingang von einem biederen Securitas-Mann.

Da näherte sich seine königliche Hoheit – ohne Rosette und wurde vom Securitas-Mann brüsk gestoppt. «Wo haben sie ihre Rosette?» fragte der Wächter in seiner schweizerisch-kargen Uniform. Der Prinz, solcherei nicht gewohnt, wollte einfach weitergehen. Aber da kam er an den Falschen. Der Securitas-Mann packte die königliche Hoheit einfach auf unschweizerische Art am Ärmel. «Befehl ist Befehl – Eintritt erhält nur, wer eine Rosette trägt!»

Auch der königliche Leibwächter wurde brüsk am Weitergehen gehindert. Nach längerem Hin und Her besann sich der Wachtmann dann allerdings doch noch und liess den Prinzen passieren.

Der Wächter zu seinem Sinneswandel befragt, erklärte mir: «Schliesslich ist der Prinz doch der Mann, der diese Sportart erfunden hat. Da habe ich ihn dann trotzdem durchgelassen. Aber sonst kommen hier nur Pferde und Leute mit Rosetten durch. Da sind wir streng!» Seinen Namen mochte der wackere Wächter nicht nennen: «Das ist geheim.»

Prinz Philip startete als Nr. 3 im Dressurwettkampf. Dabei ging es darum, mit einem Vierspänner fehlerfrei durch einen Parcours zu fahren.


So berichtete BLICK über den Vorfall in Zug

Foto: Josef Ritler

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1 Kommentar

  1. Zum Glück haben Reporter mit ein paar Jahren auf dem Buckel ab und zu auch die Gelegenheit, aus ihrem Erinnerungsfundus besondere, so richtig merk-würdige und schräge Begebenheiten hervorzukramen und uns in düsteren Zeiten aufzuheitern.

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