FrontGesundheitGrippemedikamente werden knapp

Grippemedikamente werden knapp

Die Tagesschau vermeldete es, die Presse auch und die Apothekerin klagt: Es herrscht Medikamenten- Notstand. Die Weltlage, die Covid- Restriktionen in China und gesperrte oder überbelastete Transportwege bringen auch gut ausgestattete Apotheken und Arztpraxen in Nöten.

Wer in diesem Herbst Husten, Schnupfen oder sogar Grippe hat, muss sich zu helfen wissen. Denn die bekannten Helfer in der Not, vom Hustensaft über die Tabletten gegen Halsschmerzen bis zum Grippemittel, das einen innert zwei Tagen aus dem Bett wieder an den Arbeitsplatz katapultiert, sind nur noch schwer erhältlich. Was bei Medikamenten gegen chronische und schwere Krankheiten ein echter Notstand ist, kann bei den oben erwähnten Infektionskrankheiten in den meisten Fällen abgefedert werden. Mit Hausmittelchen, die sich seit Generationen bewährt haben.

Sie helfen vielleicht nicht so schnell wie ein Produkt aus dem pharmazeutischen Labor, sind vielleicht auch nicht so angenehm zu schlucken und erfordern oft einen gewissen Aufwand. Aber sie nützen auch. Wobei Prävention an allererster Stelle steht. Gesunde Ernährung mit viel Ost und Gemüse, viel trinken, Bewegung an der frischen Luft und genügend Schlaf sind «Hausmittel», die nichts kosten. Die Hände waschen, übrigens auch nicht.

Oben Salzwasser, unten Wollsocken

Wenn es dann trotzdem im Hals kratzt und in der Nase kribbelt, sollte schnell reagiert werden. Mit Salzwasser – einen Esslöffel Salz mit einem Liter warmem Wasser mischen – gurgeln oder damit die Nasenschleimhaut befeuchten, Salbeitee und Wärme, oder alles zusammen, können einen beginnenden Infekt vielleicht noch stoppen.

Zitronen, Orangen, Ingwer und Tee helfen bei Erkältung und Grippe. 

Die Frage, ob da eine Erkältung oder aber eine Grippe im Anzug ist, ist leicht zu beantworten: Eine Erkältung kündet sich langsam an, mit Halsschmerzen, laufender Nase und Frösteln. Die Grippe hingegen schlägt sofort zu, mit hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Husten und Halsschmerzen. Die Frage, ob da nicht ein ganz besonderer Virentypus – Covid-19! – im Spiel ist, lässt sich nur mittels Selbsttest und notfalls mit einem Test in einer Apotheke beantworten.

Ruhe, Wärme und etwas frische Luft

Eine Erkältung bleibt meist harmlos und die Beschwerden klingen innert einer Woche ab. Auslöser sind in der Regel Rhinoviren, von denen es über 200 Unterarten gibt. Eine Impfung ist nicht möglich. Wer stark erkältet ist, sollte viel trinken und dem Körper Ruhe und Wärme gönnen. Etwas Bewegung ist allerdings sinnvoll und unterstützt das Immunsystem. Die Räume sollten auch regelmässig gelüftet werden.

Bei Husten gibt es unendlich viele Hausmittel. Sie reichen von erwärmtem Holundersaft über warme Milch mit Honig bis zum vor allem bei Kindern beliebten Zwiebelsirup. Dafür wird eine rohe Zwiebel in dünne Scheiben geschnitten und lagenweise mit Zucker in ein Schälchen geschichtet.Mit einem Teller gut zudecken. Es riecht ziemlich streng! Nach ein paar Stunden hat sich ein glasklarer Sirup gebildet, der wunderbarerweise nicht mehr riecht, dafür schleimlösend ist und die Bronchien beruhigt. Dasselbe soll auch mit Rettich gehen, den man aushöhlt und mit Zucker oder Honig füllt und dann den entstandenen Saft schluckt.

Holundersaft oder – sirup, leicht erwärmt, ist ein probates Hustenmittel.

Inhalieren mit Salzwasser, Kamille oder Thymian beruhigt die gereizten Schleimhäute, ebenso wie all die Wickel, die man sich auf die Brust oder um den Hals legt. Quarkwickel oder Kartoffelwickel beruhigen die gereizten Bronchien und schmerzenden Mandeln und verhelfen zu einem ruhigeren Schlaf. Dabei sollte man nicht flach auf dem Rücken liegen, weil die Schnupfensekrete aus der Nase so in den hinteren Rachenraum rinnen und neuen Husten auslösen. Besser ist es, das Kopfteil des Bettes etwas höher zu stellen.

Bei hohem Fieber kühlen, ansonsten warm halten

All die Ratschläge gegen Erkältung nützen auch bei einer Grippeerkrankung. Weil die Grippe aber einen schwereren Krankheitsverlauf hat als eine banale Erkältung, gilt es doch einiges mehr zu beachten. Zuerst einmal: Influenzaviren sind hochansteckend. Das heisst Kontakte meiden, zuhause bleiben. Bei hohem Fieber helfen die altbewährten Essigsocken, wobei da differenziert werden muss: Wer Schüttelfrost hat und auch unter der warmen Bettdecke noch friert, dem hilft eher ein warmes Bad und vor allem Tee mit Ingwer, Ginseng oder Lindenblüten. Der heizt so richtig ein.

Was bei Grippe nicht hilft, sind hohe Dosen von Vitamin C oder Zink, das wurde in Versuchen bewiesen. Sport und Saunagänge – die Viren mal so richtig ausschwitzen! – können sogar gefährlich sein, weil der Kreislauf dabei übermässig belastet wird. Auch schweres Essen – Du musst schnell wieder zu Kräften kommen! – ist kontraproduktiv. Aber gegen die gute alte Hühnersuppe, die bewiesenermassen entzündungshemmend ist, oder gegen eine Bouillon ist nichts einzuwenden. Dazu Früchte, gedämpftes Gemüse und Tee, soviel man mag. Das können Wasser, Tee oder Fruchtsäfte sein. Oder am Abend auch mal einen rechten Schluck Rum oder Whisky mit einem Löffel Zucker und recht viel Zitronensaft mit heissem Wasser aufgiessen. Nach so einem Hot Whisky oder Rumpunsch schläft man vielleicht der Grippe einfach davon.

Ganz wichtig: Wenn die Beschwerden anhalten, der Husten auch nach einem Monat noch nicht auskuriert ist oder immer wieder Halsschmerzen und Fieberschübe auftreten, dann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden, Medikamenten-Engpässe hin oder her.

1 Kommentar

  1. Danke für die tollen Hausmittel-Rezepte! Eigentlich wüssten wir ja von unseren Müttern und Grossmüttern noch wissen, was hilft bei bekannten Wehwechen und wie es ohne die Pharma geht. Diese Industrie übernimmt ja viel Wissen von früher und die «neuen» Mittel werden dann mit Knowhow modifiziert und jeder Menge Werbung auf den Markt gebracht. Und weils so bequem ist, kaufen wir diese Erzeugnisse dann für teures Geld in Drogerien und Apotheken. Ihre Tipps sind hilfreich und kommen zum richtigen Zeitpunkt.

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