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Roman-Trilogie aus den Schweizer Bergen

Für einen Schriftsteller hat der Basler Autor Philipp Probst einen ungewöhnlichen Werdegang vorzuweisen: Einige Jahre war er Journalist. Heute fährt er Bus und Tram bei den Basler Verkehrsbetrieben (BVB) und schreibt in seiner Freizeit leidenschaftlich Romane sowie Lokalkrimis.

Seit zehn Jahren denkt sich der Basler Buschauffeur Philipp Probst (56) Geschichten aus und packt sie in Bücher. «Der Bus ist meine Inspirationsquelle», begründet er die ungewöhnliche Verbindung von Broterwerb und Leidenschaft. Den Bus oder das Tram benutzt er hin und wieder als «Vorlesesestube»: Bei Wartezeiten an der Endhaltestelle pflegt er seine Fahrgäste vom Fahrersitz aus via Mikrofon mit Auszügen aus seinen neusten Werken zu unterhalten. Ausserdem schreibt er für die «Basler Zeitung» (baz) und für seine Arbeitgeberin regelmässig Glossen.

Berühmt geworden ist Probst, durch die Kreation einer attraktiven «Heldin», der Basler Reporterin Selma. Nicht zufällig bewegt sich die Protagonistin seiner Romantrilogie im journalistischen Milieu, das der Autor aus seiner Zeit bei der baz und bei der Schweizer Illustrierten bestens kennt.

Der Autor bei der Podcast-Produktion. Foto privat.

Der «Selfmademan» hat auch Spass an Multimedia-Produktionen hat. Mit seinem Talent ist er wohl einer der einzigen Schriftsteller, die ihre Werke mit aufwändigen Podcasts, Videos und Social-Media-Posts vermarkten. Daran will er festhalten, ebenso an seinem Brotberuf, am Busfahren. Denn seine «Inspirationsquelle», welche die Phantasie belebt, scheint unerschöpflich. Weitere Bücher sind geplant: 2022 will er eine Glossen-Sammlung publizieren, mit Ilustrationen von Eddie Wilde.

«Alpsegen»

In «Alpensegen» besucht die Reporterin Selma Legrand-Hedlund einen Jugendfreund am Lauenensee in Gstaad, macht Fotos für eine Alpreportage und entlarvt dabei einen mysteriösen Baumfrevler. Ein ungeklärter Todesfall bringt zusätzliche Spannung in den Ausflug der Fotografin. Gefühle wegen einer alten Liebe bringen die Gefühle für die neue Liebe vorübergehend ins Wanken. In der deutschen Sennerin Martina findet Selma eine einfühlsame Gesprächspartnerin.

Selma fotografierte im ersten Band den Lauenensee. Foto Gstaad Saanenland Tourismus.

Doch nicht nur das Abenteuer im Berner Oberland erschüttert die jungen Reporterin. Auch zu Hause in Basel bahnen sich grosse Überraschungen an. Ihre angebliche Schwester Elin kommt einem Familiengeheimnis auf die Spur: Die Schwestern sind offenbar nur Halbschwestern. Selmas Vater soll angeblich ein schwedischer Kunstmaler sein.

Dann findet Selma im zweiten Stock ihres Hauses in Basel mehrere Bilder eines schwedischen Kunstmalers. Die Kunstwerke, die den Totentanz darstellen, sehen ihren eigenen Bildern sehr ähnlich. Nun treibt der Wunsch, ihren leiblichen Vater kennenzulernen, die Frau zusätzlich um. Doch als Leserin oder Leser erfährt man erst im dritten Band der Romantrilogie mehr über Arvid Bengt, den geheimnisvollen Schweden.

«Wölfe»

Bis es so weit ist, schickt Autor Probst seine Protagonistin im zweiten Band «Wölfe» auf eine Fotoreportage über verrückte Skifahrer nach Engelberg. Die Dramatik steigt, als sie aus einer Gletscherspalte gerettet werden muss und erreicht den Höhepunkt, als Selma einer Gruppe von Wilderern auf die Spur kommt. Die Jäger sind hinter einem Wolfsrudel her, das der Naturfreundin aus Basel ans Herz gewachsen ist. Während einer nächtlichen Fotopirsch schaut sie plötzlich in einen Gewehrlauf und drückt ab. Den Blitz des Fotogeräts halten die Wilderer für eine Fotofalle und ergreifen die Flucht. Unerwartet bekommt Selma darauf die Wärme der Wölfe zu spüren.

Wölfe werden im zweiten Band zu Selmas Lieblingstieren. Foto Wikipedia

Die Erkenntnis «Es kommt nicht drauf an, von wem man gezeugt wurde. Aber es ist entscheidend, dass man ins Rudel integriert wird», bringt die Geschichte zurück zum mysteriösen Vater aus Schweden. Selma ist entschlossen, den Kunstmaler mit Anhang in die Schweiz einzuladen, um ihn persönlich kennenzulernen.

«Gipfelkuss»

Der Plan wird im dritten Band der Trilogie in Angriff genommen. In Basel werden Hotelzimmer für die Gäste reserviert. Doch bevor es zur Wiedervereinigung kommt, darf die Fotografin im Engadin einen ungewöhnlichen Auftrag erfüllen. Sie soll ein prominentes Hochzeitspaar auf dem Piz Bernina fotografieren. Für den gefährlichen Aufstieg über den Biancograt trainieren die Baslerin und ihr Freund wochenlang. Eine Engadiner Bergführerin und ein alter Bergführer mit hellseherischen Fähigkeiten begleiten sie dabei. Die Warnungen des alten Mannes werden in den Wind geschlagen.

Auf dem gefährlichen Biancograt stürzt die Seilschaft ab. Foto Wikipedia

Dann kommt der Tag der Tage. Die Fotografin steigt, ausgerüstet mit teuren Fotokameras, gemeinsam mit der Braut Julia und der Bergführerin von der Schweizer Seite auf den Berg. Der Bräutigam tut dasselbe in Begleitung eines Bergführers von der italienischen Seite aus. Die Gipfelfotos mit Kuss und Umarmung krönen den Tag. Doch beim Abstieg kommt es angesichts des vorhergesagten Wetterumsturzes zur Tragödie mit Todesfolge. Selma überlebt wie durch ein Wunder. Die verletzte Protagonistin wird gefunden und gerettet.

Im Spital findet unter Tränen das Wiedersehen mit dem lieblichen Vater aus Schweden statt. Und auch Selmas Beziehung zu ihrem Basler Freund, einem Buschauffeur der Verkehrsbetriebe, wird durch die Krise gestärkt. Am Horizont zeichnet sich die Hochzeit der beiden ab. «Fortsetzung folgt» steht auf Seite 268 des dritten Bandes, woraus man schliessen darf, dass die abwechslungsreiche «Alpensaga» der Reporterin Selma Legrand-Hedlund eine Fortsetzung erfahren wird.

Philipp Probst. Foto privat.

Autor Philipp Probst mischt in seinen Erzählungen geschickt Fakten und Fiktion. Auf Recherchen vor Ort erkundet er jeweils die Wirklichkeit. Die im Roman beschriebenen Hotels, Restaurants, Orte, Alphütten, Strassen, Berge, Gletscher, Seen gibt es tatsächlich. Die Personen und Handlungen sind dagegen durchwegs fiktiv, ebenso wie die Namen der Medien. Unverkennbar ist, dass die Roman-Trilogie autobiografische Züge trägt. Auch wenn Probst die Geschichten so nicht selber erlebt hat, liegt die Vermutung nahe, dass er die Geheimnisse und Abenteuer an Stelle der fiktiven Reporterin Selma sehr gerne persönlich recherchieren und fotografieren würde.

Philipp Probst wurde 1965 in St. Gallen geboren und arbeitete über zwanzig Jahre lang als Reporter bei Zeitungen und Zeitschriften. Zwischendurch war er immer wieder als Bus- und Lastwagenfahrer in ganz Europa unterwegs. Spannende Krimis aus seiner Feder tragen die Titel: «Die Boulevard-Ratten» sowie «Story-Killer».

Titelbild: Auf dem Piz Bernina (4049 m.ü.M.) kommt es zum Gipfelkuss. Foto Wikipedia

LINKS

Philipp Probst, Alpsegen – Die Reporterin am Lauenensee, Verlagshaus Schwellbrunn, 2020, ISBN 978-3-85830-266-3

Wölfe – Die Reporterin in Engelberg, Verlagshaus Schwellbrunn, 2020, ISBN 978-3-85830-276-2

Gipfelkuss – Die Reporterin am Piz Bernina, Verlagshaus Schwellbrunn, 2021, ISBN 978-3-85830-291-5

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