2 KommentareTelefonbetrugsfälle häufen sich - Seniorweb Schweiz
StartseiteMagazinGesellschaftTelefonbetrugsfälle häufen sich

Telefonbetrugsfälle häufen sich

Die Telefonbetrugsfälle im Kanton Zürich sind in den letzten zwei Jahren markant angestiegen. Waren es 2021 2509 versuchte und 59 vollendete Straftaten, stieg diese Zahl 2022 auf 3213 versuchte und 111 vollendete Straftaten. Im ersten Quartal dieses Jahres sind es bereits 504 versuchte und 33 vollendete Straftaten.

Wie der Zürcher Regierungsrat in seiner Antwort auf eine entsprechende Anfrage aus dem Kantonsrat schreibt, konnten 2021 19, 2022 42 und im ersten Quartal 2023 12 Abholer von Geld und Wertsachen verhaftet werden. Beachtlich ist die erbeutete Summe (Wertsachen, Schmuck, Bargeld): 2021 betrug sie 2,4 Millionen, 2022 6,7 Millionen und im ersten Quartal 2023 bereits 1,3 Millionen Franken. Gemäss polizeilicher Zwischenbilanz erhöhte sich die Schadensumme 2023 bis Ende Juni auf 2,7 Millionen Franken und die Anzahl vollendeter Betrugsfälle auf 67. Es sieht so aus, dass die Anzahl der Betrugsfälle im Kanton Zürich bis Ende Jahr gegenüber den Vorjahren nochmals steigen wird.

Gemäss bisherigen Erkenntnissen handeln die Täter ausschliesslich von Call-Centern im Ausland aus. Dies hat zur Folge, dass Kantonspolizei und Staatsanwaltschaft aufwendige internationale Ermittlungen durchführen müssen, um die Hintermänner zu fassen. 2022 haben die Ermittlungen laut regierungsrätlicher Antwort zu 17 Verhaftungen in der Türkei geführt.

Wie der Regierungsrat in seiner Antwort weiter schreibt, sind an den Telefonbetrugsfällen immer mehrere Personen beteiligt. In der Schweiz können nur jene Personen bestraft werden, die vor Ort bei der Aushändigung der Vermögenswerte verhaftet werden. In den meisten Fällen handelt es sich lediglich um Mittäterinnen und Mittäter. Zur möglichen Höhe des Strafmasses macht der Regierungsrat keine Angaben. Er schreibt lediglich, dass das Strafmass davon abhänge, ob es sich bei den Verhafteten um Mittäter, Anstifter oder Gehilfen handelt.

Verschiedene Formen von Telefonbetrug

Die Kantonspolizei Zürich unterscheidet verschiedene Formen von Telefonbetrug. Da gibt es den Schockanruf. Dabei täuschen die Betrüger eine Notfallsituation vor, beispielsweise, dass ihre Tochter einen schweren Unfall erlitten oder diesen verursacht hat und dass schnelle Geldhilfe für eine Kaution erforderlich ist.

Bekannt ist weiter der Telefonbetrug mit WhatsApp. Unbekannte geben sich als Sohn oder Tochter aus, deren Handy kaputt ist, und bitten um rasche finanzielle Hilfe. Vorsicht ist weiter geboten bei Telefonanrufen mit Bandansagen, bei der vorgetäuscht wird, der Anruf sei von der Polizei. Dabei können kostspielige Telefonverbindungen aufgebaut werden oder die Betrüger geben vor, das Bankkonto sei angeblich nicht sicher. Bekannt sind auch Betrugsfälle, bei denen Taxiunternehmen im Auftrag der Telefonbetrüger Personentransporte und Kurierdienste ausführen.

In allen Fällen rät die Polizei, sich niemals unter Druck zu setzen, niemals ohne weitere Abklärungen Geld zu überweisen, keine Informationen zu den eigenen Finanzen anzugeben und im Betrugsfall sich unverzüglich bei der Notrufnummer der Polizei (Telefon 117) zu melden.

Auf der Plattform www.telefonbetrug.ch der Zürcher Kantonspolizei sind die verschiedenen Telefonbetrugsmaschen detailliert beschrieben, ebenso Handlungsanweisungen zum Schutz der Bevölkerung.

Spenden

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, Sie zum Denken angeregt, gar herausgefordert hat, sind wir um Ihre Unterstützung sehr dankbar. Unsere Mitarbeiter:innen sind alle ehrenamtlich tätig.
Mit Ihrem Beitrag ermöglichen Sie uns, die Website laufend zu optimieren, Sie auf dem neusten Stand zu halten. Seniorweb dankt Ihnen herzlich.

oder über:
IBAN CH15 0483 5099 1604 4100 0

2 Kommentare

  1. Ein wirklich wichtiger Beitrag zur Bekämpfung der unverschämten und skrupellosen Telefonbetrugsfällen, die oft alte Menschen treffen.
    Ich vermute, es trifft vor allem Leute die selten oder nie Zeitung lesen, Radiohören oder sich einfach nicht genug mit den Veränderungen unserer heutigen Gesellschaft und den notwendigen Anpassungen auseinander setzen wollen oder können. Anders kann ich mir nicht erklären, dass man sich am Telefon von Unbekannten so ins Boxhorn treiben lassen kann. Ich weiss aus etlichen TV-Dokumentationen, dass diese Betrüger mit allen Wassern gewaschen sind, sich über die sozialen Medien «Zugang zu personenbezogenen Daten beschaffen und gut vernetzt sind. Auch werden die Mitarbeiter*innen in diesem neuen «Geschäftszweig» auch psychologisch und rethorisch gut geschult.

    Und trotzdem, bevor ich mein Geld, Schmuck oder Wertsachen einer fremden Person übergebe, und wenn in der Leitung scheinbar die Polizei, die Feuerwehr, ein Spital oder Arzt ist, mache ich doch mindestens vorher einen Telefonanruf an z.B. die in Not geratene Person oder jemanden dem ich vertrauen kann. Und wenn dann noch zusehends Druck und Dringlichkeit vom Anrufer oder der Anruferin aufgebaut wird, muss ich doch stutzig und werden und auf meinen gesunden Menschenverstand hören der mir sagt, lasse dich nicht zu einer übereilten Handlung ohne eine Rückversicherung nötigen.
    Alterseinrichtungen und Menschen die mit alten Menschen im Kontakt sind, sollten m.E. diese Informationslücken füllen und die Negativseiten unserer heutigen Gesellschaft zum Thema machen.

  2. Es ist mir auch schleierhaft, wie man auf eine solche Masche hereinfallen kann. Ich hatte letzthin einen Anruf (mit Schweizer Mobilenummer). Es meldete sich Microsoft. Ich habe dann geschrien: ‹Fake, fake, fake). Man hat sofort aufgelegt. Unbekannte Nummern nehme ich nicht ab und sperre sie sofort.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Beliebte Artikel

Mitgliedschaften für Leser:innen

  • 20% Ermässigung auf Kurse im Lernzentrum und Online-Kurse
  • Reduzierter Preis beim Kauf einer Limmex Notfall-Uhr
  • Vorzugspreis für einen «Freedreams-Hotelgutschein»
  • Zugang zu Projekten über unsere Partner
  • Massgeschneiderte Partnerangebote
  • Buchung von Ferien im Baudenkmal, Rabatt von CHF 50 .-